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EUR/USD: Enttäuschungspotenzial vorprogrammiert
30.07.12 10:30
UniCredit Research
München (www.aktiencheck.de) - Auch vergangenen Freitag waren die Märkte angesichts der Äußerungen Draghis noch voller Hoffnung, die EZB würde in aller Kürze zum ganz großen Rundumschlag greifen, um den langfristigen Erhalt des Euro zu sichern, so die Analysten von UniCredit Research.
Der nahezu grenzenlose Optimismus habe sich durch alle Asset-Klassen gezogen und zu einem deutlichen Anstieg der globalen Risikobereitschaft geführt. EUR/USD habe fast 1,24 erreicht, einen Wert, den die Analysten zwar Ende der vorletzten Woche für die letzte Woche durchaus in Aussicht gestellt hätten, der allerdings Anfang letzter Woche noch völlig illusorisch angemutet habe.
Dieser Optimismus dürfte sich jedoch in den kommenden Tagen relativieren. Erstens könne die EZB mit ihren Maßnahmen politische Erfordernisse und die Akzeptanz von Reformen durch die Bevölkerung in verschiedenen Staaten nicht ersetzen. Es würden sich bei allem, was den Märkten vorschweben möge, zudem die Fragen stellen, ob die Maßnahmen durch das Mandat der EZB gedeckt seien und ob, oder in wie weit es sich um eine Form der Staatsfinanzierung handle.
Was innerhalb der Märkte an Erwartungen kursiere, seien z.B. eine Reaktivierung des Anleihe-Aufkaufprogramms SMP, der Ankauf von Staatsanleihen am Sekundärmarkt ohne Sterilisation (QE), das Auflegen eines weiteren Langfristtenders (LTRO), die Ausstattung des ESM mit einer Bankenlizenz, eine weitere Lockerung der zu akzeptierenden Sicherheiten (Kollateralpolitik), eine abermalige Leitzinssenkung und/oder die Festsetzung einer oberen Zielrendite für spanische und italienische Anleihen, welche es dann gelte, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen.
Zweitens würden die Analysten nicht davon ausgehen, dass Draghi schon auf der kommenden EZB-Pressekonferenz die Katze aus dem Sack lasse, sondern lediglich seine Anmerkungen aus der vergangenen Woche wiederhole. Die EZB werde vermutlich erst dann mit aller Macht agieren, wenn alle anderen bisherigen Maßnahmen ausgeschöpft seien, ohne dass diese die Fehlentwicklungen zu korrigieren vermocht hätten.
Die freudige Erwartungshaltung an den Finanzmärkten bezüglich EZB-Entscheidungen könnte somit bis zum Donnerstag anhalten und auch EUR/USD auf dem aktuellen Niveau halten, aber danach sehr wahrscheinlich in eine Phase der Enttäuschung umschlagen. Vielleicht lasse die gegenwärtig erhöhte globale Risikobereitschaft sogar einen Tag früher nach, wenn die FED ihre turnusmäßige FOMC-Sitzung abhalte. Das Statement werde ohne Zweifel dovish ausgerichtet bleiben und die Hoffnungen auf eine weitere quantitative Lockerung (QE3) schüren, aber mit einer derartigen Aktion durch die FED schon diesen Mittwoch sei kaum zu rechnen. Die US-Notenbank werde wohl erst einmal weitere Beweise für eine nachhaltige Konjunkturabschwächung sammeln und auswerten wollen, bevor auch sie zu umfassenden Maßnahmen greife.
EUR/USD betreffend würden die Analysten gegen Ende der Woche einen Kursrückschlag bis in Bereiche um 1,21 bis 1,2150 nicht ausschließen. Von der Vielzahl anstehender Konjunkturdaten zu beiden Seiten des Atlantiks, einschließlich des US-Arbeitsmarktberichtes, würden sie diese Woche hingegen keine richtungweisenden Impulse erwarten. (30.07.2012/ac/a/m)
Der nahezu grenzenlose Optimismus habe sich durch alle Asset-Klassen gezogen und zu einem deutlichen Anstieg der globalen Risikobereitschaft geführt. EUR/USD habe fast 1,24 erreicht, einen Wert, den die Analysten zwar Ende der vorletzten Woche für die letzte Woche durchaus in Aussicht gestellt hätten, der allerdings Anfang letzter Woche noch völlig illusorisch angemutet habe.
Dieser Optimismus dürfte sich jedoch in den kommenden Tagen relativieren. Erstens könne die EZB mit ihren Maßnahmen politische Erfordernisse und die Akzeptanz von Reformen durch die Bevölkerung in verschiedenen Staaten nicht ersetzen. Es würden sich bei allem, was den Märkten vorschweben möge, zudem die Fragen stellen, ob die Maßnahmen durch das Mandat der EZB gedeckt seien und ob, oder in wie weit es sich um eine Form der Staatsfinanzierung handle.
Zweitens würden die Analysten nicht davon ausgehen, dass Draghi schon auf der kommenden EZB-Pressekonferenz die Katze aus dem Sack lasse, sondern lediglich seine Anmerkungen aus der vergangenen Woche wiederhole. Die EZB werde vermutlich erst dann mit aller Macht agieren, wenn alle anderen bisherigen Maßnahmen ausgeschöpft seien, ohne dass diese die Fehlentwicklungen zu korrigieren vermocht hätten.
Die freudige Erwartungshaltung an den Finanzmärkten bezüglich EZB-Entscheidungen könnte somit bis zum Donnerstag anhalten und auch EUR/USD auf dem aktuellen Niveau halten, aber danach sehr wahrscheinlich in eine Phase der Enttäuschung umschlagen. Vielleicht lasse die gegenwärtig erhöhte globale Risikobereitschaft sogar einen Tag früher nach, wenn die FED ihre turnusmäßige FOMC-Sitzung abhalte. Das Statement werde ohne Zweifel dovish ausgerichtet bleiben und die Hoffnungen auf eine weitere quantitative Lockerung (QE3) schüren, aber mit einer derartigen Aktion durch die FED schon diesen Mittwoch sei kaum zu rechnen. Die US-Notenbank werde wohl erst einmal weitere Beweise für eine nachhaltige Konjunkturabschwächung sammeln und auswerten wollen, bevor auch sie zu umfassenden Maßnahmen greife.
EUR/USD betreffend würden die Analysten gegen Ende der Woche einen Kursrückschlag bis in Bereiche um 1,21 bis 1,2150 nicht ausschließen. Von der Vielzahl anstehender Konjunkturdaten zu beiden Seiten des Atlantiks, einschließlich des US-Arbeitsmarktberichtes, würden sie diese Woche hingegen keine richtungweisenden Impulse erwarten. (30.07.2012/ac/a/m)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 1,1712 | 1,1694 | 0,0018 | +0,15% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| EU0009652759 | 965275 | 1,20 | 1,11 | |
08.04.26
, Oberbank
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