Fonds-Handel: Finger weg von Gold


16.04.13 16:22
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Langweilig waren die vergangenen Tage im Fondshandel definitiv nicht, so die Deutsche Börse AG.

"Thema Nummer eins sind ganz klar Edelmetalle", melde Jan Duisberg von ICF Kursmakler. Sowohl Gold als auch Silber hätten in den vergangenen Tagen nämlich einen heftigen Preissturz erlebt: Die Notierungen für Gold seien erstmals seit über zwei Jahren wieder unter die Marke von 1.400 USD gerutscht, aktuell werde die Feinunze zu 1.388 USD gehandelt. Silber habe sich innerhalb weniger Tage von 27,60 auf zwischenzeitlich unter 23 USD verbilligt.

"Der Grund für den Preisrückgang ist nicht so ganz eindeutig", bemerke Duisberg. "Unter anderem wird wohl befürchtet, dass europäische Krisenländer ihre Goldbestände verkaufen müssen." Dieses Szenario werde aktuell im Fall Zypern diskutiert.

"In betroffenen Fonds hatten wir auffällig hohe Umsätze, und zwar hauptsächlich Verkäufe", melde Duisberg. Sehr rege gehandelt - und überwiegend abgegeben - worden sei etwa der Minenfonds Stabilitas Gold+Resourcen (ISIN LU0229009351 / WKN A0F6BP). Der habe allein im vergangenen Monat über 11 Prozent und auf Sicht von sechs Monaten 35 Prozent an Wert eingebüßt. Auch Mischfonds, die zuletzt stark auf Edelmetalle gesetzt hätten, hätten dem Händler zufolge auf den Abgabelisten gestanden, etwa der M&W Privat.

Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank bestätige den Trend und melde Abflüsse aus dem BlackRock Global World Mining Fund, dem BlackRock Global World Gold Fund und dem Earth Gold Fund. Alle drei hätten zuletzt heftige Kursverluste erlitten.

Dass der deutsche Aktienmarkt den Börsen in den USA und in Japan in den vergangenen Wochen hinterhergehinkt habe, mache sich auch im Fondshandel bemerkbar. "Wir sehen einen Switch von deutschen beziehungsweise europäischen zu internationalen Aktien", erkläre Deisenroth-Boström. Der Dow Jones sei vergangene Woche auf ein neues Rekordhoch geklettert, der Nikkei 225 auf den höchsten Stand seit Sommer 2008. Im Gegensatz dazu habe sich der DAX von seinem Hoch aus dem März ein ganzes Stück weit entfernt.

Der Händlerin zufolge hätten sich Anleger daher etwa vom Allianz Europe Equity Growth und dessen nicht thesaurierender Version (ISIN LU0256839191 / WKN A0KDMT), vom FF European Growth und vom DWS Deutschland getrennt. Eindeckungen habe es hingegen in den beiden weltweit investierenden Fonds DWS Top Dividende und M&G Global Dividend sowie im bereits in den Vorwochen beliebten Spezialfonds DJE Agrar & Ernährung gegeben. Lediglich im UniGlobal hätten Abflüsse dominiert.

Duisberg könne noch keinen Abgabedruck in Aktienfonds feststellen. "Wir sehen keine größeren Liquidationen, die meisten Anleger halten an ihren Positionen fest." Zum Teil würden die niedrigeren Preise auch für einen Einstieg genutzt. Größeres Handelsaufkommen habe Duisberg nur im Aberdeen Global Emerging Markets Smaller Companies (ISIN ROMPNTACNOR4 / WKN A0MQ94) beobachtet. "Allerdings überwogen hier die Käufe."

Wie sich bereits in der Vorwoche abgezeichnet habe, sei die Kauflust im Asien-Segment derzeit eher begrenzt. Deisenroth-Boström zufolge sei etwa der DWS Top 50 Asien, der auf Aktien aus der Region Asien/Pazifik setze und auch japanische Dividendentitel im Portfolio habe, abgestoßen worden, ebenso der Baring Hong Kong China und der First State Asia Pacific Leaders. Alle drei Fonds hätten im laufenden Jahr nicht überzeugen können und bislang, wie der DWS Top 50 Asien, nur magere Gewinne beziehungsweise, wie die anderen beiden, sogar Verluste liefern.

Mit reinen Japan-Fonds wie etwa dem DWS Japan Opportunities (ISIN DE0008490954 / WKN 849095), dem Allianz Fonds Japan und dem DekaLux-Japan hätten Anteilseigner hingegen üppige Gewinn einfahren können.

Klassische Mischfonds, die weniger oder gar nicht in Gold engagiert seien, würden unterdessen gefragt bleiben, wie Duisberg feststelle. Zu den Publikumslieblingen würden hier der Flossbach von Storch Multiple Opportunities und der Carmignac Patrimoine zählen. Relativ viele Umsätze habe ICF Kursmakler am heutigen Dienstag im Übrigen im Immobilienfonds CS Euroreal gesehen. "Das waren überwiegend Käufe." (16.04.2013/fc/a/f)





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146,72 € 147,33 € -   € 0,00% 16.04./22:00
 
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LU0229009351 A0F6BP 167,78 € 64,52 €
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