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Euro überragt alle


15.01.13 13:30
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Der Euro überragt gegenwärtig alle, so die Analysten von UniCredit Research.

Immer noch getrieben von der Einschätzung weiterhin unveränderter EZB-Leitzinsen und dem zuletzt verstärkten Risikonormalisierungsprozess würden die FX-Märkte quasi jedem Euro-Cent hinterherlaufen. So profitiere auch EUR/USD keinesfalls von einer etwaigen Dollarschwäche, sondern von seiner eigenen Stärke. Der USD sei zwar nicht annähernd so stark, habe aber selbst seit Jahresbeginn immerhin von der Vermeidung des Fiscal-Cliffs und der weniger dovish ausgerichteten geldpolitischen Präferenz einiger FOMC-Mitglieder profitiert.

Andererseits wäre es blauäugig, auf eine anhaltende Aufwärtsdynamik gleichen Umfanges zu spekulieren. Es werde auch wieder Phasen von Gewinnmitnahmen geben. Immerhin stünden in einigen Wochen die italienischen Wahlen und die Verhandlungen über die Schuldenobergrenze für den US-Haushalt an. Allerdings sei das Euro-Fundament nun um einiges stabiler als noch vor einigen Wochen.

Der bisherige Höchstkurs sei gestern früh im asiatischen Handel mit 1,2012 EUR/JPY notiert worden. Dies seien satte 5% Kurssteigerung seit Jahresbeginn. Die verbesserte globale Risikobereitschaft, der Druck der neuen japanischen Regierung auf die Bank of Japan zur Ausweitung ihrer quantitativen Geldpolitik und der Nachtragshaushalt der Regierung selbst würden den Carry-Trades Beine machen. Der JPY bleibe flächendeckend schwach und bis Anfang nächster Woche (BoJ-Ratssitzung) würden sich etwaige Korrekturen (wie heute früh) in Grenzen halten.

Ungeachtet einer mittlerweile überkauften Situation gebe es beim EUR/GBP weiterhin Risiken zur oberen Seite. Neben dem unsicheren Konjunkturausblick für UK würden die Märkte auch das Ansinnen der britischen Regierung, über ein Referendum des Landes zum Verbleib in der EU nachzudenken, zunehmend als Sterling-Belastungsfaktor sehen. (15.01.2013/ac/a/m)