EUR/GBP: Blickpunkt "Inflation-Report"


15.05.12 13:00
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Der schwache Euro kommt beim EUR/GBP zur Geltung, so die Analysten von UniCredit Research.

Allerdings hätten die Analysten vergangene Woche bereits dargelegt, dass die britische Währung mit Bekanntgabe des MPC-Sitzungsprotokolls am 18. April ihrerseits zu einem Höhenflug angesetzt habe. Seinerzeit habe Adam Posen sein Votum für eine zusätzliche Ausweitung des Wertpapierankaufprogramms der BoE zurückgezogen. Außerdem habe unter den geldpolitischen Entscheidungsträgern die durchweg einhellige Meinung geherrscht, man habe mit dem im Februar anvisierten Inflationsrückgang für die nächsten Quartale eine zu optimistische Einschätzung geliefert. Somit sei ein Test der psychologisch relevanten Schwelle von 0,80 nach der Entscheidung aus der letzten Woche, Leitzinsen und Umfang des APP-Programms erneut unverändert zu lassen, praktisch unvermeidlich gewesen.

Morgen veröffentliche die Bank of England ihren neuen Inflation-Report. Die Perspektiven für Wachstum und Inflation dürften einem rhetorischen Drahtseilakt gleichen. Die zuletzt durchweg schwachen Wachstumsindikatoren sollten zumindest den mittelfristig ausgerichteten Optimismus in Grenzen halten. Gleiches gelte aber auch nach wie vor hinsichtlich eines raschen Inflationsrückgangs. Die Märkte würden ganz genau hinschauen, wo ihrer Ansicht nach die Prioritäten der Bank of England lägen, um abzuschätzen, ob sich die am 18. April gewonnenen Eindrücke noch vertieft hätten, oder ob weiterhin Chancen auf eine Ausweitung des Wertpapierankaufprogramms bestünden.

Falls letztlich mehr Fragen offen bleiben würden als Antworten gegeben würden, bleibe immer noch der schwache Euro, um EUR/GBP weiteres Abwärtspotenzial zu eröffnen, oder zumindest das Erholungspotenzial zu limitieren. (15.05.2012/ac/a/m)