EUR/USD: ein zunehmend komplexes Gebilde


13.08.12 12:07
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Das letzten Freitag beschriebene Hin und Her über das Vertrauen in die EZB, mit ihrem neuen Maßnahmenkatalog die EWU-Schuldenkrise stemmen zu können, setzte sich bis zum Handelsschluss fort, so die Analysten von UniCredit Research.

Erneut seien die Zweifel vorherrschend gewesen. Dabei lohne es vielleicht, sich einmal grundsätzlich zu hinterfragen, ob die EZB allein überhaupt in der Lage sei, alle anstehenden Probleme zu lösen und ob somit die Anforderungen der Märkte an die Zentralbank bereits vom Ansatz her völlig daneben seien. Andererseits könne man den Märkten ihre Bausch-und-Bogen-Betrachtung nicht verdenken, da sie mit allem, was in den letzten Monaten auf sie eingestürzt und im Zusammenhang mit der Bewältigung der Krise weiterhin zu berücksichtigen sei, völlig überfordert seien. EZB-Aktionen, EU-Gipfelergebnisse, Ausstattung der Rettungsschirme, Fragen zur gesamtschuldnerischen Haftung, kursierende Ängste hinsichtlich eines vollen Bail-Outs für Spanien und dann noch die laufenden Datenveröffentlichungen - das sei schlichtweg zu viel, um alles unter einen Hut zu kriegen und daraus eine Präferenz für Euro-Käufe oder Verkäufe abzuleiten.

Da Währungspaare gehandelt würden, komme noch die andere Seite der Medaille hinzu. Wenn die Investoren über EUR/USD urteilen würden, bilde die offensichtliche Bereitschaft der FED zur Implementierung von QE3 einen positiven Grundaspekt hinsichtlich des globalen Wachstums und der globalen Risikobereitschaft, die dem Euro helfe und den US-Dollar belaste. Ein wichtiger globaler Faktor sei zudem China. Aber auch hier seien die Märkte hin- und hergerissen. Die gedämpften Verbraucherpreise seien letzte Woche als ideale Vorraussetzung für mehr Spielraum bei geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der PBoC gewertet worden. Andererseits habe China am Freitag recht moderate Handelszahlen mit nur mäßigen Exportzuwächsen veröffentlicht und schon seien die Wachstumsperspektiven Chinas in den Köpfen der Marktteilnehmer wieder radikal geschrumpft.

In Anbetracht der Fülle und Komplexität der gegenwärtig zu berücksichtigenden Faktoren, würden die Analysten auch diese Woche von einem Range-Trading ausgehen, das aber vermutlich innerhalb einer recht breiten Spanne zwischen 1,2150 und 1,2450 ablaufen werde. Die in dieser Woche anstehenden EWU-Wirtschaftsdaten, insbesondere die BIP-Zahlen für das zweite Quartal, würden voraussichtlich schwach ausfallen. Andererseits seien die Analystenerwartungen auch nicht allzu hoch gesteckt. Aus jetziger Sicht dürfte der nächste vermeintlich richtungweisende Einfluss erst Ende des Monats mit der jährlichen Jackson Hole-Konferenz anstehen. (13.08.2012/ac/a/m)




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