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ETF-Monitor: Geglückter Start - und dann?


23.02.24 13:00
Deka Investment

München (www.fondscheck.de) - "Wie der Januar - so das Jahr," lautet ein alter Erfahrungssatz an der Börse, so die Experten von Deka Investment.

Danach sehe es für 2024 gut aus. Bis auf einige Ausreißer nach unten, hätten die Märkte im Januar mit ordentlichen Kursgewinnen abgeschlossen.

Besonders positiv hätten die japanischen Märkte hervorgestochen. Der Nikkei 225 habe 8,4 Prozent geschafft, der breitere Topix 7,8 Prozent. Europa habe mit gehörigem Abstand nachgezogen. Der STOXX Europe 50 sei auf einen Gewinn von 2,9 Prozent gekommen, der EURO STOXX 50 von 2,8 Prozent. Der S&P 500 in den USA habe 1,6 Prozent zugelegt. Der NASDAQ Composite sei immerhin mit einem Prozent dabei gewesen. Der DAX habe mühsam mitgehalten und den Monat mit etwa einem Prozent Gewinn abschließen können.

Die Emerging Markets hingegen hätten China bedingt ordentlich Federn gelassen, ein Minus von 4,7 Prozent. Beim Shanghai Composite habe Trauer geherrscht: minus 6,3 Prozent. Trotz diverser Stützungsmaßnahmen habe es die Regierung in Peking nicht geschafft, den Markt längerfristig zu stabilisieren.

Die Wirtschaftsschwäche in China aber auch in einigen Industrieländern wie Deutschland habe auf die Metallpreise gedrückt. Der S&P Global Base Metal habe 5,2 Prozent verloren, während sich der Ölpreis nach deutlichen Verlusten zuvor wieder habe fangen können: Plus 6,1 Prozent habe es für die Sorte Brent geheißen. Die Goldpreis-Rally habe Schwäche gezeigt. Die Feinunze habe 1,1 Prozent verloren, sich aber klar über der Marke von 2.000 Euro gehalten. Der Euro habe gegenüber dem US-Dollar leicht nachgegeben, ein Minus von zwei Prozent.

Japan-Fonds hätten sich auch auf der ETF-Liste ganz oben gefunden. Je nach Ausrichtung habe es Gewinne bis zu 12 Prozent gegeben. Das hätten auch wieder Türkei-ETFs geschafft, die für heftige Schwankungen bekannt seien. ETFs mit Öl-Bezug hätten die Erholung des Ölpreises nachgezogen und sich um 7,6 Prozent verbessert. Bei den Branchen habe wieder mal die Informationstechnologie geglänzt, deren Fonds um 7,4 Prozent vorangekommen seien.

Verlierer seien, man habe es schon ahnen können, China-Fonds gewesen. Während breite Indices noch mit minus 7,9 Prozent davongekommen seien, hätten chinesische Techwerte fast 14 Prozent Verlust hinnehmen müssen. Spezialtitel, zum Beispiel mit chinesischen Cloud-Firmen, hätten sogar 20 Prozent verloren.

Dass trotz aller Krisen genug Geld da sei, das angelegt werden wolle, hätten die Flows gezeigt. Den Aktien seien netto 13,2 Milliarden Euro zugeflossen, den Anleihen immerhin noch 6,5 Milliarden. Eine Milliarde mehr sei es für den Geldmarkt gewesen. Die Rohstoffe hätten weiter gelitten, ein Minus von 841 Millionen Euro.

Verlierer bei den Kategorien seien wie schon im Vormonat die Rohstoffe mit Edelmetallen gewesen. Aus ihnen seien 694,9 Millionen Euro abgeflossen. Chinesische A-Shares hätten auf 566,3 Millionen Euro verzichten müssen. Zur Erläuterung: Dabei handle es sich um Aktien von chinesischen Firmen, die ursprünglich nur von Inländern hätten gekauft werden dürfen, seit 2003 aber auch von ausgewählten ausländischen Institutionen. In vielen China-ETFs, die in Europa gehandelt würden, seien sie explizit ausgeschlossen. An dritter Stelle hätten Standardaktien der Eurozone gelitten, denen 403,9 Millionen Euro verloren gegangen seien. Aus ETFs auf Asien ohne japanische Aktien seien 346,7 Millionen Euro abgezogen worden. Auch Value-Aktien der Eurozone hätten gelitten. Bei ihnen habe es ein Verlust von 302,3 Millionen Euro gegeben.

Die Liste der Flows nach den einzelnen Anlagekategorien beginne mit den Standardwerten amerikanischer Aktien. Ihnen seien 5,4 Milliarden Euro zugeflossen. 4,3 Milliarden Euro seien es für globale Standardaktien gewesen. Gefragt gewesen seien Euro-Unternehmensanleihen, was deren Volumen um 2,1 Milliarden Euro erhöht habe. 1,6 Milliarden mehr habe es für Anleihen außerhalb der großen Indices gegeben. Schließlich hätten die Aktien des Technologiesektors eine Milliarde Euro mehr verbucht. (Ausgabe 2/2024) (23.02.2024/fc/a/e)