EUR/USD: Bodenbildung möglich


17.07.12 11:28
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Der Euro steht aufgrund der inzwischen kaum mehr überschaubaren Anzahl an EWU-Baustellen nach wie vor unter latentem Abgabedruck, so die Analysten von UniCredit Research.

Von der Gipfeleuphorie Ende Juni sei rein gar nichts mehr übrig geblieben. Gestern habe es einen weiteren Dämpfer gegeben, als das deutsche Bundesverfassungsgericht angekündigt habe, erst am 12. September ein Urteil über ESM und Fiskalpakt fällen zu wollen. In den vergangenen zweieinhalb Wochen habe die Währung flächendeckend an Wert verloren. Nicht mehr nur JPY und USD allein würden profitieren. Gegenwärtig habe es den Anschein, als würde der Euro, natürlich auch begünstigt durch die jüngste EZB-Zinsentscheidung, auf den Status einer Funding-Währung zusteuern.

EUR/USD betreffend könnte einem sogar Angst und Bange werden, wenn man bedenke, dass selbst der bescheidene US-Arbeitsbericht keine Anschubkräfte zur oberen Seite ausgelöst habe. Gleiches habe gestern die schwachen US-Einzelhandelsumsätze betroffen. Es stelle sich gerade im Zusammenhang mit dem heute anstehenden Halbjahresbericht Bernankes zur Konjunktur und Geldpolitik die Frage, ob negative Konjunkturnachrichten, aus welcher Region auch immer, dem USD als liquideste Währung erneut in die Karten spielen würden.

Gegen diese Theorie spreche allerdings die eingangs erwähnte gleichmäßigere Begünstigung aller G10-Währungen in den letzten Wochen. Lege man das zugegebener Maßen etwas diffuse Risikobild der vergangenen Tage zugrunde, dann erscheine EUR/USD auf dem gegenwärtigen Niveau zum gegenwärtigen Zeitpunkt sogar überverkauft. Außer den ebenso anhaltend schwachen Bund-Renditen würden andere Indikatoren keinesfalls eine durchgängig schwache globale Risikobereitschaft signalisieren. Aktienmarkt-Volas, Rohstoffpreise, Itraxx Crossover und vor allem die schwächere implizite Volatilität bei EUR/USD selbst würden eher für etwas Korrekturpotenzial sprechen.

Eine ähnliche Botschaft würden das 25 Delta-Risk-Reversal, der 2J-Rendite-Spread, sowie die Zinsdifferenz in den Geldmarktfutures senden. Es wäre also durchaus denkbar, wenn EUR/USD unter der Annahme eines recht dovish ausgerichteten Bernanke und im Vorfeld des nächste Treffens der Eurogruppe im Laufe dieser Woche zumindest nicht weiter an Wert verliere und vielleicht sogar ein wenig Erholungspotenzial generiere. Hilfreich wäre auch ein Durchwinken der Spanienhilfe durch den deutschen Bundestag am Donnerstag. (17.07.2012/ac/a/m)





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