Erweiterte Funktionen

FED ruft quantitative easing ins Leben


23.03.09 11:03
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die amerikanische Notenbank - besser bekannt unter dem Namen "Federal Reserve" oder "FED" - hat einen historischen Schritt unternommen, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Zum ersten Mal seit dem Korea-Krieg sei eine Maßnahme ins Leben gerufen worden, die unter dem Namen "quantitative easing" bekannt sei. Dies bedeute, dass die Notenbanken eher unkonventionelle Schritte unternehmen würden, um dadurch die Wirtschaft und die Kreditmärkte wieder ins Laufen zu bringen.

Bereits die Bank of England sowohl als auch die Bank of Japan hätten ähnliche Maßnahmen vor wenigen Wochen angekündigt. Die FED habe nun nachgezogen und werde ein Volumen von 300 Milliarden US-Dollar bereitstellen, um damit lang laufende US-Staatsanleihen aufzukaufen. Dies solle dazu führen, dass die Zinsen am langen Ende der Zinsstrukturkurve weiter fallen würden und dadurch eine Reihe an Hypotheken sowie anderen Zahlungsverpflichtungen die meist an 10-, 20- oder 30-jährige Staatsanleihen gekoppelt seien, im Kurs steigen beziehungsweise deren Zinszahlungen geringer würden.

Gleichzeitig werde die FED jedoch mit diesem Schritt auch ein wichtiger Helfer für die amerikanische Regierung, die aufgrund ihres massiven Hilfspaketes enorme Mengen an Geldern benötige. Die FED werde dabei Teile der neu zur Emission stehenden Staatsanleihen aufkaufen und eine Aufgabe übernehmen, die im zweiten Weltkrieg geboren worden sei. Die Notenbank kaufe die Anleihen der Regierung auf und helfe dieser dadurch die benötigten Gelder zu erhalten.

Man könne sich nun fragen, wie das alles möglich sei? Die Antwort hierauf sei sehr simpel. Die Notenbank werde dafür neues Geld drucken müssen und obwohl die Inflation aktuell noch keine große Rolle spiele und laut dem "breakeven-spread" zwischen inflationsgeschützten Anleihen sowie Staatsanleihen bei nur etwa 1,3 Prozent pro Jahr angesehen werde, dürfte sich hier schon sehr bald ein Anstieg der Erwartungen zeigen.

Die Experten würden damit rechnen, dass das jüngste Programm der FED den Boden in den Märkten einleiten dürfte und auch die anderen Maßnahmen wie beispielsweise Kredite für Hedge Funds im Umfang von mehr als einer Billion US-Dollar für den Aufkauf von "asset-backed-securities" (Anleihen die durch Studentenkredite, Autokredite etc. gedeckt sind) bereit gestellt würden. Allerdings werde die Inflation massiv zurückkommen, sobald sich die Wirtschaft erholt habe.

Werfe man aktuell einen Blick auf die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes in den USA, diese Kennzahl messe die Rate wie oft ein Dollar pro Jahr verwendet werde, dann erkenne man, dass diese von durchschnittlich 15 über die letzten 30 Jahre auf neun gefallen sei. Das heiße, dass Geld gehortet werde. Deswegen versuche die FED auch durch ihre Maßnahmen soviel Geld in den Markt zu pumpen, damit der Kreislauf wieder funktioniere. Sobald all das Geld wieder verwendet wird, bei einer gleichzeitig deutlichen Reduktion der Lagerbestände in den Unternehmen, rechnen die Experten vom "Rohstoff-Trader" mit einer starken Inflation, sobald die Erholung erfolgt ist. (23.03.2009/ac/a/m)