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Fondsanleger trotz Finanzkrise gelassen


22.12.08 15:32
Börse Hamburg

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Auch wenn der Eindruck ein anderer ist: Fondsanleger haben im Zuge der Finanzkrise besonnen gehandelt, so die Börse Hamburg.

Das habe eine repräsentative Umfrage der Börse Hamburg unter 150 Online-Tradern von Investmentfonds ergeben, die von TNS Infratest Ende November 2008 durchgeführt worden sei. Nur 17,8 Prozent aller Befragten hätten demnach Fonds verkauft.

Über die Hälfte aller Umfrageteilnehmer, die Fonds aufgrund der Finanzkrise verkauft hätten, habe dies über die Börse getan. "Der börsliche Fondshandel setzt sich gerade unter Online-Tradern immer mehr durch. Wichtigste Kriterien sind laut Umfrage ein hohes Ordervolumen im gewählten Fonds, eine schnelle Abwicklung und die garantierte Ausführung", so Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg.

Von allen Befragten hätten 77,9 Prozent schon einmal vom Fondshandel über die Börsen gehört - 2006 seien es noch 74,8 Prozent gewesen. Wichtigste Informationsquelle sei mit 41,4 Prozent das Internet, gefolgt von Printmedien (40,5 Prozent) und Fernsehen (20,6 Prozent). Doch nicht nur der Bekanntheitsgrad sei gestiegen, es würden auch immer mehr Online-Trader Fonds über die Börse handeln. Während 2006 nur 27,1 Prozent der Befragten schon einmal Fonds über die Börse ge- oder verkauft hätten, seien es jetzt bereits 33,9 Prozent, also gut ein Drittel.

Eine zunehmende Rolle würden beim Fondshandel die Kosten spielen. 86,8 Prozent der Befragten würden der Aussage zustimmen, dass sie häufiger Fonds handeln würden, wenn die Kosten geringer wären, 2006 seien es 77,9 Prozent gewesen. Auch der Wunsch nach Kursrisiko-Absicherung habe zugenommen: Für 76,9 Prozent der Umfrageteilnehmer sei diese Möglichkeit wichtig, 2006 hätten dieser Aussage 71,6 Prozent zugestimmt. "Das Setzen von Stopp-Loss-Marken ist ein wesentlicher Vorteil des börslichen Fondshandels gegenüber dem Kauf bei der Kapitalanlagegesellschaft, die diesen Service nicht ermöglicht", erläutere Dr. Ledermann. Wie beim Aktienhandel könne ein Kursverlust von Fondsanteilen durch eine Stopp-Loss-Order begrenzt werden, ohne dass der Fondsbesitzer permanent sein Depot überwachen müsse.

Zukünftig würden 37,7 Prozent der Befragten verstärkte Fondskäufe planen - trotz Finanzkrise und Abgeltungssteuer. "Die Investitionsbereitschaft in Fonds hat gegenüber 2006 (59,9 Prozent) zwar abgenommen, ist angesichts teils extrem schwankender Kurse jedoch erstaunlich hoch", sage Dr. Ledermann. Die Börse Hamburg rechne deshalb für 2009 mit stabilen Umsätzen im Fondshandel. "Die Börsen nehmen konjunkturelle Aufschwünge vorweg. Sollte es Ende 2009 zu einer Erholung der Wirtschaft kommen, wie Experten prognostizieren, wird sich dies auf die Kurse im Fondsbereich positiv auswirken", so Dr. Ledermann. (22.12.2008/fc/a/f)