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ETF-Monitor: Die Angst vor der Stagflation


21.10.21 12:25
Deka Investment

München (www.fondscheck.de) - Steigende Energiekosten, zunehmende Inflationstendenzen, Wachstumsschwächen durch Engpässe in den internationalen Lieferketten, Hinweise auf ein Ende der ultralockeren Geldpolitik - da ging die Angst vor dem Gespenst der Stagflation um, so die Experten von Deka Investments.

Diese Mischung habe den internationalen Investoren ganz und gar nicht gepasst. So hätten sie den September zu einem Minusmonat gemacht.

Besonders stark habe es die Technologiewerte erwischt, die zuvor lange gestiegen seien. Der Nasdaq Composite habe 5,3 Prozent verloren. Der breite S&P 500 sei kaum besser mit minus 4,8 Prozent gefolgt. Der EURO STOXX 50 habe 3,5 und der DAX 3,6 Prozent abgegeben. Auch die Emerging Markets hätten gelitten, ein Minus von 4,3 Prozent, obwohl sich China nach kräftigen Verlusten im Juli und August mit 0,7 Prozent plus beim Shanghai Composite stabil präsentiert habe. Dafür sei Lateinamerika in die Knie gegangen. Positiver Ausreißer sei Japan gewesen. Ein neuer Ministerpräsident habe Hoffnungen geweckt und dem Nikkei ein Plus von 4,9 Prozent beschert.

Die plötzliche Risikoscheu hätte normalerweise dem Goldpreis zugutekommen müssen. Aber auch er wurde von der allgemein negativen Stimmung geprügelt und habe 3,1 Prozent abgegeben, der Silberpreis sogar 7,2 Prozent. Ein sattes Plus von 7,6 Prozent beim Ölpreis der Sorte Brent habe dagegen die Angst vor der Inflation gefördert. Dem US-Dollar habe das Szenario gut bekommen. Er habe rund zwei Prozent gegenüber dem Euro zugelegt.

Auf dem Markt der ETPs - der Exchange Traded Products - hätten sich wieder einmal bei den Notes auf Krypto-Währungen Rückschläge um die 20 Prozent gezeigt. Einzelne Rohstoffe wie Palladium mit mehr als 20 Prozent minus hätten ebenfalls negativ herausgestochen, während Fonds mit Gold- und Silberbezug mit minus acht Prozent noch vergleichsweise glimpflich davongekommen seien. Lateinamerika habe die Verliererliste der klassischen Länder-ETFs geprägt, allen voran Brasilien mit Verlusten von rund zehn Prozent. Europäische Immobilienfonds sei verstärkt aus den Depots geworfen worden, was ihnen ein Minus um die acht Prozent beschert habe. Fonds mit Schwerpunkt Technologieaktien hätten Verluste um die sieben Prozent hinnehmen müssen.

Auf der Gewinnerseite hätten ETFs mit Energiewerten geglänzt, die um 13 Prozent zugelegt hätten. Das habe auch den Aktienmärkten rohstoffexportierender Länder wie zum Beispiel Russland geholfen. Entsprechende ETFs hätten Gewinne bis zu sieben Prozent verbucht. Asien-ETFs hätten sich mit stabilen Entwicklungen in China erholt, Indonesienfonds hätten so rund fünf Prozent gewonnen. (Ausgabe 10/2021) (21.10.2021/fc/a/e)