Erdgas treibt den Energiesektor


23.02.15 14:04
Saxo Bank

Kopenhagen (www.fondscheck.de) - Es war eine gemischte Woche für Rohstoffe, so Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Während der Energiesektor habe zulegen können, hätten Soft Commodities wie Kaffee und Zucker Verluste hinnehmen müssen. In Europa würde sich der Ausblick weiter verbessern. Obwohl sich der Showdown mit Griechenland weiter fortsetze, würden dennoch alle Marktteilnehmer mit einer Einigung rechnen. Derweil würden China und andere große Volkswirtschaften in Asien das Neujahrsfest feiern, was zu einem Rückgang der Wirtschaftsaktivitäten geführt habe und einige Märkte verwundbarer als andere zurückgelassen hätte - insbesondere Industrie- und Edelmetalle.

Nach dem jüngsten Preissturz unter wichtige technische Unterstützungsmarken seien Edelmetalle von einigen Verkäufen seitens der Investoren erwischt worden. Der Verkaufsdruck sei hauptsächlich von Hedgefonds gekommen, die nach dem "Frankenschock" in Gold investiert hätten. "Das gelbe Metall fand zwar bei der Marke von 1.200 USD pro Feinunze Unterstützungen, verlor jedoch fast den gesamten bisherigen Jahresgewinn", habe Hansen gesagt. Platin und Silber hätte es noch schlimmer erwischt. Die Platin-Gold-Ratio sei auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen, während Silber zu den am schlechtesten laufenden Rohstoffen der vergangenen Woche gehört habe. "Die Haupttreiber für die schlechte Performance bei Edelmetallen in den vergangenen Monaten waren steigende US-Anleiherenditen", so Hansen. Der Ausblick auf eine Zinswende in den USA würde die Situation noch weiter verschärfen.

Aufgrund der kalten Wetterbedingungen in den USA habe insbesondere Erdgas dem Energiesektor in der vergangenen Woche einen ordentlichen Schub gegeben. "Der Ölpreis hingegen hat sich in den vergangenen drei Wochen eingependelt und nur seitwärts bewegt", so Hansen. Die US-Lagerbestände seien jedoch trotz des deutlichen Abbaus der bestehenden US-Ölbohranlagen wieder gestiegen. "In der vergangenen Woche haben die US-Lagerbestände ein neues Rekordhoch von 425,6 Mio. Barrel erreicht, während die Produktion auf 9,28 Mio. Barrel pro Tag angestiegen ist", habe Hansen gesagt. (23.02.2015/fc/a/m)