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Emerging Markets dürften gut positioniert bleiben


21.07.08 12:58
Robeco Asset Management

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Weil die Inflation weltweit steigt, beginnen sich immer mehr Anleger Sorgen zu machen über die Folgen für die Finanzmärkte, so die Experten von Robeco Asset Management.

Die Experten würden sich fragen, ob die Emerging Markets weniger attraktiv würden, weil die Inflation in den Schwellenländern höher sei als in den entwickelten Ländern. In seinem aktuellen Kommentar weise Jaap van der Hart darauf hin, dass Inflation nicht notwendigerweise negativ für Aktien sei. Die Folgen der Inflation für die Aktienmärkte würden bestimmt durch die jeweiligen Preiswechsel sowie durch die Auswirkung der höheren Inflation auf die Geldpolitik und andere staatliche Maßnahmen. Im aktuellen globalen Umfeld glaube van der Hart, dass Emerging Markets weiterhin gut positioniert bleiben würden, selbst in einer Umgebung mit höherer Inflation.

Der Hauptgrund für den aktuellen Anstieg der Inflation seien die steigenden Nahrungsmittel- und Energiepreise. Ein weiterer Aspekt für die hohe Inflation in den Emerging Markets sei die Strategie einiger Staaten, ihre Währungen niedrig zu halten - unterbewertete Wechselraten -, obwohl das Land einen sehr großen Leistungsbilanzüberschuss aufweise.

Da die meisten Schwellenländer weder große Importeure noch Exporteure von Nahrungsmittel seien, sei die Auswirkung auf die aktuelle Bewertung gering. Bei der Energie hingegen gebe es klare Gewinner und klare Verlierer unter den Ländern. Verglichen mit den entwickelten Ländern seien die Emerging Markets aber gut positioniert, weil der Energiesektor ein größerer Teil des Gesamtmarkts sei.

Die zweite Ursache für die hohe Inflation seien die unterbewerten Wechselraten in Ländern mit einem großen Leistungsbilanzüberschuss. Die hohe Inflation der Inlandspreise sei genau genommen sogar gut für die Emerging Markets. Denn tatsächlich führe dies zur wahren Bewertung der Währung, und das sei gut für die inländisch orientierten Unternehmen, die ihre Verkaufspreise anheben könnten.

Einige Schwellenländer hätten ihre Zinssätze erhöht und würden weitere Zinserhöhungen oder andere Formen der Geldverknappung erwarten. Dies könnte tatsächlich negativ für die Aktienmärkte sein, da es das Wachstum bremsen würde. Allerdings würden die Experten von Robeco Asset Management aufgrund der Produktivitätsfortschritte und der hohen Kapitalanlagen nach wie vor erwarten, dass die Emerging Markets weiterhin dynamisch wachsen würden und zwar über den Wachstumsraten der entwickelten Märkte.

Eine weitere Folge der hohen Inflation sei die Zunahme von Preiskontrollen, wie sie manche Schwellenländer bereits praktizieren würden, meistens im Bereich Kraftstoffe. Dies schade der Profitabilität von verschiedenen Sektoren und entwickle sich zu einem steigenden Kostenfaktor für manche Regierungen.

Trotz der Inflation würden die Experten ihre positive Sicht bezüglich der makroökonomischen Situation für die Emerging Markets beibehalten. Steigende Zinssätze würden ein negativer Faktor sein, aber die Emerging Markets hätten heutzutage relativ niedrige Verschuldungsgrade. Ansonsten seien die Emerging Markets gut geschützt vor der steigenden Inflation und zwar aufgrund der starken Gewichtung der Energieunternehmen in den Emerging Markets Benchmarks und sich entwickelnden relativen Preisen für die Emerging Markets.

Der große Leistungsbilanzüberschuss einiger Schwellenländer gestatte steigende Inlandspreise und angemessen bewertete Währungen. Risiken würden bleiben - aber nach Ansicht der Experten sei es meist das politische Risiko, das unterschätzt werde, während die wirtschaftlichen Risiken für die Emerging Markets geringer seien als für die entwickelten Länder. (21.07.2008/fc/a/m)