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EUR/USD: Investoren scheuen das Risiko
11.10.12 11:27
UniCredit Research
München (www.aktiencheck.de) - Auch gestern herrschte an den Devisenmärkten ein deutlicher Risikovorbehalt, berichten die Analysten von UniCredit Research.
Wie schon Mitte September würden die Analysten diesen Terminus anstelle der sonst üblichen Risikoaversion verwenden, da keine strategische Abkehr vom Euro hin zum Aufbau von Dollar-Long-Positionen erkennbar sei. Die Märkte seien weiterhin positiv für den Euro gestimmt, würden allerdings aktuell einige Vorbehalte gegen weitere Euro-Käufe hegen. Im Wesentlichen sei diese Kaufzurückhaltung nach wie vor auf die Sorgen um Spanien zurückzuführen, die aus Sicht der Märkte weniger ausgeprägt wären, wenn das Land einen Bailout beantrage und die EZB somit in die Lage versetzt würde, spanische Staatsanleihen kaufen zu können. Hier hätten jedoch die EWU-Finanzminister mit ihrer Einschätzung zu Spaniens Absicht die Hoffnungen gedämpft. Ebenfalls zur Vorsicht würden die Investoren aufgrund der anstehenden Quartalsberichte wichtiger US-Unternehmen neigen, die zumeist in der kommenden Woche veröffentlicht würden.
Die Analysten hätten angesichts dieses vorherrschenden Risikovorbehalts für EUR/USD Korrekturpotenzial bis 1,28 vermutet. Gestern hätten allerdings die Produktionszahlen aus Frankreich und Italien sehr positiv überrascht, sodass offensichtlich keine Motivation zur weiteren Druckausübung auf das Währungspaar bestanden habe. Das habe sich heute Nacht mit der Bekanntgabe des Downgradings für Spanien durch S&P geändert. Das Land liege jetzt bei BBB-, Ausblick negativ. Damit könnte EUR/USD in der Tat im Tagesverlauf noch an die Marke von 1,28 heranrücken, vorausgesetzt, die Aktienbörsen würden die Tendenz der letzten Tage fortsetzen. Für den heutigen Tag stünden keine nennenswerten Daten aus der Eurozone zur Veröffentlichung an. US-Importpreise und Handelsbilanz seien als Kurstreiber derzeit ebenso wenig geeignet.
Aufgrund der noch mehr oder weniger vorherrschenden Richtungslosigkeit bei EUR/USD lohne es sich aus Sicht der Analysten, einmal Bezug auf die oft geäußerte Vermutung zu nehmen, der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl würde das Marktgeschehen ebenfalls, und zwar direkt, beeinflussen. Für diese These gebe es keine stichhaltigen Beweise. Diese Feststellung hätten die Analysten bereits vor mehr als zehn Jahren getroffen und sie gelte aus ihrer Sicht noch immer. Sie hätten die Kursbewegungen von EUR/USD bis 1980 zurückverfolgt und kein klares Bild darüber erhalten, ob nun ein demokratischer oder ein republikanischer Präsident besser oder schlechter für den Dollar sei, sofern die ersten 90 Tage nach der Wahl zugrunde gelegt würden.
Außerdem sei dieser Effekt ohnehin nicht ceteris paribus bewertbar, da die anderen laufenden Einflussfaktoren ja keine Auszeit nehmen würden, nur weil die USA einen neuen Präsidenten wählen würden. Die Analysten würden insbesondere an 2008 denken, als die Wahl Obamas mitten in die schlimmste Phase der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gefallen sei. Auch vier Jahre zuvor bei der Wiederwahl Bushs hätten andere Dinge im Vordergrund gestanden, wie z. B. die drastische Ausweitung des US-Leistungsbilanzdefizits.
Am 5. November 2004 schrieben die Analysten von UniCredit Research im Freitagspapier: "Viel Lärm um nichts. Ungeachtet aller steigender Nervosität zu Wochenbeginn blieb den Märkten letztlich wieder einmal die Erkenntnis, dass die US-Wahlen keinen nachhaltigen Einfluss auf das Kursgeschehen hatten. Noch während der Stimmenauszählung rückten gewohnte Determinanten wie das US-Leistungsbilanzdefizit und die Benign-Neglect Policy erneut in den Vordergrund…Als Key-Event für den kurz- bis mittelfristigen Verlauf in EUR/USD betrachten wir die heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten…".
Die aktuellen Kandidaten betreffend, könne man auch davon ausgehen, dass keiner der beiden die USA letztlich über das Fiskal-Cliff springen lasse und der Kongress, wie immer er sich zusammensetzen möge, zu einer Einigung komme. (11.10.2012/ac/a/m)
Wie schon Mitte September würden die Analysten diesen Terminus anstelle der sonst üblichen Risikoaversion verwenden, da keine strategische Abkehr vom Euro hin zum Aufbau von Dollar-Long-Positionen erkennbar sei. Die Märkte seien weiterhin positiv für den Euro gestimmt, würden allerdings aktuell einige Vorbehalte gegen weitere Euro-Käufe hegen. Im Wesentlichen sei diese Kaufzurückhaltung nach wie vor auf die Sorgen um Spanien zurückzuführen, die aus Sicht der Märkte weniger ausgeprägt wären, wenn das Land einen Bailout beantrage und die EZB somit in die Lage versetzt würde, spanische Staatsanleihen kaufen zu können. Hier hätten jedoch die EWU-Finanzminister mit ihrer Einschätzung zu Spaniens Absicht die Hoffnungen gedämpft. Ebenfalls zur Vorsicht würden die Investoren aufgrund der anstehenden Quartalsberichte wichtiger US-Unternehmen neigen, die zumeist in der kommenden Woche veröffentlicht würden.
Die Analysten hätten angesichts dieses vorherrschenden Risikovorbehalts für EUR/USD Korrekturpotenzial bis 1,28 vermutet. Gestern hätten allerdings die Produktionszahlen aus Frankreich und Italien sehr positiv überrascht, sodass offensichtlich keine Motivation zur weiteren Druckausübung auf das Währungspaar bestanden habe. Das habe sich heute Nacht mit der Bekanntgabe des Downgradings für Spanien durch S&P geändert. Das Land liege jetzt bei BBB-, Ausblick negativ. Damit könnte EUR/USD in der Tat im Tagesverlauf noch an die Marke von 1,28 heranrücken, vorausgesetzt, die Aktienbörsen würden die Tendenz der letzten Tage fortsetzen. Für den heutigen Tag stünden keine nennenswerten Daten aus der Eurozone zur Veröffentlichung an. US-Importpreise und Handelsbilanz seien als Kurstreiber derzeit ebenso wenig geeignet.
Außerdem sei dieser Effekt ohnehin nicht ceteris paribus bewertbar, da die anderen laufenden Einflussfaktoren ja keine Auszeit nehmen würden, nur weil die USA einen neuen Präsidenten wählen würden. Die Analysten würden insbesondere an 2008 denken, als die Wahl Obamas mitten in die schlimmste Phase der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gefallen sei. Auch vier Jahre zuvor bei der Wiederwahl Bushs hätten andere Dinge im Vordergrund gestanden, wie z. B. die drastische Ausweitung des US-Leistungsbilanzdefizits.
Am 5. November 2004 schrieben die Analysten von UniCredit Research im Freitagspapier: "Viel Lärm um nichts. Ungeachtet aller steigender Nervosität zu Wochenbeginn blieb den Märkten letztlich wieder einmal die Erkenntnis, dass die US-Wahlen keinen nachhaltigen Einfluss auf das Kursgeschehen hatten. Noch während der Stimmenauszählung rückten gewohnte Determinanten wie das US-Leistungsbilanzdefizit und die Benign-Neglect Policy erneut in den Vordergrund…Als Key-Event für den kurz- bis mittelfristigen Verlauf in EUR/USD betrachten wir die heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten…".
Die aktuellen Kandidaten betreffend, könne man auch davon ausgehen, dass keiner der beiden die USA letztlich über das Fiskal-Cliff springen lasse und der Kongress, wie immer er sich zusammensetzen möge, zu einer Einigung komme. (11.10.2012/ac/a/m)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| EU0009652759 | 965275 | 1,20 | 1,11 | |
08.04.26
, Oberbank
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