Fondshandel: China-, Umwelt- und Tech-Fonds gefragt


26.02.21 11:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Derzeit gibt es gute und etwas weniger gute Tage an der Börse - wirklich schlechte kaum, so die Deutsche Börse AG.

Rücksetzer, ausgelöst etwa durch Inflationsängste oder Rückschläge in der Pandemiebekämpfung, würden immer wieder schnell aufgeholt. Viele Indices hätten zuletzt neue Allzeithochs erreicht, der Dow Jones zum Beispiel am gestrigen Mittwoch. Der DAX sei Mitte des Monats auf 14.190 Punkte geklettert, jetzt nehme er die Höchstmarke wieder ins Visier und stehe am Donnerstagmorgen bei 14.033 Punkten. Die gute Stimmung zeige sich auch im Fondshandel: Matthias Präger von der Baader Bank und Jan Duisberg von der ICF Bank würden von extrem hohen Umsätzen berichten.

Anleger würden Präger zufolge ganz viele Fonds mit asiatischen Aktien beziehungsweise "alles, was mit China zu tun hat" kaufen. Er spreche von "gigantischen Umsätzen". Der Grund: China und andere asiatische Länder scheinen viel besser durch die Corona-Krise zu kommen als Europa und die USA, so die Deutsche Börse AG. Anleger hätten daher etwa auf den JP Morgan China, den JP Morgan Greater China und den Allianz China Equity gesetzt. Alle drei hätten zuletzt einen Teil ihrer Gewinne abgeben müssen, würden seit Jahresanfang aber immer noch auf Zuwächse von rund 10 Prozent kommen, auf Dreijahressicht seien es jetzt 23,7, 22,5 und 12,4 Prozent im Jahr.

Doch auch andere Themen würden Extrarenditen bieten: Duisberg berichte von einem anhaltend hohem Interesse an Umwelt-/Klimafonds, klassischen Technologiefonds und Biotech-Fonds. Sehr gut an komme zum Beispiel weiter der ÖkoWorld Klima mit den Anlageschwerpunkten Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Recycling, neue Werkstoffe, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft und Wassernutzung. Er punkte mit einer jährlichen Rendite von fast 23 Prozent auf Dreijahressicht. Auch der Deka UmweltInvest (ISIN DE000DK0ECT0 / WKN DK0ECT) finde viele Anhänger.

Im Bereich Technologiefonds bleibe der BGF World Technology der Renner. "Da sehen wir nur Käufe, Käufe und Käufe", erkläre Duisberg. Zwar habe sich der Fonds der jüngsten Abschwächung in der Branche nicht entziehen können, komme aber immer noch auf eine jährliche Rendite von 37 Prozent auf Dreijahressicht. Ebenfalls beliebt sei der DWS Technology (ISIN DE0008474149 / WKN 847414). Anleger würden laut Duisberg aber zum Beispiel auch auf den im Bereich Medizintechnik investierenden, weniger bekannten Bellevue BB Adamant Medtech setzen.

Breit streuende Fonds mit europäischen und internationalen Aktien seien bei insgesamt hohen Umsätzen eher abgegeben worden. "Das ist aber normal, Anleger nutzen die Börse eher für Verkäufe als Käufe", bemerke Präger. Auf den Verkaufslisten hätten etwa der Baring German Growth Trust, der DJE Mittelstand & Innovation, der Threadneedle (Lux) European Smaller Companies und die international investierenden DWS Top Dividende, Templeton Growth und Morgan Stanley INVF Global Opportunity gestanden.

Käufe registriere der Händler für den Schroder ISF European Dividend Maximiser und den AGIF - Allianz Thematica. Beliebt bleibe der Mischfonds ARERO Der Weltfonds mit regelbasiertem Indexkonzept mit drei Anlageklassen (Aktien, Renten und Rohstoffe = ARERO). Schwerpunkt seien derzeit Aktien mit 60 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren habe der Fonds eine jährliche Rendite von 8,3 Prozent erzielt.

Sehr hohe Umsätze gebe es - wie immer - bei Immobilienfonds, und zwar in beide Richtungen. Zu den Umsatzspitzenreitern würden etwa der Hausinvest, wie Duisberg berichte, aber auch der Deka-Immobilien Europa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956) gehören. Ebenfalls ein hohes Handelsaufkommen, wenn auch nicht ganz so hoch, melde er für den Deka-Immobilien Nordamerika (ISIN DE000DK0LLA6 / WKN DK0LLA). Deutlich mehr um als früher gehe auch im Wertgrund WohnSelect.

Insgesamt habe sich der Trend in aktiv und passiv verwaltere Fonds auch im neuen Jahr fortgesetzt: Wie aus Absatzschätzungen von Morningstar hervorgehe, hätten Langfristfonds in Europa im Januar 2021 Zuflüsse in Höhe von 89,5 Milliarden Euro verzeichnet. Damit sei der Monat der drittbeste überhaupt gewesen - nach Januar 2018 und Dezember 2020. Treiber seien FOMO ("fear of missing out") und TINA ("there is no alternative") gewesen, schreibe Ali Masarwah von Morningstar, also die Angst, etwas zu verpassen und fehlende Alternativen. Spitzenreiter bei den Zuflüssen seien Aktienfonds mit 51,7 Milliarden Euro, gefolgt von Rentenfonds mit 27,9 Milliarden Euro und Mischfonds mit 6,1 Milliarden Euro gewesen. (Ausgabe vom 25.02.2021) (26.02.2021/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
65,491 € 65,543 € -0,052 € -0,08% 17.04./10:39
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0051755006 973778 71,82 € 52,95 €
Werte im Artikel
66,06 plus
+2,51%
592,52 plus
+1,12%
44,32 plus
+0,57%
167,02 plus
+0,38%
32,60 plus
+0,19%
330,52 plus
+0,16%
40,44 plus
+0,07%
-    plus
0,00%
104,86 minus
-0,06%
65,49 minus
-0,08%
68,97 minus
-0,21%
177,18 minus
-0,23%
490,94 minus
-0,31%
211,04 minus
-0,37%
216,93 minus
-0,40%
132,10 minus
-0,44%
24,84 minus
-0,74%
15,04 minus
-0,78%
125,40 minus
-0,82%
139,54 minus
-3,49%