Fidelity European Growth Fund - der Stockpicker


30.09.10 11:43
FundResearch

München (aktiencheck.de AG) - Am Freitag dieser Woche kann er einen runden Geburtstag feiern: Exakt 20 Jahre alt ist der Fidelity European Growth Fund (ISIN LU0048578792 / WKN 973270, ausschüttend; ISIN LU0296857971 / WKN A0MU7V, thesaurierend), der am 1. Oktober 1990 aufgelegt wurde, so die Experten von "FundResearch"

Mit Fug und Recht könne man von einem "Investmentklassiker" sprechen - die Eigenwerbung der Fondsgesellschaft Fidelity verweise deshalb auch gerne auf die Langzeitperformance des Fonds. Gemanagt werde der Fonds, der aktuell ein Vermögen von rund 7,7 Milliarden Euro verwaltet (2007: rund 14,7 Mrd.) von Alexander Scurlock, der vor 16 Jahren als Aktienanalyst zu Fidelity gekommen sei und im Januar 2007 die Verantwortung für den European Growth übernommen habe. Der Fonds sei ausschüttend aufgelegt worden, seit Mai 2007 gebe es auch eine thesaurierende Anteilsklasse.

Klassisches Stockpicking - das sei der Grundansatz des European Growth. Hauptsächlich investiere der Fonds in Aktien von Unternehmen, die an europäischen Börsen notiert seien. Bei der Auswahl der Titel gebe es keine Restriktionen. "Der Fondsmanager investiert überall dort, wo er die attraktivsten Gelegenheiten findet, und entsprechend kann die Aufteilung nach geografischen Regionen und Branchen erheblich vom Vergleichsindex, dem FTSE Europe Index, abweichen", heiße es dazu bei Fidelity. Bei der Recherche und Auswahl gelte das "Bottom-up"-Prinzip: Bei der Suche nach Kaufgelegenheiten würden die Unternehmen von "unten nach oben" durchleuchtet, darüber hinaus würden dann, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit beurteilen zu können, Wettbewerber, Zulieferer und Vertriebspartner analysiert.

Fondsmanager Alexander Scurlock zu seiner Titelauswahl: "Ich finde weiterhin chancenreiche Titel, die von den vier Themen Wachstum in den Schwellenländern, Konjunkturprogramme, Innovation und günstige Wettbewerbsstellung profitieren. Interessanterweise zählen momentan zahlreiche deutsche Industriekonzerne, Autobauer und andere Unternehmen zu den Nutznießern dieser Trends. Deutschland hat im zweiten Quartal 2010 mit einem beeindruckenden Wachstum die US-Wirtschaft überflügelt. Dahinter steht vor allem der lebhafte Export, der durch den schwachen Euro noch zusätzlich begünstigt wird. Infolgedessen eröffnen sich am deutschen Aktienmarkt lohnende Möglichkeiten zur gezielten Titelauswahl. Hierin offenbart sich auch die Breite und Vielfalt des europäischen Anlageuniversums. Es ist so groß, dass sich jederzeit irgendwo Bereiche mit Wachstum finden lassen. Aktuell gilt dies für Deutschland, von dessen wirtschaftlicher Stärke jedoch auch einige der engsten Handelspartner in Europa profitieren."

Nach Branchen aufgeteilt (Stichtag: 31. August 2010) würden Aktien von Unternehmen der Finanzbranche den größten Posten im Fondsvermögen bilden, der Anteil liege bei 25 Prozent. Danach würden Verbrauchsgüter (15,8%), Industrie (12%), Gesundheit (11%), Grundstoffe (10%) sowie Öl und Gas (8,7%) folgen.

Rund zwei Drittel des Fondsvermögen seien in Großbritannien (31,5%), Deutschland (21,5%) und der Schweiz (11,2%) angelegt. Die drei größten Aktienpositionen seien Siemens (2,8%), Vodafone (2,5%) und Anheuser-Bush (2,4%)

Auf lange Sicht gesehen sei der Fidelity European Growth keine schlechte Wahl gewesen. Seit Auflage vor 20 Jahren habe er um 576,2 Prozent zugelegt, der Vergleichsindex sei mit 415 Prozent deutlich zurückgeblieben. Wer als Anleger der ersten Stunde dabei gewesen sei und 10.000 Euro investiert habe, hätte (bei Wiederanlage der ausgeschütteten Erträge) heute ein Depot von 64.245 Euro, die durchschnittliche jährliche Rendite liege bei 10,1 Prozent. Allerdings hätten die Jahre der Krise deutliche Spuren hinterlassen, auf die zehn letzten Jahre gerechnet liege die Performance bei 1,4 Prozent jährlich, auf fünf Jahre sogar mit 1,1 Prozent im Minus. Dabei renne der European Growth inzwischen dem Index eher hinterher.

Die Experten von Fondsconsult würden den Fidelity European Growth durchaus kritisch sehen. "Der Fidelity European Growth profitierte seinerzeit von der Allokation kleinkapitalisierter Unternehmen. Nachdem der Fonds anschließend zu groß wurde, waren es genau diese Titel, die ihm zu schaffen machten. Fidelity reagierte und baute das Small Cap Exposure im Fonds signifikant ab. Alexander Scurlock gelingt es unter diesen Umständen nicht mehr, einen signifikanten Mehrwert gegenüber dem Index zu generieren. Der Fonds spiegelt damit letztlich mehr oder weniger die Indexentwicklung wider." (Ausgabe vom 29.09.2010) (30.09.2010/fc/a/f)






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