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ETF-Monitor: Politik stresst die Märkte


26.10.23 13:07
Deka Investment

München (www.fondscheck.de) - Auch der September war ein Monat mit überwiegend Minuszeichen für die Börsen, so die Experten von Deka Investment.

Die Gründe dafür seien die schon bekannten: Inflation und steigende Zinsen sowie die weltweite Wirtschaftsabschwächung. Verstärkt worden sei der negative Trend im September durch einen drohenden Shutdown der US-Regierung und das Chaos bei der Abwahl des republikanischen Speakers des Repräsentantenhauses.

So hätten alle großen Börsen im Minus notiert. Am stärksten habe es den technologiegetriebenen Nasdaq Composite mit einem Minus von 5,8 Prozent erwischt, gefolgt vom breiten S&P 500 mit minus 4,9 Prozent. Der DAX habe sich mit Verlusten von 3,5 Prozent etwas stabiler gezeigt, was wenig getröstet habe, denn der MDAX mit Werten der zweiten Reihe habe sogar 6,3 Prozent tiefer geschlossen. Der EURO STOXX 50 sei mit minus 2,9 Prozent dabei gewesen.

Die Emerging Markets mit dem entsprechenden MSCI-Index hätten mit 2,8 Prozent abwärts gelitten, während der Nikkei in Japan sich mit 2,3 Prozent Verlusten recht stabil gezeigt habe. Am besten habe noch der Shanghai Composite mit gerade mal 0,3 Prozent Abschlägen geschlossen, was aber wegen einer möglichen Einflussnahme der Regierung auf die Märkte mit Vorsicht zu genießen sei.

Angesichts der rezessiven Tendenzen seien die Rohstoffe unter Druck gewesen. 3,6 Prozent sei es für den S&P Global Base Metal-Index abwärts gegangen. Der Ölpreis habe einen Sprung gegen den Trend gemacht, weil Russland Exportkürzungen wegen des Treibstoffmangels im eigenen Land angekündigt habe. Ob das nachhaltig sein würde, sei am Markt jedoch vielfach bezweifelt worden. Der Goldpreis habe unter den hohen Zinsen gelitten. Die Feinunze habe im September 4,7 Prozent niedriger und deutlich unter 1.900 US-Dollar notiert. Der Dollar sei angesichts der zunehmenden Unsicherheit gesucht gewesen und habe gegenüber dem Euro ein Plus von 2,5 Prozent verbuchen können.

Auch auf dem Markt der ETFs hätten die Minuszeichen dominiert. Bei rund zwei Drittel der notierten Produkte sei es abwärts gegangen. Wie immer in solchen bewegten Zeiten seien beide Seiten - Verlierer und Gewinner - von inversen und gehebelten Produkten dominiert worden, teilweise mit zweistelligen Ausschlägen in die eine wie andere Richtung. Bei den Verlierern seien typische Modethemen herausgeragt, wie zum Beispiel Blockchain mit minus 14 Prozent.

Bei den Länder-ETFs habe man sich über eine weitere Halbierung der Kurse russischer Aktien, getrieben auch durch den Rubelverfall nicht wundern müssen. Aber auch Vietnam, vor Kurzem noch als Alternative zu China gelobt, habe Abschläge von mehr als acht Prozent hinnehmen müssen. Dann seien sogar klassische Fonds wie der DivDAX gefolgt, der wegen der Dividendenstärke eigentlich stabiler sein sollte, aber diesmal 7,8 Prozent abgegeben habe.

Auf der spärlichen Gewinnerseite seien Energiewerte positiv herausgeragt, ETFs auf Öl- und Gas-Futures hätten teilweise bis zu 13 Prozent zugelegt. Bei den Länderfonds hätten Türkei-Titel plus sechs Prozent verbucht, Indien- plus vier und Brasilien-Titel plus drei Prozent.

Trotzdem habe es auch im September genügend Investoren gegeben, die antizyklisch gehandelt hätten, was sich an den Flows, dem Nettomittelaufkommen, habe ablesen lassen. Den Aktien seien frisch 5,6 Milliarden Euro zugeflossen, den Renten 1,4 Milliarden Euro. Für den Geldmarkt habe es 378,4 Millionen Euro gegeben. Rohstoffe dagegen seien nicht gefragt gewesen. Netto seien ihnen 1,7 Milliarden Euro verloren gegangen. (Ausgabe 10/2023) (26.10.2023/fc/a/e)