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Europäische Aktien laufen US-Titeln den Rang ab
04.03.15 16:13
Legal & General IM
London (www.fondscheck.de) - Die Experten des britischen Vermögensverwalters Legal & General Investment Management (LGIM) sehen Europas Konzerne als Hauptprofiteure des niedrigen Ölpreises und des schwachen Euro.
Obwohl die konjunkturellen Aussichten für viele Länder der Eurozone weiterhin verhalten seien, würden europäische Aktien in den kommenden Monaten vergleichsweise bessere Anlagechancen als US-Titel bieten. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten des britischen Asset-Managers Legal & General Investment Management (LGIM) in ihrem aktuellen Ausblick. "Es gibt derzeit eine Reihe temporärer und zyklischer Faktoren, deren Zusammenspiel sich vor allem für Europa günstig auswirkt", erläutere Lars Kreckel, globaler Aktienstratege bei LGIM. "Daher haben wir unsere Übergewichtung europäischer Aktien gegenüber nordamerikanischen weiter ausgebaut."
Ein Grund für den LGIM-Experten, dass die Kurse in Europa Rückenwind bekommen würden: Die Wechselkursverschiebungen in den vergangenen Monaten. Während der US-Dollar 2014 um etwa 20 Prozent aufgewertet sei, habe der Euro auf handelsgewichteter Basis um über zehn Prozent an Wert verloren. "Eine Abwertung des Euro um zehn Prozent lässt die Gewinne der EURO STOXX-Unternehmen um etwa 3,5 Prozent steigen", prognostiziere Kreckel, "während eine Dollaraufwertung in gleicher Höhe die Gewinne der S&P 500-Konzerne um etwa zwei Prozent schmälert. Allerdings dürfte ein Großteil dieses Effektes bereits in den Kursen eingepreist sein."
Für positive Überraschungen könnte dagegen der anhaltend niedrige Ölpreis sorgen. "Es gibt keine historische Vergleichssituation für einen derart starken angebotsgetriebenen Rückgang des Ölpreises in so kurzer Zeit. Insofern haben wir kaum Erfahrungswerte, wie sich dies auf die Unternehmensgewinne auswirken wird", sage Kreckel. "Dennoch sind wir überzeugt davon, dass europäische Konzerne per saldo stärker davon profitieren werden als die US-Firmen."
Dazu würden die günstigeren Finanzierungsbedingungen in Europa kommen, nachdem die Renditen diesseits und jenseits des Atlantiks in den vergangenen Wochen auseinander gegangen seien. "Dies hat insgesamt zwar nur einen geringen Einfluss, aber wir haben eine positive Korrelation zwischen den Renditen von Unternehmensanleihen und den Zinsaufwendungen im Verhältnis zu den Umsätzen ein Jahr später beobachtet", erläutere der LGIM-Stratege. "Auch von dieser Seite aus bekommen die Unternehmensgewinne in Europa also Unterstützung."
Gestützt werde diese Entwicklung durch das Auseinanderdriften der Geldpolitik in Europa und den USA, wo die FED nach Einschätzung der LGIM-Experten ab etwa Mitte des Jahres anfangen werde, schrittweise die Zinsen anzuheben. "Alles in allem stehen die Chancen also gut dafür, dass die Unternehmensgewinne in Europa erstmals seit der Finanzkrise stärker steigen als die in den USA - und dies sollte sich auch in der relativen Performance der Aktienkurse zeigen", sei Kreckel überzeugt, schränke aber gleichzeitig ein: "Diese Aussage gilt vor dem Hintergrund, dass es immer noch erhebliche mittelfristiger Risiken in der Eurozone gibt. So sind unsere Erwartungen hinsichtlich des Wachstums dort und einer Lösung der Schuldenkrise nach wie vor sehr verhalten." (04.03.2015/fc/a/m)
Obwohl die konjunkturellen Aussichten für viele Länder der Eurozone weiterhin verhalten seien, würden europäische Aktien in den kommenden Monaten vergleichsweise bessere Anlagechancen als US-Titel bieten. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten des britischen Asset-Managers Legal & General Investment Management (LGIM) in ihrem aktuellen Ausblick. "Es gibt derzeit eine Reihe temporärer und zyklischer Faktoren, deren Zusammenspiel sich vor allem für Europa günstig auswirkt", erläutere Lars Kreckel, globaler Aktienstratege bei LGIM. "Daher haben wir unsere Übergewichtung europäischer Aktien gegenüber nordamerikanischen weiter ausgebaut."
Für positive Überraschungen könnte dagegen der anhaltend niedrige Ölpreis sorgen. "Es gibt keine historische Vergleichssituation für einen derart starken angebotsgetriebenen Rückgang des Ölpreises in so kurzer Zeit. Insofern haben wir kaum Erfahrungswerte, wie sich dies auf die Unternehmensgewinne auswirken wird", sage Kreckel. "Dennoch sind wir überzeugt davon, dass europäische Konzerne per saldo stärker davon profitieren werden als die US-Firmen."
Dazu würden die günstigeren Finanzierungsbedingungen in Europa kommen, nachdem die Renditen diesseits und jenseits des Atlantiks in den vergangenen Wochen auseinander gegangen seien. "Dies hat insgesamt zwar nur einen geringen Einfluss, aber wir haben eine positive Korrelation zwischen den Renditen von Unternehmensanleihen und den Zinsaufwendungen im Verhältnis zu den Umsätzen ein Jahr später beobachtet", erläutere der LGIM-Stratege. "Auch von dieser Seite aus bekommen die Unternehmensgewinne in Europa also Unterstützung."
Gestützt werde diese Entwicklung durch das Auseinanderdriften der Geldpolitik in Europa und den USA, wo die FED nach Einschätzung der LGIM-Experten ab etwa Mitte des Jahres anfangen werde, schrittweise die Zinsen anzuheben. "Alles in allem stehen die Chancen also gut dafür, dass die Unternehmensgewinne in Europa erstmals seit der Finanzkrise stärker steigen als die in den USA - und dies sollte sich auch in der relativen Performance der Aktienkurse zeigen", sei Kreckel überzeugt, schränke aber gleichzeitig ein: "Diese Aussage gilt vor dem Hintergrund, dass es immer noch erhebliche mittelfristiger Risiken in der Eurozone gibt. So sind unsere Erwartungen hinsichtlich des Wachstums dort und einer Lösung der Schuldenkrise nach wie vor sehr verhalten." (04.03.2015/fc/a/m)


