ETFs: Kasse machen zum Jahresende


23.12.21 10:20
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Eine Jahresendrallye scheint eher fern in diesen letzten Tagen des Jahres, so die Deutsche Börse AG.

In Sorge um Omikron und Ängsten vor einem neuen Lockdown habe der DAX zum Wochenstart kräftig verloren - bis auf fast 15.100 Punkte. Am Mittwoch sei der Index auf Erholungskurs und stehe am Mittag bei 15.450 Punkten.

Wie Hubert Heuclin von BNP Paribas melde, würden die Abflüsse aus Aktien-ETFs, vor allem aus globalen Aktien, überwiegen. Außergewöhnlich gut ankämen hingegen Geldmarkt-ETFs. Offenbar wollten Anleger angesichts der aktuellen Unsicherheit ihr Geld einfach parken. Das sei dem Händler zufolge nicht nur auf Omikron zurückzuführen, sondern auch auf das Jahresende, an dem die Liquidität traditionell schrumpfe und die Bücher zugemacht würden. "Die Neigung, noch Risiken ins Buch zu nehmen, ist überall niedrig."

Bei Kunden der BNP Paribas stünden vor allem MSCI ACWI-ETFs von der UBS auf den Verkaufslisten. Dass Anleger Volatilität zu scheuen scheinen, zeigt sich auch an hohen Zuflüssen in den iShares Edge MSCI World Minimum Volatility, so die Deutsche Börse AG. Auch nachhaltige ETFs seien Heuclin zufolge weiter gefragt, etwa der Xtrackers MSCI World ESG und der iShares MSCI World SRI.

Der MSCI World ACWI bilde Aktien von großen und mittelgroßen Unternehmen aus 23 Industrie- und 27 Schwellenländern ab und decke mit 2.976 Titeln rund 85 Prozent des investierbaren Aktienuniversums weltweit ab. Schwerpunkt seien allerdings US-Aktien mit aktuell 61 Prozent.

US-Aktien seien ebenfalls gesucht geblieben, und zwar nachhaltige wie der Amundi S&P 500 ESG (ISIN LU1437017863 / WKN A2ATY3) und klassische wie der iShares Core S&P 500.

Sehr viel um gehe derzeit in ETFs, die den türkischen Aktienmarkt abbilden würden, wie Andreas Schröer von Lang & Schwarz feststelle. Die türkische Währung habe kräftig an Wert verloren und sei am gestrigen Montag auf ein neues historisches Tief gefallen. Heute steige der Wert der Lira gegenüber dem US-Dollar aber deutlich, Präsident Erdoğan wolle Maßnahmen gegen den Wertverfall ergreifen und Einlagen schützen. Die Aktienkurse - auch der Kurs des iShares MSCI Turkey - würden sich erholen. Seit Jahresanfang würden Anleger aber immer noch auf Verlusten von 35 Prozent sitzen.

Zuflüsse würden laut Heuclin Anleihen-ETFs, speziell Staatsanleihen-Indexfonds, verzeichnen. Hier seien es ebenfalls vor allem US-Titel, die beliebt seien, etwa der iShares USD Treasury Bond 1-3yr (ISIN IE00B14X4S71 / WKN A0J202). Gefragt seien aber auch Staatsanleihen aus der Eurozone, Deutschland, aus Japan oder den Schwellenländern (ISIN IE00BYXYYK40 / WKN A2DN9U). Der absolute Renner seien dem Händler zufolge derzeit aber Geldmarkt-ETFs wie der Lyxor Smart Overnight Return. Der ETF strebe kurzfristige Renditen an, die höher seien als die des Referenzindex FED Fund Rate, und das bei besonders geringer Volatilität.

Die Schwankungen an den Börsen würden Anleger allerdings auch auf Volatilität setzen lassen, wie Schröer feststelle, etwa mit dem Lyxor S&P 500 VIX Futures Enhanced Roll-ETF oder dem WisdomTree S&P 500 VIX Short-Term Futures 2.25x Daily Leveraged-ETN. Der ETF von Lyxor ermögliche die Anlage in die erwartete Volatilität des S&P 500. In diesem Jahr sei der Kurs, der während des Corona-Crashs im Frühling 2020 in die Höhe geschossen sei, allerdings um 31 Prozent eingebrochen.

Etwas gemächlicher zu als zuvor gehe es im Handel mit Krypto-Währungs-ETNs, wie Schröer berichte. Viele Krypto-Währungen hätten zuletzt deutlich an Wert verloren: Der Bitcoin-Kurs liege mit aktuell 48.670 US-Dollar weit unter dem Allzeithoch von 68.764 US-Dollar vom November dieses Jahres. Weiter viel gehandelt würden laut Schröer der BTCetc - ETC Group Physical Bitcoin- und der 21Shares Solana- ETN (ISIN CH1114873776 / WKN A3GSS0), aber auch Kryptowährungen aus der zweiten Reihe. (Ausgabe vom 22.12.2021) (23.12.2021/fc/a/e)





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