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Emerging Markets bleiben handlungsfähig
08.10.07 11:54
cominvest
Haar (aktiencheck.de AG) - Die jüngsten Entwicklungen in der Türkei, Mexiko und Indien unterstreichen die Einschätzung, dass die Emerging Markets durchaus Möglichkeiten haben, der dämpfenden Wirkung einer schwächeren globalen Konjunkturdynamik entgegenzuwirken, so die Analysten von cominvest.
Die türkische Notenbank habe mit ihrer mutigen Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 17,25% am 13. September - d.h. noch vor der Zinssenkung der FED und trotz Preisgefahren - unterstrichen, dass sie der bereits begonnenen Abschwächung der Binnenkonjunktur ein höheres Gewicht als den kurzfristigen Inflationsrisiken beimesse. Diese geldpolitische Strategie sollte aufgehen, wenn sie durch finanzpolitische Entscheidungen untermauert werde, die das Vertrauen der Investoren in die Reformorientierung der im Juli bestätigten AKP-Regierung bekräftigen würden. Deshalb würden in den nächsten Wochen die Verhandlungen mit dem IWF besondere Beachtung finden.
In Mexiko sei kürzlich durch die Verabschiedung der Steuer- und Finanzreform unterstrichen worden, dass auch in einer sehr schwierigen politischen Konstellation Fortschritte möglich seien. Präsident Calderon habe mit seinem zweiten Reformerfolg bestätigt, dass der sechs Jahre lang andauernde politische Stillstand zwischen dem oppositionsbestimmten Unterhaus und dem Senat erfolgreich durchbrochen worden sei.
Die beschlossenen steuer- und finanzpolitischen Änderungen hätten zwar eine geringere Einnahmewirkung für den mexikanischen Staat als erwartet, aber die Abhängigkeit von den Einnahmen der staatlichen Ölgesellschaft Pemex werde reduziert. Gleichzeitig ermögliche die steuerliche Entlastung der Ölgesellschaft die Umsetzung dringend notwendiger Investitionen. Andernfalls könnte die Produktion in den kommenden Jahren kaum auf dem aktuellen Niveau gehalten werden. Darüber hinaus sollten die Mehreinnahmen vor allem für Investitionen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur genutzt werden. Wenn dieser Plan effizient umgesetzt werde, so dass sich die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern würden, sollten die Unternehmen auch die etwas höhere Steuerbelastung verkraften.
In Indien zeichne sich ab, dass die Zinssenkungserwartungen stärker würden, nicht zuletzt aufgrund der Vorgabe aus den USA. Eine Umfrage habe kürzlich ergeben, dass ein Großteil der befragten Unternehmer mit einer Lockerung der Geldpolitik bereits in den kommenden Monaten rechne und daher trotz der leichten Abschwächung der Konjunktur zusätzliche Impulse für die Investitionstätigkeit erwarte. Diese solide konjunkturelle Basis sei vermutlich der Grund dafür, dass politische Risiken an den indischen Aktienmärkten weiterhin eine eher untergeordnete Rolle spielen würden, obgleich sich die politische Lage eher weiter eingetrübt habe. Alles in allem verdeutliche diese Sichtweise eine positive Grundstimmung der Investoren. (08.10.2007/ac/a/m)
Die türkische Notenbank habe mit ihrer mutigen Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 17,25% am 13. September - d.h. noch vor der Zinssenkung der FED und trotz Preisgefahren - unterstrichen, dass sie der bereits begonnenen Abschwächung der Binnenkonjunktur ein höheres Gewicht als den kurzfristigen Inflationsrisiken beimesse. Diese geldpolitische Strategie sollte aufgehen, wenn sie durch finanzpolitische Entscheidungen untermauert werde, die das Vertrauen der Investoren in die Reformorientierung der im Juli bestätigten AKP-Regierung bekräftigen würden. Deshalb würden in den nächsten Wochen die Verhandlungen mit dem IWF besondere Beachtung finden.
Die beschlossenen steuer- und finanzpolitischen Änderungen hätten zwar eine geringere Einnahmewirkung für den mexikanischen Staat als erwartet, aber die Abhängigkeit von den Einnahmen der staatlichen Ölgesellschaft Pemex werde reduziert. Gleichzeitig ermögliche die steuerliche Entlastung der Ölgesellschaft die Umsetzung dringend notwendiger Investitionen. Andernfalls könnte die Produktion in den kommenden Jahren kaum auf dem aktuellen Niveau gehalten werden. Darüber hinaus sollten die Mehreinnahmen vor allem für Investitionen in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur genutzt werden. Wenn dieser Plan effizient umgesetzt werde, so dass sich die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern würden, sollten die Unternehmen auch die etwas höhere Steuerbelastung verkraften.
In Indien zeichne sich ab, dass die Zinssenkungserwartungen stärker würden, nicht zuletzt aufgrund der Vorgabe aus den USA. Eine Umfrage habe kürzlich ergeben, dass ein Großteil der befragten Unternehmer mit einer Lockerung der Geldpolitik bereits in den kommenden Monaten rechne und daher trotz der leichten Abschwächung der Konjunktur zusätzliche Impulse für die Investitionstätigkeit erwarte. Diese solide konjunkturelle Basis sei vermutlich der Grund dafür, dass politische Risiken an den indischen Aktienmärkten weiterhin eine eher untergeordnete Rolle spielen würden, obgleich sich die politische Lage eher weiter eingetrübt habe. Alles in allem verdeutliche diese Sichtweise eine positive Grundstimmung der Investoren. (08.10.2007/ac/a/m)


