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Euro-Zuspruch schwindet weiter


08.11.12 10:26
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Alle vier Jahre wieder! Die Gnade des Vergessens beschert den Währungsmärkten im Vorfeld einer jeden US-Präsidentschaftswahl jede Menge Aufregung und Anlass zu Spekulationen, wie denn wohl der Dollar auf das Wahlergebnis reagieren wird, so die Analysten von UniCredit Research.

Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren, dass man sich recht schnell wieder dem aktuellen Tagesgeschehen zuwende, sei plötzlich wie weggeblasen. Dieses Mal hätten die mit den Ereignissen des Wahltages zu begründenden Kursbewegungen 10 Stunden und 30 Minuten gedauert. Zunächst sei Obama nicht so gut für Amerika gewesen, aber dann sei die deutsche Industrieproduktion noch schlechter für Europa und EUR/USD gewesen. Schon seien wir wieder mitten in den gewohnten Abhängigkeiten gewesen. Es sehe auch weiterhin nicht so gut aus für den Euro, ungeachtet der gestrigen Abstimmung zum griechischen Sparpaket.

EZB-Präsident Draghi habe gestern konstatiert, dass nun offenbar auch Deutschlands Konjunktur von der Krise erfasst sei. Seine heutige Pressekonferenz habe damit bereits einiges von ihrem Beruhigungspotenzial eingebüßt. Der Dollar erhalte Rückenwind durch die Bereitschaft der Republikaner, mit den Demokraten konstruktiv zur Lösung des Fiscal Cliffs zusammenzuarbeiten. Sofern die Aktienbörsen ihre schlechte Stimmung fortsetzen würden, könnte EUR/USD sogar bis in Bereiche um 1,2640 zurückfallen.

Bei dem EUR/JPY-Kurs sehe man Abwärtsrisiken, aber derzeit kein Unterschreiten der 100 in Sicht. Die schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone und der Abbau der Schweizer Währungsreserven hätten EUR/CHF gestern wieder zugesetzt. Die Analysten von UniCredit Research sehen weiterhin Abwärtsrisiken. Sofern die BoE keine APP-Ausweitung beschließe, erwarte man ein weiteres Abbröckeln in EUR/GBP. (08.11.2012/ac/a/m)