ETFs: "Extreme Abgaben"


09.04.25 11:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Ausverkauf an den Börsen und die hohe Volatilität sorgen für viel Umsatz im ETF-Handel - und für viele ganz viele Abgaben, so die Deutsche Börse AG.

"Bei uns war Land unter am Donnerstag und Freitag, aber speziell am gestrigen Montag", berichte Ivo Orlemann von der ICF Bank und melde "viele, viele Verkäufe", und zwar über alle Indizes hinweg. Leo Puschmann von Lang & Schwarz spreche von "extremen" Abgaben. Einzige Ausnahme: Goldminen-ETFs sowie Gold- und Silber-ETCs. Allerdings habe sich die Lage im Moment etwas beruhigt. "Der Ausverkauf ging bis zum gestrigen Mittag, seitdem gibt es auch wieder Käufer", erkläre Puschmann.

Nach dem "Black Friday" und "Panic Monday" würden sich die Aktienmärkte am Dienstagmorgen etwas erholt zeigen. Der DAX liege am Mittag sogar wieder über 20.100 Punkten, nachdem er gestern kurzzeitig unter 19.000 Punkte gefallen sei. Das Rekordhoch von 23.476 Zählern sei aber weit entfernt. Die Wall Street habe gestern über ihren Tiefs geschlossen. Seit den Allzeithochs habe der Dow Jones allerdings immer noch 16 Prozent, der Nasdaq 100 über 20 Prozent verloren.

Puschmann zufolge seien Nasdaq-, S&P 500-, MSCI World- (ISIN IE00B4L5Y983) und auch DAX-Tracker nur verkauft worden, ebenso ETFs, die asiatische Aktien abbilden würden, etwa Nikkei-Tracker (ISIN LU0839027447). Laut Frank Mohr von der Société Générale seien ganz klar S&P 500-ETFs Schwerpunkt der Abgaben gewesen. "Der Trend bei MSCI World-ETFs war weniger ausgeprägt, europäische Aktien wurden sogar gekauft - bis auf den gestrigen Montag."

Sehr hohe Umsätze würden Puschmann zufolge zudem Produkte mit Hebel aufweisen, etwa der WisdomTree Nasdaq 100 3x Daily Leveraged- (ISIN IE00BLRPRL42) und dessen Short-Variante (ISIN IE00BLRPRJ20). Ebenfalls umsatzstark: der L&G DAX Daily 2x Long-ETF (ISIN IE00B4QNHH68). Zu den meistgehandelten Produkten bei Lang & Schwarz gehöre der WisdomTree S&P 500 VIX Short-Term Futures 2.25x Daily Leveraged (ISIN XS2819843736), der die Schwankungsbreite des S&P 500 abbilde, und zwar mit Hebel. Volatilitätsindizes wie der VDAX würden aktuell über den Niveaus zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs liegen - und so hoch wie seit Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr.

Der Absturz der Tech-Aktien führe außerdem zu extrem hohen Abgaben von Tech-ETFs, wie Mohr beobachtet. Betroffen seien die einstigen Favoriten, konkret der iShares S&P 500 Information Technology (ISIN IE00B3WJKG14), der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data (ISIN IE00BGV5VN51) und der Xtrackers MSCI World Information Technology (ISIN IE00BM67HT6). Auch Banken-ETFs wie der iShares Euro Stoxx Banks 30-15 (ISIN DE0006289309) würden abgestoßen, ebenso Gesundheits-ETFs. Selbst das Kaufinteresse an den lange beliebten Rüstungsaktien habe nachgelassen, wie die Händler melden würden. Bei Lang & Schwarz gehe allenfalls noch im Future of Defence (ISIN IE000OJ5TQP4) einiges um.

Auch die aktiv gemanagten ETFs würden vom Ausverkauf nicht verschont bleiben, ebenso wenig von deutlichen Kursverlusten: Betroffen sei Mohr zufolge etwa der JPM US Research Enhanced Index Equity (ISIN IE00BF4G7076).

Gesucht seien hingegen Geldmarkt-Tracker wie der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap (ISIN LU0290358497), wie Mohr feststelle, aber auch US-Treasuries unterschiedlicher Laufzeiten.

Als "sicherer Hafen" gefragt seien zudem Goldminen-ETFs sowie Gold- und Silber-ETCs, wie Puschmann berichte. Der Goldpreis sei nach seinem Anstieg auf das neue Allzeithoch von knapp 3.139 US-Dollar zuletzt allerdings nicht mehr gestiegen und liege aktuell bei etwas über 3.000 US-Dollar. Auffällig ruhig bleibe es im Handel mit Krypto-ETNs, wie sowohl Orlemann als auch Puschmann melden würden. (Ausgabe vom 08.04.2025) (09.04.2025/fc/a/e)





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