First Private Euro Dividenden STAUFER: Zinsersatz Dividenden - Vorsicht vor passiven Ansätzen - Fondsanalyse


26.09.16 09:40
First Private IM

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Schon bevor die Zinsen sich in Richtung null bewegten, waren Dividenden als stetig laufende Erträge bei Investoren beliebt, so Sebastian Müller, Fondsmanager des First Private Euro Dividenden STAUFER, von First Private Investment Management.

Heute würden sie nicht zuletzt von Anbietern passiver Anlagestrategien häufig als solider Ersatz angepriesen. Doch bei der Auswahl von Unternehmen mit attraktiven Dividenden gehe es um mehr als nur um die Höhe der Gewinnausschüttungen. Es gehe um einen stabilen, langfristig nachhaltigen "Shareholder Return", also den gesamten Ertrag, der an die Aktionäre zurückfließe. Passive Ansätze, die sich auf hohe Dividenden fokussieren würden, würden dagegen häufig in Schwächephasen des Marktes überdurchschnittlich unter Druck geraten.

Trotz Brexit-Trubel und anderen politischen Nebengeräuschen sowie anhaltenden Wachstumssorgen könnten sich Anleger in Europa auf die Gewinnausschüttungen der hiesigen Unternehmen meist verlassen. Aktuell würden europäische Unternehmen 2016 3,7 Prozent mehr an ihre Anteilseigner aus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zahlen. In Deutschland falle das Dividendenwachstum zwar geringer aus, doch auch hierzulande hätten neun von zehn Unternehmen ihre Gewinnausschüttung erhöht oder auf dem aktuellen Niveau gehalten. Sebastian Müller glaube sogar noch an weiteres Wachstumspotenzial: "Grundsätzlich sehen wir in Europa noch Raum für weitere Dividendensteigerungen. Die Unternehmen haben gesunde Bilanzen und auch die Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone reicht aus, um weitere Anhebungen zu rechtfertigen."

Euroland als Region sei prädestiniert für aktive Dividendenstrategien. Die Dividendenrendite im Index EURO STOXX 50 zum Beispiel liege mit 4,02 Prozent deutlich höher als in anderen Regionen der Welt: Indices wie der MSCI Emerging Markets oder der MSCI USA würden im Vergleich nur eine Dividendenrendite von durchschnittlich 2,17 beziehungsweise 2,15 Prozent verzeichnen. Bemerkenswert sei zudem, dass die Anzahl der Titel mit einer Dividendenrendite von über 3 Prozent vor allem im Eurobereich sehr hoch sei. Aktive Fondsmanager könnten so aus einem vergleichsweise großen Pool an potenziellen Aktien wählen. Schließlich ergebe sich für Anleger mit langfristigem Anlagehorizont zusätzliches Potenzial aus antizyklischer Sicht. Die relative Performance von Euroland-Aktien befinde sich beispielsweise gegenüber Titeln aus den USA auf einem historischen Tiefpunkt.

Doch nur die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite zu kaufen, wie es etwa passive Dividendenfonds ("Strategie-ETFs") beziehungsweise Smart-Beta-Produkte für Euro-Aktien zum Teil praktizieren würden, ziele zu kurz. Denn Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite würden durchschnittlich auch das größte Potenzial für nachfolgende Gewinnrückgänge aufweisen. "Würden wir Titel ausschließlich nach der Höhe der Dividenden auswählen, ohne weitere Kriterien zu berücksichtigen, würden wir Unternehmen mit zukünftig negativem Wachstum ins Portfolio einkaufen", erkläre Müller. Hier grenze sich der Fondsmanager von First Private ganz klar von passiven Dividendenansätzen ab: Bezüglich der Dividendenhöhe bewege er sich mit dem First Private Euro Dividenden STAUFER überwiegend im Bereich von Unternehmen mit einer mittleren Dividendenrendite.

Natürlich sei auch für Müller die Höhe der Dividendenrendite ein Hauptkriterium. Dass die Unternehmen ihre Dividende regelmäßig steigern würden, spiele für den Auswahlprozess jedoch keine Rolle. Kürzungen sollten aber weitgehend vermieden werden. Entscheidend sei dagegen, dass die potenziellen Portfoliokandidaten ihre Gewinnausschüttung aus dem operativen Geschäft erwirtschaften und keine versteckte Bilanzakrobatik betreiben würden. "Auch die Dividendenstabilität spielt eine wichtige Rolle. Wir wollen eine gewisse Stetigkeit der Dividendenzahlungen in der Historie sehen", so der Fondsmanager von First Private.

Um Benchmark und ETF-Dividendenfonds in der Performance hinter sich zu lassen, wähle der STAUFER die Titel anhand weiterer Kriterien aus, wobei auch einige der passiven Ansätze weitere Faktoren neben der Dividendenhöhe berücksichtigen würden. Eher untypisch für einen klassischen Dividendenfonds wähle er auch Titel mit relativ geringer Ausschüttung, wenn das Fondsmanagement eine Wachstumsdynamik der Dividende identifiziere. Ziel dieser kurzfristigen und wachstumsorientierten Teilstrategie sei, das Portfolio des STAUFER noch breiter und diversifizierter aufzustellen. Neben Dividenden und Wachstum fungiere im quantitativen Alpha-Screen-Prozess die Analyse der Aktienrückkäufe, zusammen mit der Höhe der Dividendenrendite ebenfalls ein langfristiger und defensiv orientierter Ansatz. "Wir setzen darauf, dass Unternehmen, die ihr überschüssiges Kapital in Form von Aktienrückkäufen an ihre Aktionäre zurückgeben, über systematisches Outperformance-Potential verfügen", erkläre Müller. "Natürlich behalten wir dabei den fundamentalen Hintergrund im Blick, beispielsweise, ob und wie sich die Verschuldung der Unternehmen bei Aktienrückkäufen verändert."

Strategie und Auswahl des STAUFER-Fonds würden sich bereits seit dem Auflagejahr 1997 bewähren. Auf Sicht von fünf Jahren habe das rund 35 Titel umfassende Portfolio sowohl die Benchmark als auch seine Peergroup um rund 5 Prozent per anno übertroffen. Oder anders ausgedrückt: 95 Prozent aller Fonds der Kategorie Euroland hätten sich schlechter entwickelt. "Studien belegen, dass ein Portfolio auch mit 25 bis 30 Aktien gut diversifiziert sein kann. Wir setzen auf ein Portfolio von etwa 30 bis 50 Titeln, etwa ein Zehntel des Kandidatenfeldes, um das Alphapotential mittels gezielter Aktienselektion zu nutzen", so Müller. Die laufende Überwachung des Portfolios erfolge über ein dauerhaftes Screening der Nachrichtenlage, Makro-Risiken sowie Preis- und Ertragsentwicklung. Entscheidungen, Ereignisse oder Handlungen, die ernsthafte Bedenken in Bezug auf eine Aktie hervorrufen würden, würden zu ihrem Verkauf führen. Die Möglichkeit, schnell auf Veränderungen zu reagieren, sei ein enormer Vorteil gegenüber passiven ETF-Dividendenfonds, der die stabile Outperformance des First Private Euro Dividenden STAUFER in verschiedensten Marktphasen zum Teil erkläre. (26.09.2016/fc/a/f)





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