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EU-Wirtschaft in unruhigen Gewässern


14.11.12 16:52
Nordea

Stockholm (www.aktiencheck.de) - Die Europäische Kommission hat die Wachstumsprognosen für die Eurozone gesenkt, da die Schuldenkrise in Südeuropa weiterhin besteht und nun auch Auswirkungen auf die exportabhängigen Länder Nordeuropas hat, so die Analysten der Nordea Bank S.A.

In einer Erklärung habe der Generaldirektor für Wirtschaft und Finanzen der EG gesagt, Europas Wirtschaft habe "weiterhin mit einer schwierigen Korrektur nach der Finanzkrise zu tun" und "die Notlage in schwächeren Mitgliedstaaten hat zunehmend Auswirkungen auf den Rest der Union".

Die EG erwarte für die Wirtschaft der 17 Nationen umfassenden Eurozone für 2013 nun 0,1% Wachstum, nachdem sie im Mai noch 1% prognostiziert habe. Außerdem habe sie ihre Prognose für Europas größte Volkswirtschaft, Deutschland, für 2013 von 1,7% auf 0,8% gesenkt. Die gesenkten Wachstumsprognosen würden andeuten, dass das Ziel, die nationalen Haushaltsdefizite in der Eurozone in 2013 auf 3% zu reduzieren, von den meisten südeuropäischen Ländern und Frankreich verfehlt werden dürfte. Dies werde zu einer längeren Niedrigzinsphase in der Eurozone und möglicherweise sogar zu einer weiteren Zinssenkung durch die EZB im Dezember führen.

Der Ausgang der US-Wahl sei knapp, aber weniger knapp gewesen als erwartet. Barack Obama sei zwar als Präsident wiedergewählt worden, doch das Regieren werde auch nicht einfacher werden als bislang, denn die Demokraten würden ihre Senatsmehrheit behalten und die Republikaner würden nach wie vor das Repräsentantenhaus kontrollieren. Trotzdem haben die Analysten der Nordea Bank S.A. wenig Zweifel, dass die Demokraten und die Republikaner letztlich einen Kompromiss erzielen werden, um die "fiskalische Klippe" zu umgehen, und dazu den Zeitpunkt, ab dem die automatischen Ausgabenkürzungen greifen werden, bis ins Jahr 2013 aufschieben.

In Anleihen sind die Analysten der Nordea Bank S.A. sowohl bei der Vermögensaufteilung als auch bei der Duration untergewichtet und in Aktien übergewichtet. Was die einzelnen Regionen betreffe, hätten die Analysten die Schwellenmärkte und Europa (ohne Vereinigtes Königreich) übergewichtet sowie das Vereinigte Königreich und die USA untergewichtet, während sie Japan neutral beurteilen würden. Was die Währungen betreffe, würden sie den US-Dollar positiv beurteilen und an dessen leichter Übergewichtung festhalten. (Ausgabe November 2012) (14.11.2012/ac/a/m)