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Eurozone Konjunktur im Fokus


23.01.07 09:00
Metzler Investment

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Wirtschaftsboom in der Eurozone verlief auch im vierten Quartal 2006 ungebrochen, berichten die Experten von Metzler Investment.

So habe der ifo-Index im Dezember ein Niveau erreicht, wie zuletzt nach der Wiedervereinigung in den 1990er Jahren und das Konsumentenvertrauen in der Eurozone sei auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren gestiegen. Interessanterweise schlage sich der Konjunkturaufschwung bisher kaum in den realwirtschaftlichen Daten nieder, etwa in den Einzelhandelsumsätzen. Die Statistiker könnten zum Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung von Wirtschaftszahlen in der Regel nur auf unvollständige Daten zurückgreifen - daher dauere es meist mehrere Monate, bis ein akkurates Bild der zu analysierenden Wirtschaftslage erstellt sei. So würden zukünftige Datenrevisionen wahrscheinlich ein deutlich stärkeres Wirtschaftswachstum im Jahr 2006 offenbaren, als es aus den bisher veröffentlichten Wirtschaftsdaten ablesbar sei.

Die Chancen für eine Fortsetzung der hohen Wachstumsdynamik auch im Jahr 2007 stünden nach der Experten-Einschätzung gut. Ein wichtiges Fundament für den Aufschwung würden die Strukturreformen der vergangenen Jahre bilden. So seien nach Modellrechungen 2 bis 3 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze in der Eurozone geschaffen worden und zwar unabhängig vom Konjunkturzyklus. Strukturreformen würden nur mit einer gewissen Verzögerung greifen und die positiven Effekte würden sich in der Regel über einen längeren Zeitraum auswirken. Die Beschäftigung dürfte daher auch 2007 weiter kräftig steigen und damit ein wichtiges Gegengewicht zu den negativen Auswirkungen der Fiskalpolitik wie der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland bilden.

Unsicherheit bestehe beim Inflationsausblick. Die Wachstumsrate der Geldmenge M3 habe sich im November 2006 auf 9,3% beschleunigt; damit habe sie deutlich über dem Referenzwert der EZB von 4,5% gelegen. Bisher sei die Überschussliquidität hauptsächlich in die Finanzmärkte geflossen und habe keine nennenswerten Effekte auf die Konsumentenpreise gehabt. In den kommenden Monaten bestehe daher zunehmend die Gefahr, dass es zu einem Anstieg der Inflationsrate komme. In diesem Umfeld würden die Experten von Metzler Investment mit weiteren Leitzinserhöhungen der EZB auf 4% bis zum Ende des Jahres 2007 rechnen. (Ausgabe vom 4. Quartal 2006) (23.01.2007/ac/a/m)