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Entscheidungen von hoher Tragweite im September
05.09.12 11:10
Swisscanto
Zürich (www.aktiencheck.de) - Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), hat mit seinem starken Bekenntnis zum Euro die Handlungsbereitschaft avisiert, auf welche die Märkte seit langem gewartet hatten, so die Experten von Swisscanto.
Sowohl die internationalen Aktienmärkte als auch die Kapitalmärkte der Peripherie hätten positiv reagiert. Im traditionell schwierigen Börsenmonat September sei vonseiten der Politik mit Überraschungen zu rechnen, deren Auswirkungen auf die Märkte schwer kalkulierbar seien. Die Positionierung der Experten bleibe weitgehend neutral.
Der schnelle Wechsel zwischen Risikobereitschaft und -aversion ("risk on - risk off") habe sich an den Märkten auch im vergangenen Monat fortgesetzt. Die Risikoprämien für spanische und italienische Bonds hätten kräftig nachgegeben, nachdem Mario Draghi erklärt habe: "Wir werden tun, was immer notwendig ist, um den Euro zu retten." Da laut Draghi die Risikoprämien für Staatsanleihen der Peripherie ungerechtfertigt hoch seien, plane die EZB eine Zinsobergrenze, die mit Käufen von Staatsanleihen durch die EZB verteidigt werden solle. Im September würden Details zu diesen geplanten Ankäufen veröffentlicht werden.
Zudem stehe am 12. September der mit Spannung erwartete Entscheid des deutschen Verfassungsgerichts zur Gesetzeskonformität des "ESM" (European Stability Mechanism) auf der Agenda. Ebenfalls im September sei mit der Ankündigung einer weiteren Runde von "Quantitative Easing" durch die US-Notenbank zu rechnen. Zudem erwarte man in absehbarer Zeit eine weitere Rating-Herabstufung spanischer Staatsschulden, welche damit die Qualität "Investment Grade" verlieren würden. Negative Rückwirkungen am Markt für Hochzinsanleihen wären in diesem Fall wahrscheinlich. Eine abermalige, schnelle Abkehr von der zuletzt hohen Risikobereitschaft sei angesichts dieser zahlreichen Entscheidungen von hoher Tragweite sehr gut möglich.
Das makroökonomische Bild habe sich sowohl in Europa als auch in den USA weiter leicht verschlechtert. Die wichtigen wirtschaftlichen Frühindikatoren würden sich seit mehreren Monaten abschwächen. In China gelinge offensichtlich eine "weiche Landung" - die Experten würden nach gelungener Landung für China in absehbarer Zeit keine Rückkehr zu den hohen Wirtschaftswachstumsraten der vergangenen Jahre erwarten. Als Lichtblick könnten erste Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit in der europäischen Peripherie gewertet werden. Diese würden bisher allerdings nicht ausreichen, um in puncto Wettbewerbsfähigkeit den bestehenden Abstand zu den europäischen Kernländern zu verringern.
Diesseits wie jenseits des Atlantiks setze sich die Serie der negativen Gewinnrevisionen fort. Europäische Aktien seien dennoch weiterhin günstig; amerikanische Aktien seien - gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis - knapp unter ihrem langfristigen historischen Durchschnitt bewertet. Im bisherigen Jahresverlauf habe sich eine klare Outperformance von "Growth" gegenüber "Value" und "Large Caps" gegenüber "Small Caps" herauskristallisiert. Die Experten von Swisscanto sind und bleiben bei "Value" und "Large Caps" übergewichtet.
Die Schweizer Notenbank setze ihre Intervention am Devisenmarkt zur Verteidigung der CHF-Untergrenze gegenüber dem Euro kontinuierlich fort. Die Devisenreserven der Schweizer Nationalbank würden sich mittlerweile auf umgerechnet 407 Mrd. CHF belaufen; damit hätten sie sich im Vorjahresvergleich vervierfacht und würden nun mehr als 50 Prozent des eidgenössischen Bruttosozialprodukts betragen. Die Schweiz sei vom neunten auf den sechsten Rang der Fremdwährungsbesitzer in der Welt vorgerückt. Die taktischen Währungspositionen der Experten in Schwedischen Kronen und Britischen Pfund (gegenüber Euro) würden unverändert beibehalten. Zahlreiche Emerging-Markets-Währungen würden akut zu ausgeprägter Schwäche neigen, die sich voraussichtlich noch fortsetzen werde.
Vor den wichtigen Entscheidungen, die im September fallen würden, möchten sich die Experten bei europäischen Aktien neutral positionieren. Das leichte Untergewicht werde also revidiert. US-Aktien würden auf neutral gestellt, womit der verschlechterten Makrolage und den zahlreichen Gewinnrevisionen Rechnung getragen werde. (05.09.2012/ac/a/m)
Sowohl die internationalen Aktienmärkte als auch die Kapitalmärkte der Peripherie hätten positiv reagiert. Im traditionell schwierigen Börsenmonat September sei vonseiten der Politik mit Überraschungen zu rechnen, deren Auswirkungen auf die Märkte schwer kalkulierbar seien. Die Positionierung der Experten bleibe weitgehend neutral.
Der schnelle Wechsel zwischen Risikobereitschaft und -aversion ("risk on - risk off") habe sich an den Märkten auch im vergangenen Monat fortgesetzt. Die Risikoprämien für spanische und italienische Bonds hätten kräftig nachgegeben, nachdem Mario Draghi erklärt habe: "Wir werden tun, was immer notwendig ist, um den Euro zu retten." Da laut Draghi die Risikoprämien für Staatsanleihen der Peripherie ungerechtfertigt hoch seien, plane die EZB eine Zinsobergrenze, die mit Käufen von Staatsanleihen durch die EZB verteidigt werden solle. Im September würden Details zu diesen geplanten Ankäufen veröffentlicht werden.
Das makroökonomische Bild habe sich sowohl in Europa als auch in den USA weiter leicht verschlechtert. Die wichtigen wirtschaftlichen Frühindikatoren würden sich seit mehreren Monaten abschwächen. In China gelinge offensichtlich eine "weiche Landung" - die Experten würden nach gelungener Landung für China in absehbarer Zeit keine Rückkehr zu den hohen Wirtschaftswachstumsraten der vergangenen Jahre erwarten. Als Lichtblick könnten erste Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit in der europäischen Peripherie gewertet werden. Diese würden bisher allerdings nicht ausreichen, um in puncto Wettbewerbsfähigkeit den bestehenden Abstand zu den europäischen Kernländern zu verringern.
Diesseits wie jenseits des Atlantiks setze sich die Serie der negativen Gewinnrevisionen fort. Europäische Aktien seien dennoch weiterhin günstig; amerikanische Aktien seien - gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis - knapp unter ihrem langfristigen historischen Durchschnitt bewertet. Im bisherigen Jahresverlauf habe sich eine klare Outperformance von "Growth" gegenüber "Value" und "Large Caps" gegenüber "Small Caps" herauskristallisiert. Die Experten von Swisscanto sind und bleiben bei "Value" und "Large Caps" übergewichtet.
Die Schweizer Notenbank setze ihre Intervention am Devisenmarkt zur Verteidigung der CHF-Untergrenze gegenüber dem Euro kontinuierlich fort. Die Devisenreserven der Schweizer Nationalbank würden sich mittlerweile auf umgerechnet 407 Mrd. CHF belaufen; damit hätten sie sich im Vorjahresvergleich vervierfacht und würden nun mehr als 50 Prozent des eidgenössischen Bruttosozialprodukts betragen. Die Schweiz sei vom neunten auf den sechsten Rang der Fremdwährungsbesitzer in der Welt vorgerückt. Die taktischen Währungspositionen der Experten in Schwedischen Kronen und Britischen Pfund (gegenüber Euro) würden unverändert beibehalten. Zahlreiche Emerging-Markets-Währungen würden akut zu ausgeprägter Schwäche neigen, die sich voraussichtlich noch fortsetzen werde.
Vor den wichtigen Entscheidungen, die im September fallen würden, möchten sich die Experten bei europäischen Aktien neutral positionieren. Das leichte Untergewicht werde also revidiert. US-Aktien würden auf neutral gestellt, womit der verschlechterten Makrolage und den zahlreichen Gewinnrevisionen Rechnung getragen werde. (05.09.2012/ac/a/m)


