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Emerging Markets sollten wieder beobachtet werden
15.10.15 16:56
Danske Invest
Kopenhagen (www.fondscheck.de) - Im Juli hatten wir dafür plädiert, die Anlagen in den Emerging Markets zu verringern, so Bo Bejstrup Christensen, Chefanalytiker bei Danske Invest.
Der Grund sei einerseits gewesen, dass die Experten mit abnehmendem Wachstum in China gerechnet hätten und andererseits mit der bevorstehende Zinserhöhung in den USA. Anfangs seien die Kurse der Emerging Markets dann auch stärker als z.B. die der USA oder Europas gefallen. Im August jedoch seien die Kurse weltweit gefallen. Wie kürzlich mitgeteilt, hätten die Experten nun die ersten Schritte zu einer insgesamt höheren Gewichtung von Aktien eingeleitet. Damit seien die Experten auch wieder in die Emerging Markets gegangen. Warum?
Die Unruhe im August sei dadurch verstärkt worden, dass China seine Währung abgewertet habe. Hinzu seien dann enttäuschende Kennzahlen aus der Volksrepublik gekommen, wobei in der letzten Zeit auch die amerikanischen Kennzahlen schwach gewesen seien. Allgemein herrsche der Eindruck, dass sich Chinas Wachstum weiter verringert habe. Nach Einschätzung der Experten sei der Pessimismus in Bezug auf China jetzt so groß, dass man beinahe von einer Panik sprechen könne.
Ein konkretes Beispiel hierfür sei, dass die chinesischen Aktien an der Börse in Hongkong im letzten Monat zu einem Kurs/Buchwert-Verhältnis gehandelt worden seien, der schon fast den Tiefststand nach der Finanzkrise 2009 erreicht habe. Dies signalisiere deutlich, dass der Markt für China schon mit dem Schlimmsten rechne. Doch dies entspreche nicht den Erwartungen der Experten. Die Experten würden nämlich meinen, dass die Stabilisierung des chinesischen Immobilienmarktes und die Bemühungen der Regierung, unter anderem die Finanzpolitik zu lockern, das Wachstum im Laufe des vierten Quartals und bis 2016 hinein wieder stabilisieren würden.
Wenn die Experten damit Recht behalten würden, dann bedeute dies nicht nur Stabilität für die chinesischen Finanzmärkte, sondern beispielsweise auch für die Rohstoffpreise. Davon könnten die übrigen Schwellenländer profitieren.
Es könne nach Meinung der Experten sehr gut sein, dass die US-Notenbank mit der Zinserhöhung noch bis 2016 warte, obgleich die Experten derzeit noch davon ausgehen würden, dass sie bereits im Dezember stattfinde. Im Gegensatz zu frühen Einschätzungen möchten die Experten betonen, dass sie die Zinserhöhung nicht mehr als eine große Bedrohung für die Aktienkurse wahrnehmen würden.
Das Wachstum sei in den USA tatsächlich gefallen. Entsprechend der Einschätzung der Experten sei es von über 3 Prozent auf etwa 1,5 Prozent gesunken. Dies liege einerseits an den erneut fallenden Ölpreisen und andererseits daran, dass die Industrie statt zu produzieren, ihre Lager räume, um sich Liquidität zu verschaffen.
Wenn die Experten damit Recht behalten würden, dass die Unruhe der Finanzmärkte keinen erheblichen Einfluss auf das Bankensystem haben werde, sollte das Wirtschaftswachstum der USA wieder zunehmen.
Ein steigendes Wachstum in den USA eröffne normalerweise auch gute Aussichten für die globalen Aktien. Denn hierdurch werde der internationale Handel angekurbelt und dies wiederum ermögliche es der US-Notenbank, die Zinsen zu erhöhen. Weil die FED die Zinsen dann aus realen Gründen erhöhe - sprich aufgrund eines soliden Wachstums, sollte diese Zinserhöhung für die Schwellenländer nicht so problematisch sein, als wenn die FED die Zinsen erhöht hätte, während das Wachstum in China gefallen sei und in den USA nur mäßig gewesen sei.
Die Währungen der Emerging Markets seien lange das Sorgenkind der Experten gewesen, da die Experten sie als Ventil für den Druck, der sich in mehreren Ländern aufgestaut habe, angesehen hätten. Eine relativ starke inländische Nachfrage aufgrund lockerer Geldpolitik zusammen mit schwachem Export habe für mehrere Länder ein Handelsdefizit bedeutet. Und da man nicht zu einer Straffung der Finanzpolitik bereit gewesen sei, die die inländische Nachfrage und somit die Importe gebremst hätten, seien die Währungen zum Druckventil geworden, das die Importe verteuert und so die Handelsdefizite verringert habe.
Gleichzeitig seien mehrere Länder von fallenden Rohstoffpreisen betroffen gewesen, was zu einer Rezession geführt habe, die ihrerseits die Importe verringert habe. Als Ergebnis seien die Handelsbilanzen heute sehr viel ausgewogener als noch vor wenigen Jahren. Insgesamt bedeute dies auch, dass die Währungen nicht mehr so stark unter Druck stünden, wenngleich der Druck noch nicht ganz verschwunden sei.
Wenn die Experten nun diese drei Faktoren zusammennehmen würden - besseres Wirtschaftswachstum in China, Zinserhöhungen in den USA vor dem Hintergrund eines steigenden Wachstums sowie weniger Druck auf die Währungen - so spreche dies nach Meinung der Experten für ein neutrales Aktienexposee in Emerging Markets. Da die Experten nun insgesamt für die globalen Risikoanlagen optimistisch gestimmt seien, würden die Experten meinen, dass die Schwellenländer aktuell das Schlimmste überstanden hätten.
Die naheliegende Frage sei somit: Warum die Emerging Markets nicht noch stärker gewichten würden? Drei Punkte würden die Experten dazu bewegen, weiterhin vorsichtig zu investieren:
Erstens seien die Experten weiterhin skeptisch hinsichtlich der langfristigen Aussichten für China. Obgleich derzeit kein Kollaps anstehe, würden die stagnierende Bautätigkeit und das Bankensystem, das praktisch der verlängerte Arm des Staates sei, weiterhin große Probleme für China darstellen. Diese würden das Wirtschaftswachstum in China bremsen, das somit nicht wie früher zum internationalen Wachstum, z. B. durch Rohstoffnachfrage, beitrage.
Dies mache die Experten zweitens weniger optimistisch für die Entwicklung der weltweiten Rohstoffpreise und damit der Entwicklung vieler Schwellenländer. Und drittens würden die Aktien der Emerging Markets zwar insgesamt gesehen relativ günstig zu sein scheinen, aber es gebe große Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen. Man könnte beispielsweise Aktien der chinesischen Bank zu sehr niedrigen Kursen kaufen, doch sei dies gerade ein Bereich, dessen langfristige Perspektiven die Experten eher skeptisch beurteilen würden.
Hingegen gebe es leider weiterhin die Tendenz, die Preise für einzelne erfolgreiche Unternehmen, wie chinesische Internetunternehmen oder indische Konsumgüterhersteller, relativ hoch anzusetzen. Es gebe zweifellos noch Nischen für gute und attraktive Investitionsmöglichkeiten in den Schwellenländern, doch insgesamt gesehen sei dieser Markt nach Meinung der Experten keineswegs so günstig, wie er erscheinen möge.
Was wäre nötig, um die Haltung der Experten zu revidieren und wieder mehr in die Emerging Markets zu investieren? Hierzu müsste sich erst einmal die positive Prognose der Experten zu China bestätigen. Dann müsste die Unsicherheit bezüglich des Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern abnehmen. Und gleichzeitig müsste das Wachstum in den USA zunehmen, sodass die Zinserhöhung der FED in den Aktienpreisen berücksichtigt wäre. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt würden, könnten sich auch noch bessere Aussichten für die Emerging Markets ergeben.
Hier und heute möchten die Experten jedoch lediglich betonen, dass ihrer Meinung nach viele Leute in Panik geraten seien. Diese Panik sei ihrer Ansicht nach unberechtigt. Die Aussichten für die Emerging Markets seien heute seit langem besser denn je. Als Anleger können wir somit behutsam unsere Bestände erhöhen und genau dies haben wir auch gemacht, so die Experten von Danske Invest. (15.10.2015/fc/a/m)
Der Grund sei einerseits gewesen, dass die Experten mit abnehmendem Wachstum in China gerechnet hätten und andererseits mit der bevorstehende Zinserhöhung in den USA. Anfangs seien die Kurse der Emerging Markets dann auch stärker als z.B. die der USA oder Europas gefallen. Im August jedoch seien die Kurse weltweit gefallen. Wie kürzlich mitgeteilt, hätten die Experten nun die ersten Schritte zu einer insgesamt höheren Gewichtung von Aktien eingeleitet. Damit seien die Experten auch wieder in die Emerging Markets gegangen. Warum?
Die Unruhe im August sei dadurch verstärkt worden, dass China seine Währung abgewertet habe. Hinzu seien dann enttäuschende Kennzahlen aus der Volksrepublik gekommen, wobei in der letzten Zeit auch die amerikanischen Kennzahlen schwach gewesen seien. Allgemein herrsche der Eindruck, dass sich Chinas Wachstum weiter verringert habe. Nach Einschätzung der Experten sei der Pessimismus in Bezug auf China jetzt so groß, dass man beinahe von einer Panik sprechen könne.
Ein konkretes Beispiel hierfür sei, dass die chinesischen Aktien an der Börse in Hongkong im letzten Monat zu einem Kurs/Buchwert-Verhältnis gehandelt worden seien, der schon fast den Tiefststand nach der Finanzkrise 2009 erreicht habe. Dies signalisiere deutlich, dass der Markt für China schon mit dem Schlimmsten rechne. Doch dies entspreche nicht den Erwartungen der Experten. Die Experten würden nämlich meinen, dass die Stabilisierung des chinesischen Immobilienmarktes und die Bemühungen der Regierung, unter anderem die Finanzpolitik zu lockern, das Wachstum im Laufe des vierten Quartals und bis 2016 hinein wieder stabilisieren würden.
Wenn die Experten damit Recht behalten würden, dann bedeute dies nicht nur Stabilität für die chinesischen Finanzmärkte, sondern beispielsweise auch für die Rohstoffpreise. Davon könnten die übrigen Schwellenländer profitieren.
Es könne nach Meinung der Experten sehr gut sein, dass die US-Notenbank mit der Zinserhöhung noch bis 2016 warte, obgleich die Experten derzeit noch davon ausgehen würden, dass sie bereits im Dezember stattfinde. Im Gegensatz zu frühen Einschätzungen möchten die Experten betonen, dass sie die Zinserhöhung nicht mehr als eine große Bedrohung für die Aktienkurse wahrnehmen würden.
Das Wachstum sei in den USA tatsächlich gefallen. Entsprechend der Einschätzung der Experten sei es von über 3 Prozent auf etwa 1,5 Prozent gesunken. Dies liege einerseits an den erneut fallenden Ölpreisen und andererseits daran, dass die Industrie statt zu produzieren, ihre Lager räume, um sich Liquidität zu verschaffen.
Wenn die Experten damit Recht behalten würden, dass die Unruhe der Finanzmärkte keinen erheblichen Einfluss auf das Bankensystem haben werde, sollte das Wirtschaftswachstum der USA wieder zunehmen.
Die Währungen der Emerging Markets seien lange das Sorgenkind der Experten gewesen, da die Experten sie als Ventil für den Druck, der sich in mehreren Ländern aufgestaut habe, angesehen hätten. Eine relativ starke inländische Nachfrage aufgrund lockerer Geldpolitik zusammen mit schwachem Export habe für mehrere Länder ein Handelsdefizit bedeutet. Und da man nicht zu einer Straffung der Finanzpolitik bereit gewesen sei, die die inländische Nachfrage und somit die Importe gebremst hätten, seien die Währungen zum Druckventil geworden, das die Importe verteuert und so die Handelsdefizite verringert habe.
Gleichzeitig seien mehrere Länder von fallenden Rohstoffpreisen betroffen gewesen, was zu einer Rezession geführt habe, die ihrerseits die Importe verringert habe. Als Ergebnis seien die Handelsbilanzen heute sehr viel ausgewogener als noch vor wenigen Jahren. Insgesamt bedeute dies auch, dass die Währungen nicht mehr so stark unter Druck stünden, wenngleich der Druck noch nicht ganz verschwunden sei.
Wenn die Experten nun diese drei Faktoren zusammennehmen würden - besseres Wirtschaftswachstum in China, Zinserhöhungen in den USA vor dem Hintergrund eines steigenden Wachstums sowie weniger Druck auf die Währungen - so spreche dies nach Meinung der Experten für ein neutrales Aktienexposee in Emerging Markets. Da die Experten nun insgesamt für die globalen Risikoanlagen optimistisch gestimmt seien, würden die Experten meinen, dass die Schwellenländer aktuell das Schlimmste überstanden hätten.
Die naheliegende Frage sei somit: Warum die Emerging Markets nicht noch stärker gewichten würden? Drei Punkte würden die Experten dazu bewegen, weiterhin vorsichtig zu investieren:
Erstens seien die Experten weiterhin skeptisch hinsichtlich der langfristigen Aussichten für China. Obgleich derzeit kein Kollaps anstehe, würden die stagnierende Bautätigkeit und das Bankensystem, das praktisch der verlängerte Arm des Staates sei, weiterhin große Probleme für China darstellen. Diese würden das Wirtschaftswachstum in China bremsen, das somit nicht wie früher zum internationalen Wachstum, z. B. durch Rohstoffnachfrage, beitrage.
Dies mache die Experten zweitens weniger optimistisch für die Entwicklung der weltweiten Rohstoffpreise und damit der Entwicklung vieler Schwellenländer. Und drittens würden die Aktien der Emerging Markets zwar insgesamt gesehen relativ günstig zu sein scheinen, aber es gebe große Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen. Man könnte beispielsweise Aktien der chinesischen Bank zu sehr niedrigen Kursen kaufen, doch sei dies gerade ein Bereich, dessen langfristige Perspektiven die Experten eher skeptisch beurteilen würden.
Hingegen gebe es leider weiterhin die Tendenz, die Preise für einzelne erfolgreiche Unternehmen, wie chinesische Internetunternehmen oder indische Konsumgüterhersteller, relativ hoch anzusetzen. Es gebe zweifellos noch Nischen für gute und attraktive Investitionsmöglichkeiten in den Schwellenländern, doch insgesamt gesehen sei dieser Markt nach Meinung der Experten keineswegs so günstig, wie er erscheinen möge.
Was wäre nötig, um die Haltung der Experten zu revidieren und wieder mehr in die Emerging Markets zu investieren? Hierzu müsste sich erst einmal die positive Prognose der Experten zu China bestätigen. Dann müsste die Unsicherheit bezüglich des Wirtschaftswachstums in den Schwellenländern abnehmen. Und gleichzeitig müsste das Wachstum in den USA zunehmen, sodass die Zinserhöhung der FED in den Aktienpreisen berücksichtigt wäre. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt würden, könnten sich auch noch bessere Aussichten für die Emerging Markets ergeben.
Hier und heute möchten die Experten jedoch lediglich betonen, dass ihrer Meinung nach viele Leute in Panik geraten seien. Diese Panik sei ihrer Ansicht nach unberechtigt. Die Aussichten für die Emerging Markets seien heute seit langem besser denn je. Als Anleger können wir somit behutsam unsere Bestände erhöhen und genau dies haben wir auch gemacht, so die Experten von Danske Invest. (15.10.2015/fc/a/m)


