Fonds Käufe und Gewinnmitnahmen


06.12.11 14:28
Deutsche Börse AG

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Das Kursfeuerwerk an den Börsen überzeugte offenbar nicht alle Fondsanleger. Händler berichten von Zu- und Abflüssen, so die Deutsche Börse AG.

"Trotz vieler positiver Nachrichten haben wir vor allem Abgaben gesehen", berichte Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank. Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler melde hingegen überwiegend Käufe. "Man merkt, dass wieder ein bisschen Hoffnung in den Markt gekommen ist", meine der Händler.

Der in der vergangenen Woche begonnene Höhenflug des DAX setze sich auch zu Beginn dieser Woche fort, heute gehe es allerdings abwärts. Der Grund: S&P habe angekündigt, das Rating für Deutschland und weitere 14 Länder der Eurozone zu überprüfen, Deutschland könnte somit seine Topbonität AAA verlieren. Dramatisch sei die Warnung nach Ansicht von Wöllnitz allerdings nicht. "S&P hat nur angekündigt, die Zentralbanken haben gehandelt", erkläre er mit Blick auf die konzertierte Aktion der sechs wichtigsten Notenbanken zur Stützung der US-Dollar-Liquidität in der vergangenen Woche.

Unterdessen würden Börsianer und auch Anleger auf den am kommenden Donnerstag beginnenden EU-Gipfel warten, bei dem Deutschland auf automatische Sanktionen bei Nicht-Einhaltung von Stabilitätskriterien im Euroraum drängen wolle. "Falls die Erwartungen enttäuscht werden, könnte es schnell wieder nach unten gehen", kommentiere Deisenroth-Boström.

Bei vielen deutschen Aktienfonds mache die Baader Bank einen Verkaufsüberhang aus: Etwa würden der DWS Deutschland und der DekaLux-Deutschland TF abgegeben. Beim Cominvest Fondak und beim DWS German Equities hätten sich Zu- und Abflüsse hingegen noch die Waage gehalten.

Bei internationalen Fonds würden Verkäufe dominieren, wie Deisenroth-Boström weiter melde: Etwa hätten sich Anleger vom DWS Top Dividende und vom M&G Global Basics, beides internationale Aktienfonds getrennt.

Gefallen fänden Investoren ICF Kursmakler zufolge aber durchaus an Mischfonds, wie dem M&W Privat und dem Flossbach von Storch SICAV Multiple Opportunities. Dabei handele es sich um internationale Mischfonds, wobei der letztere seinen Schwerpunkt bei Aktien habe.

Ebenfalls gut gehe nach wie vor der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen weg, der mit deutschen Nebenwerten in diesem Jahr die erstaunliche Rendite von aktuell 17,61 Prozent erwirtschaftet habe. In den vergangenen drei Jahren habe das jährliche Plus im Schnitt sogar bei fast 30 Prozent gelegen. Der M&P Privat habe in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt, seit Jahresanfang verzeichne er ein Plus von knapp 5 Prozent. Der Fonds investiere flexibel in alle Anlageklassen, das heiße Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Edelmetalle.

Zudem würden Anleger bei den zuletzt stark gebeutelten offenen Immobilienfonds wieder etwas mutiger. Neue Nachrichten gebe es aus der Branche nach den Hiobsbotschaften vor einigen Wochen über die Abwicklung weiterer offener Fonds allerdings nicht.

Laut Wöllnitz würden sich Investoren für den CS Euroreal und der KanAm grundinvest interessieren. Beide Fonds seien geschlossen worden, die Gesellschaften würden im Moment keine Anteile zurücknehmen, lediglich der Verkauf über die Börse sei möglich. Der CS Euroreal gehöre neben dem SEB ImmoInvest zu den in der vergangenen Woche umsatzstärksten Fonds an der Börse Frankfurt.

Sehr ruhig gestalte sich laut Baader Bank im Moment der Handel mit Asien- und Minenfonds. "Alles dreht sich eben um Europa", bemerke Wöllnitz. Deisenroth-Boström berichte von Abflüssen aus dem Baring Hong Kong China und dem DWS Top 50 Asien, "allerdings auf sehr niedrigem Niveau". Ähnlich sehe es der Händlerin zufolge beim auf US-Dollar lautenden BGF World Mining und dem Pendant auf Euro (ISIN LU0172157280 / WKN A0BMAR) aus.

Auch von Geldmarktfonds würden Anleger derzeit wenig halten, wie die Baader Bank registriert habe: "Der Deka-LiquiditätsPlan wird abgegeben", erkläre Deisenroth-Boström (ISIN LU0249486092 / WKN DK0EBB). (06.12.2011/fc/a/f)






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