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Edelmetalle Ruhe vor dem Sturm?
04.05.12 08:06
LB Baden-Württemberg
Stuttgart (www.aktiencheck.de) - Der Goldpreis setzte in den letzten Tagen seinen nun schon seit ungefähr zwei Monaten bestehenden Seitwärtstrend in der engen Handelsspanne zwischen 1.680 und 1.620 USD fort, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.
Im Chart mache sich dies durch eine Annäherung der bislang weit aufgefächerten gleitenden Durchschnitte (hier: 200-, 90- und 30-Tage-Linie) bemerkbar. Eine simple aber durchaus immer wieder zutreffende Daumenregel von Börsianern besage, dass einer solchen Phase ein impulsiver Ausbruch in die eine oder andere Richtung folge. Ein Grund hierfür könnte die Abkehr spekulativer Marktteilnehmer sein, die zunächst für eine gewisse Beruhigung sorge, aber gleichzeitig den Boden für starke Ausschläge bei deren Rückkehr bereite. Offen bleibe die Frage, in welche Richtung der Ausbruch aus der Handelsspanne erfolge.
Werde die fundamentale Entwicklung der letzten Monate in die Zukunft projiziert, dann würden mehrere Argumente eine Verbilligung des Edelmetalls andeuten. Die Investmentnachfrage als ein Haupttreiber der Goldhausse sei seit Ende 2011 ausgesprochen schwach. Dies betreffe insbesondere physisch besicherte Wertpapiere, wobei hierzulande auch Barren und Münzen weniger gefragt gewesen seien. Und der Schmuckabsatz als zweiter wichtiger Säule des Goldmarktes schwächle insbesondere in Indien, wo die Rupienabwertung das Edelmetall teuer mache, die Konjunktur nicht mehr rund laufe und sich die Juweliere obendrein noch Streiks in einer Auseinandersetzung um ihre Besteuerung leisten würden. Dass die Goldnotierungen trotz der sich gleichzeitig auf hohem Niveau befindlichen Förderung nicht weiter zurückgegangen seien, könnte an verdeckten Käufen von Notenbanken, beispielsweise der chinesischen liegen.
Nach mehreren Monaten relativer Ruhe an der Staatsschuldenfront mache sich nun jedoch wieder vermehrt der politische Rahmen bemerkbar, der für einen Ausbruch des Goldes nach oben sorgen könnte. Gewinne am Wochenende der Sozialist Hollande die französische Präsidentschaftswahl, dann könnte dies nach Ansicht der Finanzmärkte ein Aufweichen der Konsolidierungsbemühungen in der Eurozone bedeuten. Noch bedeutender wäre ein gutes Abschneiden anti-europäischer Kräfte bei der griechischen Parlamentswahl. Würde ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wahrscheinlicher werden, dann würden die anderen mit Problemen kämpfenden Staaten wieder mehr in den Fokus rücken.
In eine andere Richtung würden dagegen die Ansichten einiger Marktteilnehmer im Vorfeld der heute Nachmittag anstehenden Veröffentlichung von US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten hindeuten. Würden diese schlechter als erwartet ausfallen, dann könnte sich Notenbankchef Bernanke zu einer erneuten Runde der geldpolitischen Lockerung entschließen. Das Gelddrucken solle der Schaffung neuer Jobs dienen. Da dies jedoch gleichzeitig als Gefahr für die langfristige Stabilität des Geldwertes angesehen werde, könnte Gold wie schon in den ersten zwei Runden deutlich profitieren. Damals sei allerdings weniger die direkte Nachfrage von Privatanlegern gestiegen, sondern eher das spekulative Interesse großer Adressen.
Insofern zeige die Diskussion, dass sich viele Spekulanten schon zu den Startplätzen begeben hätten. Ein gemischter Arbeitsmarktbericht und moderate Wahlergebnisse würden dagegen kaum große Bewegungen auslösen und die Seitwärtsbewegung des Goldpreises werde dann wahrscheinlich noch länger andauern. (04.05.2012/ac/a/m)
Im Chart mache sich dies durch eine Annäherung der bislang weit aufgefächerten gleitenden Durchschnitte (hier: 200-, 90- und 30-Tage-Linie) bemerkbar. Eine simple aber durchaus immer wieder zutreffende Daumenregel von Börsianern besage, dass einer solchen Phase ein impulsiver Ausbruch in die eine oder andere Richtung folge. Ein Grund hierfür könnte die Abkehr spekulativer Marktteilnehmer sein, die zunächst für eine gewisse Beruhigung sorge, aber gleichzeitig den Boden für starke Ausschläge bei deren Rückkehr bereite. Offen bleibe die Frage, in welche Richtung der Ausbruch aus der Handelsspanne erfolge.
Nach mehreren Monaten relativer Ruhe an der Staatsschuldenfront mache sich nun jedoch wieder vermehrt der politische Rahmen bemerkbar, der für einen Ausbruch des Goldes nach oben sorgen könnte. Gewinne am Wochenende der Sozialist Hollande die französische Präsidentschaftswahl, dann könnte dies nach Ansicht der Finanzmärkte ein Aufweichen der Konsolidierungsbemühungen in der Eurozone bedeuten. Noch bedeutender wäre ein gutes Abschneiden anti-europäischer Kräfte bei der griechischen Parlamentswahl. Würde ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone wahrscheinlicher werden, dann würden die anderen mit Problemen kämpfenden Staaten wieder mehr in den Fokus rücken.
In eine andere Richtung würden dagegen die Ansichten einiger Marktteilnehmer im Vorfeld der heute Nachmittag anstehenden Veröffentlichung von US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten hindeuten. Würden diese schlechter als erwartet ausfallen, dann könnte sich Notenbankchef Bernanke zu einer erneuten Runde der geldpolitischen Lockerung entschließen. Das Gelddrucken solle der Schaffung neuer Jobs dienen. Da dies jedoch gleichzeitig als Gefahr für die langfristige Stabilität des Geldwertes angesehen werde, könnte Gold wie schon in den ersten zwei Runden deutlich profitieren. Damals sei allerdings weniger die direkte Nachfrage von Privatanlegern gestiegen, sondern eher das spekulative Interesse großer Adressen.
Insofern zeige die Diskussion, dass sich viele Spekulanten schon zu den Startplätzen begeben hätten. Ein gemischter Arbeitsmarktbericht und moderate Wahlergebnisse würden dagegen kaum große Bewegungen auslösen und die Seitwärtsbewegung des Goldpreises werde dann wahrscheinlich noch länger andauern. (04.05.2012/ac/a/m)
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| XC0009655157 | 965515 | 5.594 $ | 3.124 $ | |
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