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Finanzmarkt im Fokus
04.03.09 14:39
Swisscanto
Zürich (aktiencheck.de AG) - Momentan beschäftigen sich die Märkte vor allem mit der Frage: Depression oder überdurchschnittlich scharfe Rezession, so die Experten von Swisscanto.
Überspitzt gesagt, würden die Aktienmärkte letzteres und die Anleihenmärkte ersteres prognostizieren. Aktien seien zwar im Vergleich zu Staatsanleihen äußerst günstig bewertet, sollte sich jedoch tatsächlich das Depressionsszenario realisieren, käme es mit Sicherheit zu weiteren Kursrückgängen. Bei den Firmenanleihen sei aufgrund der hohen Kreditprämien hingegen ein weitaus düstereres Szenario vorweggenommen.
Entschlossenes und koordiniertes Gegensteuern durch die Erhöhung der Staatsausgaben dürfte nach Ansicht der Experten ein ausgeprägtes Depressionsszenario verhindern. Andererseits sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Weltwirtschaft nicht nur eine überdurchschnittlich scharfe Rezession durchlaufen werde, sondern noch einige Jahre brauche, um wieder auf den alten Wachstumspfad zu finden. Warum? Der Kern des Problems bestehe in einer Überschuldung vieler Marktteilnehmer, allen voran der Banken und US-Eigenheimbesitzer. Das laufende Einkommen vieler Eigenheimbesitzer reicht nicht aus, um Hypothekenzinsen zu bezahlen und den Schuldenstand zu verringern.
Die Gewinne vieler Banken würden nicht ausreichen, um die steigenden Ausfallraten bei Krediten zu kompensieren und ihren Schuldenstand zu verringern. Schulden könnten zwar schnell auf-, aber nur sehr langsam abgebaut werden, wenn der Weg durch Veräußerungen aufgrund stark gesunkener Vermögenswerte verbaut sei. Das Überschuldungsproblem sei das Hauptproblem der Weltwirtschaft. Alle Hilfspakete und die beste Wirtschaftspolitik könnten dieses Problem nicht beseitigen, sondern nur den unweigerlichen Anpassungsprozess weniger schmerzhaft machen. Deshalb glauben die Experten von Swisscanto, dass der zukünftige Pfad der Weltwirtschaft aus heutiger Sicht am wahrscheinlichsten durch das "Mischszenario 20% Depression und 80% schwere Rezession" prognostiziert werden sollte.
Der weltweite dramatische Nachfrageeinbruch habe auch dazu geführt, dass die Ölnachfrage deutlich zurückgegangen sei. Da die Drosselung der Fördermenge ein teures Unterfangen sei und Zeit benötige, werde derzeit mehr gefördert, als physisch verbraucht werde. Wohin mit diesem Öl? Die Öllager in Cushing seien voll, weshalb immer mehr Schiffe als Ölspeicher dienen würden. Deshalb seien die Lagerkosten sehr hoch. Hohe Lagerkosten würden bedeuten, dass die "Convenience Yield" (Verfügbarkeitsprämie) zur "Disconvenience Yield" werde: Die ölnachfragende Industrie habe kein Interesse mehr an sofortiger Lieferung, da die Lager voll seien, und selbst wenn es zukünftig zu vorübergehenden Lieferengpässen käme, problemlos weiter produziert werden könnte.
Deshalb befinde sich die Ölkurve stark im Contango (die länger laufenden Ölkontrakte würden über den kürzer laufenden notieren). Die daraus resultierende stark negative Rollrendite bedeute nichts anderes, als dass sich Ölkontrakte derzeit nicht wie guter Wein, sondern wie frischer Traubensaft verhalten würden: Sie würden im Verlauf der Zeit an Wert verlieren. Rohstoffe sollten deshalb weiterhin deutlich untergewichtet werden.
Gelistete Immobilienaktien seien gemäß dem Bewertungsmodell der Experten hingegen spürbar unterbewertet. Die hohen Disagios würden einen weiteren kräftigen Preiszerfall bereits vorwegnehmen. Da das First-in-First-Out (FIFO) Prinzip nicht nur bei der Buchhaltung gilt, beobachten die Experten von Swisscanto gelistete ausländische Immobilienaktien genau und analysieren stets, ob der Zeitpunkt das Untergewicht zu neutralisieren oder sogar auf übergewichten zu gehen, bereits gekommen ist. Sie würden denken, dass es hierfür noch etwas zu früh sei. In jedem Falle seien gelistete Immobilienaktien aufgrund der hohen Disagios jedoch wesentlich attraktiver bewertet als Direktanlagen.
Die Experten würden ihr Cash-Untergewicht zugunsten von Anleihen beibehalten. In den traditionellen Balanced-Produkten und Mandaten würden Aktien bis zu einem leichten Untergewicht nachgekauft. Bei unserem Portfoliofonds Balanced wird das Untergewicht dann 50 Basispunkte betragen, so die Experten von Swisscanto. (04.03.2009/fc/a/m)
Überspitzt gesagt, würden die Aktienmärkte letzteres und die Anleihenmärkte ersteres prognostizieren. Aktien seien zwar im Vergleich zu Staatsanleihen äußerst günstig bewertet, sollte sich jedoch tatsächlich das Depressionsszenario realisieren, käme es mit Sicherheit zu weiteren Kursrückgängen. Bei den Firmenanleihen sei aufgrund der hohen Kreditprämien hingegen ein weitaus düstereres Szenario vorweggenommen.
Entschlossenes und koordiniertes Gegensteuern durch die Erhöhung der Staatsausgaben dürfte nach Ansicht der Experten ein ausgeprägtes Depressionsszenario verhindern. Andererseits sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Weltwirtschaft nicht nur eine überdurchschnittlich scharfe Rezession durchlaufen werde, sondern noch einige Jahre brauche, um wieder auf den alten Wachstumspfad zu finden. Warum? Der Kern des Problems bestehe in einer Überschuldung vieler Marktteilnehmer, allen voran der Banken und US-Eigenheimbesitzer. Das laufende Einkommen vieler Eigenheimbesitzer reicht nicht aus, um Hypothekenzinsen zu bezahlen und den Schuldenstand zu verringern.
Der weltweite dramatische Nachfrageeinbruch habe auch dazu geführt, dass die Ölnachfrage deutlich zurückgegangen sei. Da die Drosselung der Fördermenge ein teures Unterfangen sei und Zeit benötige, werde derzeit mehr gefördert, als physisch verbraucht werde. Wohin mit diesem Öl? Die Öllager in Cushing seien voll, weshalb immer mehr Schiffe als Ölspeicher dienen würden. Deshalb seien die Lagerkosten sehr hoch. Hohe Lagerkosten würden bedeuten, dass die "Convenience Yield" (Verfügbarkeitsprämie) zur "Disconvenience Yield" werde: Die ölnachfragende Industrie habe kein Interesse mehr an sofortiger Lieferung, da die Lager voll seien, und selbst wenn es zukünftig zu vorübergehenden Lieferengpässen käme, problemlos weiter produziert werden könnte.
Deshalb befinde sich die Ölkurve stark im Contango (die länger laufenden Ölkontrakte würden über den kürzer laufenden notieren). Die daraus resultierende stark negative Rollrendite bedeute nichts anderes, als dass sich Ölkontrakte derzeit nicht wie guter Wein, sondern wie frischer Traubensaft verhalten würden: Sie würden im Verlauf der Zeit an Wert verlieren. Rohstoffe sollten deshalb weiterhin deutlich untergewichtet werden.
Gelistete Immobilienaktien seien gemäß dem Bewertungsmodell der Experten hingegen spürbar unterbewertet. Die hohen Disagios würden einen weiteren kräftigen Preiszerfall bereits vorwegnehmen. Da das First-in-First-Out (FIFO) Prinzip nicht nur bei der Buchhaltung gilt, beobachten die Experten von Swisscanto gelistete ausländische Immobilienaktien genau und analysieren stets, ob der Zeitpunkt das Untergewicht zu neutralisieren oder sogar auf übergewichten zu gehen, bereits gekommen ist. Sie würden denken, dass es hierfür noch etwas zu früh sei. In jedem Falle seien gelistete Immobilienaktien aufgrund der hohen Disagios jedoch wesentlich attraktiver bewertet als Direktanlagen.
Die Experten würden ihr Cash-Untergewicht zugunsten von Anleihen beibehalten. In den traditionellen Balanced-Produkten und Mandaten würden Aktien bis zu einem leichten Untergewicht nachgekauft. Bei unserem Portfoliofonds Balanced wird das Untergewicht dann 50 Basispunkte betragen, so die Experten von Swisscanto. (04.03.2009/fc/a/m)


