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Erdgas Ende des "freien Falls" in Sicht?
12.12.08 10:21
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Erfahrung, dass Erdgas beileibe kein Rohstoff für Hobby-Trader ist, mussten in den zurückliegenden Jahren nicht nur zahlreiche Privat-Investoren sondern auch mancher Hedgefonds machen, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Auch 2008 habe sich der "flüchtige Energieträger" abermals durch seine enorme Schwankungsbreite ausgezeichnet. Nach einer bemerkenswerten "Rally" in den ersten sechs Monaten sei zuletzt der sprichwörtliche "freie Fall" gefolgt. Auf dem mittlerweile deutlich reduzierten Kurs-Niveau würden sich viele Investoren fragen, ob der Aufbau von Long-Positionen nicht langsam ratsam wäre. Nun, schauen wir uns die Situation bei Erdgas einfach einmal an.
Interessant sei der massive Abverkauf vor allem vor dem Hintergrund des Rückgangs der Lagerbestände. Anders als beispielsweise beim Rohöl (Zuwachs von rund 20 Millionen Barrel) habe das amerikanische Energie-Ministerium Ende November für Erdgas einen Rückgang der Vorräte gegenüber dem vergangenen Jahr um drei Prozent von 3.465 auf 3.358 Billionen Kubikfuß gemeldet. Dennoch würden sich die Bestände damit aber etwa zwei Prozent über ihrem fünfjährigen Durchschnitt bewegen, was den "Bullen" deutlich "Wind aus den Segeln" genommen habe. Angesichts eines täglichen Verbrauchs von gut 63 Milliarden Kubikfuß stelle sich die Versorgungssituation damit unterm Strich ziemlich üppig dar.
Richtig übel aufgestoßen sei den Erdgas-Haussiers aber wohl eher die Nachricht, dass die Behörde für 2009 Neuentdeckungen allein auf amerikanischem Gebiet erwarte, die mit 63,68 Milliarden Kubikfuß pro Tag leicht über dem Verbrauch lägen. Vorläufig deute also nichts darauf hin, dass Erdgas bereits in Bälde knapp werden könnte. In diesem Zusammenhang sollte man auch immer die gigantischen Vorkommen im Nahen Osten berücksichtigen, die bisher noch kaum angetastet worden seien.
Zugegeben: Diese hätten keine direkte Auswirkung auf die Henry-Hub-Notierungen. Dennoch müsse man festhalten, dass Erdgas auf unserem Planeten derzeit noch mehr als reichlich vorhanden sei. Wohl auch aus diesem Grund habe sich das Department of Energy dazu veranlasst gesehen, den 2008er Durchschnittspreis von 9,17 US-Dollar auf erwartetet 6,25 US-Dollar zu kappen.
Da man zur Stunde leicht unter dem Durchschnittswert liege, könnte man annehmen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Engagement auf der "langen Seite" wäre. Der Blick auf die Saisonalität belehre uns jedoch eines Besseren. Von Mitte Dezember bis etwa Mitte Februar des Folgejahres würden die Notierungen noch einmal merklich nachgeben. Dies belege einmal mehr, dass Erdgas in den USA zum Heizen lediglich eine untergeordnete Rolle spiele. Nach wie vor würden die Amerikaner dazu in erster Linie Öl verwenden.
Auch wenn kurzfristig aus saisonalen Erwägungen heraus mit weiter fallenden Notierungen zu rechnen sei, bestehe in einem etwas längeren Zeitfenster durchaus Hoffnung auf wieder steigende Erdgaspreise. Immerhin würden die CoT-Daten auf eine mittelfristige Trendwende hindeuten. Die Commercials würden eine bemerkenswert hohe Netto-Long-Position von gut 112.000 Kontrakten halten. Das belege, dass diese für gewöhnlich gut informierte Händlergruppe einen nicht zu unterschätzenden Absicherungsbedarf gegen steigende Notierungen erkenne. Leider würden sich durch die CoT-Daten zwar interessante Märkte identifizieren lassen, für das richtige Timing tauge dieses Instrumentarium jedoch kaum.
Um kurzfristige Preisentwicklungen abschätzen zu können, sei daher der Blick auf die technische Situation unerlässlich. Dabei falle zunächst einmal auf, dass Erdgas sich seit Sommer in einem absolut intakten Abwärtstrend bewege. In den letzten Wochen hätten die Notierungen sogar ihre recht starke Unterstützung bei 6,25 US-Dollar signifikant durchbrochen, wodurch ein neues Verkaufssignal generiert worden sei. Entsprechend "bärisch" würden sich folglich der MACD und der RSI präsentieren.
Auch notiere der "flüchtige" Energieträger unter sämtlichen zentralen gleitenden Durchschnitten. Zwar bestehe nach den letzten Handelstagen eine gewisse Hoffnung auf eine Bodenbildung im Bereich von 5,60 US-Dollar. Überschätzen sollte man das aber nicht, selbst wenn die Stochastik zur Stunde ein schwaches Kaufsignal generiere, welches sich aber auch schnell als "Bullenfalle" entpuppen könne. Alles in allem vermöge man bei Erdgas aus technischer Sicht gegenwärtig noch keine nachhaltige Bodenbildung geschweige denn eine Trendwende nach oben auszumachen. Von daher müsse mit weiter fallenden Kursen gerechnet werden. (12.12.2008/ac/a/m)
Auch 2008 habe sich der "flüchtige Energieträger" abermals durch seine enorme Schwankungsbreite ausgezeichnet. Nach einer bemerkenswerten "Rally" in den ersten sechs Monaten sei zuletzt der sprichwörtliche "freie Fall" gefolgt. Auf dem mittlerweile deutlich reduzierten Kurs-Niveau würden sich viele Investoren fragen, ob der Aufbau von Long-Positionen nicht langsam ratsam wäre. Nun, schauen wir uns die Situation bei Erdgas einfach einmal an.
Interessant sei der massive Abverkauf vor allem vor dem Hintergrund des Rückgangs der Lagerbestände. Anders als beispielsweise beim Rohöl (Zuwachs von rund 20 Millionen Barrel) habe das amerikanische Energie-Ministerium Ende November für Erdgas einen Rückgang der Vorräte gegenüber dem vergangenen Jahr um drei Prozent von 3.465 auf 3.358 Billionen Kubikfuß gemeldet. Dennoch würden sich die Bestände damit aber etwa zwei Prozent über ihrem fünfjährigen Durchschnitt bewegen, was den "Bullen" deutlich "Wind aus den Segeln" genommen habe. Angesichts eines täglichen Verbrauchs von gut 63 Milliarden Kubikfuß stelle sich die Versorgungssituation damit unterm Strich ziemlich üppig dar.
Richtig übel aufgestoßen sei den Erdgas-Haussiers aber wohl eher die Nachricht, dass die Behörde für 2009 Neuentdeckungen allein auf amerikanischem Gebiet erwarte, die mit 63,68 Milliarden Kubikfuß pro Tag leicht über dem Verbrauch lägen. Vorläufig deute also nichts darauf hin, dass Erdgas bereits in Bälde knapp werden könnte. In diesem Zusammenhang sollte man auch immer die gigantischen Vorkommen im Nahen Osten berücksichtigen, die bisher noch kaum angetastet worden seien.
Da man zur Stunde leicht unter dem Durchschnittswert liege, könnte man annehmen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Engagement auf der "langen Seite" wäre. Der Blick auf die Saisonalität belehre uns jedoch eines Besseren. Von Mitte Dezember bis etwa Mitte Februar des Folgejahres würden die Notierungen noch einmal merklich nachgeben. Dies belege einmal mehr, dass Erdgas in den USA zum Heizen lediglich eine untergeordnete Rolle spiele. Nach wie vor würden die Amerikaner dazu in erster Linie Öl verwenden.
Auch wenn kurzfristig aus saisonalen Erwägungen heraus mit weiter fallenden Notierungen zu rechnen sei, bestehe in einem etwas längeren Zeitfenster durchaus Hoffnung auf wieder steigende Erdgaspreise. Immerhin würden die CoT-Daten auf eine mittelfristige Trendwende hindeuten. Die Commercials würden eine bemerkenswert hohe Netto-Long-Position von gut 112.000 Kontrakten halten. Das belege, dass diese für gewöhnlich gut informierte Händlergruppe einen nicht zu unterschätzenden Absicherungsbedarf gegen steigende Notierungen erkenne. Leider würden sich durch die CoT-Daten zwar interessante Märkte identifizieren lassen, für das richtige Timing tauge dieses Instrumentarium jedoch kaum.
Um kurzfristige Preisentwicklungen abschätzen zu können, sei daher der Blick auf die technische Situation unerlässlich. Dabei falle zunächst einmal auf, dass Erdgas sich seit Sommer in einem absolut intakten Abwärtstrend bewege. In den letzten Wochen hätten die Notierungen sogar ihre recht starke Unterstützung bei 6,25 US-Dollar signifikant durchbrochen, wodurch ein neues Verkaufssignal generiert worden sei. Entsprechend "bärisch" würden sich folglich der MACD und der RSI präsentieren.
Auch notiere der "flüchtige" Energieträger unter sämtlichen zentralen gleitenden Durchschnitten. Zwar bestehe nach den letzten Handelstagen eine gewisse Hoffnung auf eine Bodenbildung im Bereich von 5,60 US-Dollar. Überschätzen sollte man das aber nicht, selbst wenn die Stochastik zur Stunde ein schwaches Kaufsignal generiere, welches sich aber auch schnell als "Bullenfalle" entpuppen könne. Alles in allem vermöge man bei Erdgas aus technischer Sicht gegenwärtig noch keine nachhaltige Bodenbildung geschweige denn eine Trendwende nach oben auszumachen. Von daher müsse mit weiter fallenden Kursen gerechnet werden. (12.12.2008/ac/a/m)


