Fondshandel: In der Defensive


31.08.17 10:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Anhaltend seitwärts gerichtete Aktienbörsen dämpfen das Geschäft mit aktiv verwalteten Fonds, so die Deutsche Börse AG.

"Es fehlt die Richtung", meine Jan Duisberg. Zudem hätten Themen wie Nordkorea und die immer wieder thematisierte Unberechenbarkeit des mächtigsten Mannes der Welt verunsichert. "Jeder hat zu Donald Trump und den Auswirkungen seiner Wahl zum Präsidenten etwas zu sagen", fasse der Händler der ICF Bank die Situation zusammen. Der jüngste Raketentest von Kim Jong-un habe vor allem hiesige Investoren verunsichert und den DAX gestern zwischenzeitlich unter 12.000 Zähler gedrückt. Nachdem asiatische und US-amerikanische Anleger von den Kapriolen Nordkoreas kaum Notiz genommen hätten, habe sich die Lage auch hierzulande wieder beruhigt. Aktuell versuche der DAX, die psychologisch wichtige Marke zurückzuerobern.

Dennoch bleibe die allgemeine Gemengelage eher unübersichtlich. Dazu passe nach Ansicht von Duisberg das gestiegene Interesse an Produkten wie dem BHF Flexible Allocation (ISIN LU0319572730 / WKN A0M003), der in beide Richtungen gehandelt würde. Das Management des EURO STOXX 50-lastigen Mischfonds mache die Zusammensetzung des Wertes abhängig von äußeren politischen und geopolitischen Bedingungen. Auch der stark gesuchte Siemens Balanced gehöre in diese Kategorie. Der weltweit in Aktien und festverzinslichen Wertpapieren investierte Wert mische zwischen 20 und 100 Prozent Aktien etwa aus dem MSCI EMU und S&P 500 mit Anleihen und ziele damit auf stabile Zinseinkünfte und Renditen.

Lebhaftes Interesse hätten Anleger nach wie vor an Immobilienfonds demonstriert. Zu den meist gehandelten und zumeist gekauften Produkten gehöre zum Beispiel bei der ICF Bank der grundbesitz europa. Seit 12. Juli gebe die Fondsgesellschaft übrigens wieder neue Anteile aus, nachdem sie sich Mitte vergangenen Jahres aufgrund hoher Mittelzuflüsse ein Soft Closing verordnet habe. Auf Gegenliebe stoße auch der SEB ImmoInvest. "Die Nachfrage im Segment ist generell sehr hoch, Immobilienfonds werden häufig zur Stabilisierung des Portfolios gewählt."

Publikumsfonds mit europäischen und deutschen Werten würden Matthias Präger zufolge tendenziell abgestoßen. Während der auf substanzstarke deutsche Standardwerte setzende DWS Deutschland eher gesucht sei, trennten sich Anleger per Saldo von ihren Anteilen am DWS Aktienstrategie Deutschland und JPM Europe Equity Plus. "Die Umsätze bewegen sich insgesamt auf überschaubarem Niveau", beschreibe der Händler der Baader Bank. "Viele Anleger, aber auch Kollegen sind noch im Urlaub."

Ein ähnliches Bild zeichne Präger vom Handel mit international engagierten Produkten. Zwar gebe es in Summe Zuflüsse zum in US-Dollar geführten Morgan Stanley Global Opportunities Fund und Patriarch Classic Dividende 4 Plus. Ersterer komme seit Jahresbeginn immerhin auf eine Performance von gut 34 Prozent, in den vergangenen drei Jahren stünden über 53 Prozent zu Buche. Gleichzeitig trennten sich Investoren vom Siemens Global Growth, DJE Dividende und Substanz (ISIN LU0159551042 / WKN 164326) und DWS Top Dividende. Präger vermute einen Zusammenhang mit dem starken Euro.

Klaren Zuspruch registriere der Händler für Aktien von Minenbetreibern. Auf den Einkaufslisten befänden sich zum Beispiel der in US-Dollar notierte BGF World Gold Fund und der DJE Gold und Ressourcen. Beide würden weltweit in Unternehmen mit Schwerpunkt im Goldbergbau anlegen. In Summe abgegeben würde indes der BGF World Mining Fund (ISIN LU0065014192 / WKN 986132).

Mit Blick auf Aktienportfolios aus dem asiatischen Raum melde Präger ein eher ausgeglichenes Verhältnis von Käufen und Verkäufen. Überwiegende Zuflüsse gebe es für den Comgest Growth Greater China (ISIN IE0030351732 / WKN 756455), dessen Management unter anderem in Aktien von Unternehmen anlege, die an geregelten Märkten in Asien - dazu würden China Hongkong und Taiwan gehören - notiert seien. (Ausgabe vom 30.08.2017) (31.08.2017/fc/a/f)





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LU0319572730 A0M003 92,42 € 84,10 €
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