Erweiterte Funktionen
Fondshandel Ende des Ausverkaufs
23.08.11 10:19
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Trotz höchster Anspannung an den Börsen ist es im Fondshandel in den vergangenen Tagen wieder gemächlicher zugegangen, so die Deutsche Börse AG.
"Wir hatten deutlich weniger Stress", berichte Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. In den Wochen zuvor hätten die Umsätze noch das fünf- bis sechsfache des Üblichen betragen, davon könne jetzt nicht mehr die Rede sein. "Anleger, die ängstlich sind, haben bereits verkauft." Matthias Präger von der Baader Bank sehe das ähnlich: "Es ist viel ruhiger geworden." Während das Gros zwar weiterhin aus Verkäufen bestehe, würden sich einzelne Anleger aber auch wieder aus der Deckung wagen, würden die Händler einhellig berichten. "Besonders Freitag, gestern und heute haben wir wieder Käufer beobachtet", melde Orlemann. Gerade Portfolios mit Werten aus dem asiatischen Raum hätten Investoren offenbar überzeugt.
Nach einer weiteren dramatischen Woche an den Aktienbörsen zeige sich der DAX am Dienstag klar erholt. Zum einen würden die Einkaufsmanagerindices aus Deutschland und China positiv aufgenommen. Darüber hinaus würden die Hoffnungen steigen, dass US-Zentralbank-Chef Ben Bernanke am kommenden Freitag bei einem Treffen der Notenbanker aus aller Welt in Jackson Hole eine weitere Runde der quantitativen Lockerung ankündigen werde. Insgesamt bleibe die Nervosität aber hoch. Auch der Goldpreis spreche diese Sprache: Das als Krisenwährung betrachtete Edelmetall sei erstmals über die Marke von 1.900 US-Dollar für eine Feinunze gestiegen und damit so teuer wie noch nie geworden.
Von Publikumsfonds mit deutschen, europäischen oder internationalen Aktien wollten die meisten Anleger nach wie vor nicht viel wissen, dazwischen würden sich aber die ersten Lebenszeichen regen. Auf den Verkaufslisten habe laut ICF Kursmakler das Fondsschwergewicht Carmignac Patrimoine gestanden. "Dabei war der Kursverlauf zuletzt ziemlich stabil", wundere sich Orlemann. Der Mischfonds liege auf Monatssicht klar im Plus und hebe sich damit deutlich von reinen Aktienfonds ab. "Hier wurde wahrscheinlich ordentlich umstrukturiert", vermute deswegen der Händler. Ebenfalls Abgaben habe ein ETF-Dachfonds mit Aktien- und Renten-Indexfonds von Veritas Investment Trust verzeichnet.
"Es gibt aber auch Neuengagements", ergänze Orlemann. Eindeutig kauffreudig hätten sich Investoren beim M&W Privat gezeigt. Der Fonds, gemanagt von der Mack & Weise Vermögensverwaltung, agiere flexibel in den Anlageklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Edelmetalle. Das 1989 gegründete Hamburger Haus sehe sich als einer der ersten Vermögensverwalter, die einen Fonds anbieten würden, zunächst den Aktienfonds M&W Capital, später den M&W Privat. Zuletzt habe der M&W Privat im Kurs kräftig zulegen können, vor allem durch Positionierungen in Gold und Silber. Für das laufende Jahr komme der Fonds immerhin auf ein Plus von 4,52 Prozent, für die vergangenen drei Jahre seien es jeweils 10,25 Prozent gewesen.
Der Baader Bank zufolge würden bei international aufgestellten Fonds noch Abflüsse überwiegen, bei Portfolios mit deutschen und europäischen Werten hätten sich Käufe und Verkäufe aber bereits die Waage gehalten. Als Beispiele für Abgaben im internationalen Bereich nenne Präger den M&G Global Basics, den Lingohr-Systematic-LBB-Invest und den Carmignac Investissement.
Beispiele für den europäischen Raum seien der DWS Deutschland, der Uni Deutschland XS (ISIN DE0009750497 / WKN 975049) und der Cominvest Fondak auf der Einkaufsseite, der europäische Nebenwert-Fonds PineBridge Global Funds Europe Small Cap Equity A1 und der SISF European Equity Alpha A ausschüttend (ISIN LU0191612000 / WKN A0CATJ) auf der Verkaufsseite.
Punkten könnten unterdessen einige Asien-Fonds. Schon in der vergangenen Woche hätten sich Anleger etwa beim HSBC GIF Indian Equity positioniert, wie Orlemann melde. Der Fonds strebe mittel- bis langfristiges Kapitalwachstum an, dafür werde in Aktien von Unternehmen investiert, die entweder an einer indischen Börse notiert oder mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Indien verbunden seien. Nach einer - wie bei vielen Schwellenländerfonds - in der ersten Jahreshälfte unbefriedigenden Entwicklung habe der Fonds seit Anfang des Monats nochmals ordentlich Federn lassen müssen. Auf Sicht von drei Monaten habe das 18 Prozent an Wert gekostet, auf Sicht von einem Jahr mittlerweile 32 Prozent. Offenbar hätten viele Anleger jetzt aber auf bessere Zeiten gehofft.
Auch bei einem Indonesien-Fonds (ISIN LU0055114457 / WKN 974129) hätten Investoren zugegriffen, wie Orlemann ergänze. Die Baader Bank habe Kaufinteresse beim Baring Hong Kong China und beim auf US-Dollar lautenden Templeton Asian Growth Fund A registriert, während sich Anleger von anderen Asien-Fonds (ISIN LU0084234409 / WKN 930674; ISIN DE0009769760 / WKN 976976; ISIN LU0096560650 / WKN 988086) eher getrennt hätten.
Weniger gut seien Russland-Fonds angekommen, etwa der DWS Russia, wie Orlemann außerdem berichte. Ob der rückläufige Ölpreis den Verkaufsdruck ausgelöst habe, könne er nicht sagen. "Der Fond ist ohnehin sehr volatil und eine riskante Depotbeimischung." Wahrscheinlich habe vor allem die allgemeine Risikoscheu für Abflüsse gesorgt. Der Ölpreis, der Anfang August bereits korrigiert habe, sei nach einer kurzen Erholung zuletzt wieder gesunken - vor allem aufgrund des sich abzeichnenden Sieges der Rebellen in Libyen. Viele Experten würden nun davon ausgehen, dass sich Öl weiter verbilligen werde.
Bei den Rohstofffonds sei das Bild ausgeglichen gewesen. Präger habe Abgaben beim BGF World Mining Fund und beim BGF World Gold Fund, die beide auf US-Dollar lauten würden, beobachtet. Zuflüsse habe es hingegen beim in Euro denominierten BGF World Gold Fund Hedged gegeben. Der Allianz RCM Rohstofffonds sei laut Orlemann gleichermaßen ge- und verkauft worden. "Hier wird aber auch gezockt", erkläre der Händler. Der UniValueFonds: Europa -net- A sei überwiegend abgegeben worden. (23.08.2011/fc/a/f)
"Wir hatten deutlich weniger Stress", berichte Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. In den Wochen zuvor hätten die Umsätze noch das fünf- bis sechsfache des Üblichen betragen, davon könne jetzt nicht mehr die Rede sein. "Anleger, die ängstlich sind, haben bereits verkauft." Matthias Präger von der Baader Bank sehe das ähnlich: "Es ist viel ruhiger geworden." Während das Gros zwar weiterhin aus Verkäufen bestehe, würden sich einzelne Anleger aber auch wieder aus der Deckung wagen, würden die Händler einhellig berichten. "Besonders Freitag, gestern und heute haben wir wieder Käufer beobachtet", melde Orlemann. Gerade Portfolios mit Werten aus dem asiatischen Raum hätten Investoren offenbar überzeugt.
Nach einer weiteren dramatischen Woche an den Aktienbörsen zeige sich der DAX am Dienstag klar erholt. Zum einen würden die Einkaufsmanagerindices aus Deutschland und China positiv aufgenommen. Darüber hinaus würden die Hoffnungen steigen, dass US-Zentralbank-Chef Ben Bernanke am kommenden Freitag bei einem Treffen der Notenbanker aus aller Welt in Jackson Hole eine weitere Runde der quantitativen Lockerung ankündigen werde. Insgesamt bleibe die Nervosität aber hoch. Auch der Goldpreis spreche diese Sprache: Das als Krisenwährung betrachtete Edelmetall sei erstmals über die Marke von 1.900 US-Dollar für eine Feinunze gestiegen und damit so teuer wie noch nie geworden.
Von Publikumsfonds mit deutschen, europäischen oder internationalen Aktien wollten die meisten Anleger nach wie vor nicht viel wissen, dazwischen würden sich aber die ersten Lebenszeichen regen. Auf den Verkaufslisten habe laut ICF Kursmakler das Fondsschwergewicht Carmignac Patrimoine gestanden. "Dabei war der Kursverlauf zuletzt ziemlich stabil", wundere sich Orlemann. Der Mischfonds liege auf Monatssicht klar im Plus und hebe sich damit deutlich von reinen Aktienfonds ab. "Hier wurde wahrscheinlich ordentlich umstrukturiert", vermute deswegen der Händler. Ebenfalls Abgaben habe ein ETF-Dachfonds mit Aktien- und Renten-Indexfonds von Veritas Investment Trust verzeichnet.
"Es gibt aber auch Neuengagements", ergänze Orlemann. Eindeutig kauffreudig hätten sich Investoren beim M&W Privat gezeigt. Der Fonds, gemanagt von der Mack & Weise Vermögensverwaltung, agiere flexibel in den Anlageklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Edelmetalle. Das 1989 gegründete Hamburger Haus sehe sich als einer der ersten Vermögensverwalter, die einen Fonds anbieten würden, zunächst den Aktienfonds M&W Capital, später den M&W Privat. Zuletzt habe der M&W Privat im Kurs kräftig zulegen können, vor allem durch Positionierungen in Gold und Silber. Für das laufende Jahr komme der Fonds immerhin auf ein Plus von 4,52 Prozent, für die vergangenen drei Jahre seien es jeweils 10,25 Prozent gewesen.
Beispiele für den europäischen Raum seien der DWS Deutschland, der Uni Deutschland XS (ISIN DE0009750497 / WKN 975049) und der Cominvest Fondak auf der Einkaufsseite, der europäische Nebenwert-Fonds PineBridge Global Funds Europe Small Cap Equity A1 und der SISF European Equity Alpha A ausschüttend (ISIN LU0191612000 / WKN A0CATJ) auf der Verkaufsseite.
Punkten könnten unterdessen einige Asien-Fonds. Schon in der vergangenen Woche hätten sich Anleger etwa beim HSBC GIF Indian Equity positioniert, wie Orlemann melde. Der Fonds strebe mittel- bis langfristiges Kapitalwachstum an, dafür werde in Aktien von Unternehmen investiert, die entweder an einer indischen Börse notiert oder mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Indien verbunden seien. Nach einer - wie bei vielen Schwellenländerfonds - in der ersten Jahreshälfte unbefriedigenden Entwicklung habe der Fonds seit Anfang des Monats nochmals ordentlich Federn lassen müssen. Auf Sicht von drei Monaten habe das 18 Prozent an Wert gekostet, auf Sicht von einem Jahr mittlerweile 32 Prozent. Offenbar hätten viele Anleger jetzt aber auf bessere Zeiten gehofft.
Auch bei einem Indonesien-Fonds (ISIN LU0055114457 / WKN 974129) hätten Investoren zugegriffen, wie Orlemann ergänze. Die Baader Bank habe Kaufinteresse beim Baring Hong Kong China und beim auf US-Dollar lautenden Templeton Asian Growth Fund A registriert, während sich Anleger von anderen Asien-Fonds (ISIN LU0084234409 / WKN 930674; ISIN DE0009769760 / WKN 976976; ISIN LU0096560650 / WKN 988086) eher getrennt hätten.
Weniger gut seien Russland-Fonds angekommen, etwa der DWS Russia, wie Orlemann außerdem berichte. Ob der rückläufige Ölpreis den Verkaufsdruck ausgelöst habe, könne er nicht sagen. "Der Fond ist ohnehin sehr volatil und eine riskante Depotbeimischung." Wahrscheinlich habe vor allem die allgemeine Risikoscheu für Abflüsse gesorgt. Der Ölpreis, der Anfang August bereits korrigiert habe, sei nach einer kurzen Erholung zuletzt wieder gesunken - vor allem aufgrund des sich abzeichnenden Sieges der Rebellen in Libyen. Viele Experten würden nun davon ausgehen, dass sich Öl weiter verbilligen werde.
Bei den Rohstofffonds sei das Bild ausgeglichen gewesen. Präger habe Abgaben beim BGF World Mining Fund und beim BGF World Gold Fund, die beide auf US-Dollar lauten würden, beobachtet. Zuflüsse habe es hingegen beim in Euro denominierten BGF World Gold Fund Hedged gegeben. Der Allianz RCM Rohstofffonds sei laut Orlemann gleichermaßen ge- und verkauft worden. "Hier wird aber auch gezockt", erkläre der Händler. Der UniValueFonds: Europa -net- A sei überwiegend abgegeben worden. (23.08.2011/fc/a/f)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 809,05 € | 807,50 € | 1,55 € | +0,19% | 17.04./14:26 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| FR0010135103 | A0DPW0 | 813,05 € | - € | |
Werte im Artikel




