ETFs: Zuspruch für den DAX


27.11.12 11:43
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Seit Anfang vergangener Woche geht es an den Aktienmärkten wieder mit großen Schritten nach oben - die heftigen Verluste aus der ersten Novemberhälfte sind fast wettgemacht, so die Deutsche Börse AG.

Die gehobene Stimmung mache sich auch im ETF-Handel bemerkbar. Martina Schröttle von der Commerzbank spreche von einer eindeutig "bullishen Woche". Zwar seien die Umsätze im Vergleich zur Vorwoche etwas rückläufig gewesen, die Zuflüsse hätten aber ganz klar überwogen. "Bei uns standen zwei Drittel Käufe einem Drittel Verkäufe gegenüber." Auch Jörg Sengfelder von der DekaBank melde einen deutlichen Käuferüberhang. "Das war eine gute Woche mit vielen Käufen."

Florian Perini von Flow Traders, der aus Amsterdam heraus handle, berichte hingegen von "recht bescheidenen" Umsätzen - vor allem aufgrund des langen Thanksgiving-Wochenendes in den USA: "Seit gestern hat das Geschäft ein wenig angezogen", ergänze der Händler aber.

Gesucht gewesen seien Perini zufolge meist an europäische Indices wie DAX, MDAX, EURO STOXX 50 und MSCI Europe gekoppelte ETFs. "Gründe hierfür waren unter anderem ein positiv ausgefallener ifo-index, aber auch die Aussicht, dass sich die involvierten Parteien auf neue Griechenlandhilfen einigen." Der ifo-Geschäftsklimaindex habe am Freitag überrascht: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft habe sich im November nämlich erstmals seit acht Monaten aufgehellt.

Auch laut Commerzbank seien besonders DAX-Tracker gesucht gewesen. "Der DAX war vergangene Woche unser stärkstes Investment, und hier gab es fast nur Positionierungen", melde Schröttle. Im Gegenzug seien Short DAX-ETFs abgestoßen worden. Auf den Einkaufslisten hätten aber auch EURO STOXX-Indexfonds und MSCI Emerging Markets-Indexfonds gestanden.

Weniger eindeutig sei das Bild bei ETFs zu US-amerikanischen und internationalen Dividendentitel. Flow Traders zufolge seien im iShares S&P 500 und im iShares Dow Jones beide Seiten gespielt worden, auch in World-Trackern wie dem iShares MSCI World und dem db x-trackers MSCI World (ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW) habe es Zu- und Abflüsse gegeben. Diese würden sich übrigens - anders als der Name vermuten lassen würde - nur auf Industrieländermärkte beziehen.

Sengfelder melde Interesse an DAX-, MDAX und EURO STOXX-ETFs (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001; ISIN DE0005933923 / WKN 593392; ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02), aber durchaus auch an S&P 500-, NASDAQ- und Dow Jones-Indexfonds. Gefallen hätten Investoren auch am iShares MSCI Brazil gefunden.

Auffällig sei für Sengfelder daneben der Fokus auf japanische Aktien gewesen. "Der iShares MSCI Japan Monthly Euro Hedged sei sehr stark nachgefragt worden." Der ETF ermögliche ein Engagement im japanischen Aktienmarkt ohne Währungsrisiko. "Eine Rolle spielen wohl die anstehenden Parlamentswahlen", mutmaße Sengfelder. Der Japanischen Yen habe in den vergangenen Tagen deutlich nachgegeben, da mit einem Machtwechsel in Japan auch ein Richtungswechsel der Bank of Japan erwartet werde.

Innerhalb der Sektor-ETFs habe es wieder einen ganz klaren Favoriten gegeben: die Bank-ETFs. Wie die Commerzbank bemerke, hätten diese fast die Hälfte des Umsatzes mit Sektoren-Indexfonds ausgemacht. "Und hier gab es fast nur Käufe." Der Kurs für den Comstage STOXX Europe 600 Banks habe sich in den vergangenen Monaten kräftig erholt und sei von 23,40 Euro für einen Anteil Anfang Juni auf aktuell 31,40 Euro gestiegen. Auch die DekaBank berichte von hohen Zuflüssen in Banken-ETFs. "Das ist aber schon seit August so", bemerke Sengfelder. "Immer wenn sich Entspannung in der Eurokrise abzeichnet, wird gekauft."

Daneben seien auch Technologie-Indexfonds gut angekommen. "Betroffen war nicht nur ein ETF, sondern mehrere, etwa der iShares STOXX Europe 600 Technology und der db x-trackers STOXX Europe 600 Technology." Beide hätten seit Mitte November deutlich im Kurs zugelegt.

Auch bei Renten-Fonds sei der Commerzbank zufolge meist zugegriffen worden. Hoch wären die Umsätze etwa im iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond, ein Unternehmensanleihen-ETF, und im iShares Barclays Italy Treasury Bond, ein Indexfonds mit italienischen Staatsanleihen. In ETFs mit deutschen Staatsanleihen aller Laufzeiten sei der Handel hingegen ausgeglichen gewesen.

Der ETF mit italienischen Staatstiteln sei im Übrigen erst in diesem Juli aufgelegt worden. Während im Fixed Income-Bereich lange Zeit - mit der wichtigsten Ausnahme Deutschland - meist Europa als Ganzes abgebildet worden sei, habe es zuletzt vermehrt ETFs mit Staatsanleihen anderer europäischer Länder gegeben.

Sengfelder melde ebenfalls einen Käuferüberhang in Renten-ETFs, insbesondere Zuflüsse in Unternehmensanleihen- und Abflüssen aus europäischen Staatsanleihen-ETFs. "Die Umsätze waren aber nicht besonders hoch. Die Woche war eine Aktienwoche."

Kauffreudig hätten sich Anleger laut Commerzbank übrigens auch bei Geldmarkt-ETFs gezeigt. "Wir hatten ein Verhältnis von 6:1 zugunsten der Käufer", konkretisiere Schröttle und nenne als Beispiel den ComStage EONIA (ISIN LU0378437684 / WKN ETF100). (27.11.2012/fc/a/e)






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