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EU verstärkt Hilfe an verschuldete Staaten, Mängel bleiben
26.07.11 12:02
Vontobel Asset Management
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Europäische Union hat sich zu weiteren Unterstützungsmaßnahmen für verschuldete Länder entschlossen, nachdem jüngst auch die Staatsanleihen von Spanien und Italien unter Druck gekommen sind, so die Experten von Vontobel Asset Management.
Die Maßnahmen würden die Märkte beruhigen, aber hinter dem zurückbleiben, was den Grundstein einer Fiskalunion darstellen würde. Solche Schritte wären die Ausgabe von Euro-Bonds, gemeinsame Steuern oder ein Finanzausgleich.
Griechenland erhalte ein neues Hilfspaket, zu dem auch der private Sektor einen Beitrag leiste. Private Halter griechischer Anleihen sollten ihre Papiere gegen Obligationen mit AAA-Rating tauschen, die über eine Garantie des europäischen Rettungsfonds EFSF verfügen würden. Die Obligationäre würden dabei auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Für den neuen Kredit müsse Griechenland zudem nur noch einen Zins von rund 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Jahren zahlen. Auch Irland und Portugal würden in den Genuss dieser großzügigen Bedingungen kommen.
Der EFSF erhalte zudem neue Kompetenzen, um die Ansteckung weiterer Länder zu verhindern. Der Rettungsfonds könne nun ausstehende Staatsobligationen aufkaufen und Liquiditätshilfen an Länder, die noch keine Notkredite in Anspruch genommen hätten - gegenwärtig zum Beispiel Spanien und Italien - gewähren. Er könne auch Banken, die in Schwierigkeiten seien, mit Kapitalspritzen unterstützen.
Die Beschlüsse des EU-Gipfels hätten die Märkte vorerst beruhigt. Die Finanzierung Griechenlands sei damit auf mehrere Jahre gesichert. Die Schuldenlast des Landes reduziere sich zudem merklich, was die Erfolgsaussichten der Sparprogramme verbessere. Auch für Irland und Portugal werde die Belastung kleiner. Positiv zu werten sei auch, dass die EU die Problematik der Ansteckung weiterer Länder angehe.
Ein Mangel sei allerdings, dass der Kreditrahmen des EFSF trotz zusätzlicher Aufgaben nicht aufgestockt werde. Die Märkte könnten diesen schwachen Punkt angreifen. Vontobel rechne allerdings damit, dass die EU die Mittel des EFSF aufstocken könnte.
Insgesamt halte Vontobel am Hauptszenario des "Muddling through" oder "Durchwurstelns" fest, seien die jüngsten Beschlüsse doch unter dem Druck der Märkte erfolgt.
Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen der "sicheren Häfen" Deutschland und Schweiz würden nach den Beschlüssen vorerst steigen und der Franken werde sich etwas abschwächen. Die Aktienmärkte dürften sich im Zuge einer abnehmenden Risikoscheu der Investoren erholen. Mit den neuen Entscheidungen werde die Euro-Finanzkrise aber nicht gelöst. Die Anlagepolitik von Vontobel bleibe unverändert. (26.07.2011/ac/a/m)
Die Maßnahmen würden die Märkte beruhigen, aber hinter dem zurückbleiben, was den Grundstein einer Fiskalunion darstellen würde. Solche Schritte wären die Ausgabe von Euro-Bonds, gemeinsame Steuern oder ein Finanzausgleich.
Griechenland erhalte ein neues Hilfspaket, zu dem auch der private Sektor einen Beitrag leiste. Private Halter griechischer Anleihen sollten ihre Papiere gegen Obligationen mit AAA-Rating tauschen, die über eine Garantie des europäischen Rettungsfonds EFSF verfügen würden. Die Obligationäre würden dabei auf 21 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Für den neuen Kredit müsse Griechenland zudem nur noch einen Zins von rund 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 15 Jahren zahlen. Auch Irland und Portugal würden in den Genuss dieser großzügigen Bedingungen kommen.
Die Beschlüsse des EU-Gipfels hätten die Märkte vorerst beruhigt. Die Finanzierung Griechenlands sei damit auf mehrere Jahre gesichert. Die Schuldenlast des Landes reduziere sich zudem merklich, was die Erfolgsaussichten der Sparprogramme verbessere. Auch für Irland und Portugal werde die Belastung kleiner. Positiv zu werten sei auch, dass die EU die Problematik der Ansteckung weiterer Länder angehe.
Ein Mangel sei allerdings, dass der Kreditrahmen des EFSF trotz zusätzlicher Aufgaben nicht aufgestockt werde. Die Märkte könnten diesen schwachen Punkt angreifen. Vontobel rechne allerdings damit, dass die EU die Mittel des EFSF aufstocken könnte.
Insgesamt halte Vontobel am Hauptszenario des "Muddling through" oder "Durchwurstelns" fest, seien die jüngsten Beschlüsse doch unter dem Druck der Märkte erfolgt.
Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen der "sicheren Häfen" Deutschland und Schweiz würden nach den Beschlüssen vorerst steigen und der Franken werde sich etwas abschwächen. Die Aktienmärkte dürften sich im Zuge einer abnehmenden Risikoscheu der Investoren erholen. Mit den neuen Entscheidungen werde die Euro-Finanzkrise aber nicht gelöst. Die Anlagepolitik von Vontobel bleibe unverändert. (26.07.2011/ac/a/m)


