Fondshandel: Gemischtes bevorzugt


08.01.15 12:01
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Hohe Schwankungen an den Aktienbörsen sorgen für rege Umsätze im Fonds-Handel, so die Deutsche Börse AG.

"Wir haben gut zu tun", beschreibe Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Trotz des DAX-Absturzes von 300 Punkten am Montag verbuche der Händler der ICF Bank insbesondere in den vergangenen Tagen überwiegend Zuflüsse. "Auch zwischen den Jahren waren Fondsanleger aktiv." Die Vorliebe für Mischfonds und die Biotechnologiebranche setze sich im neuen Jahr fort. Außerdem: "Die Entwicklung im Russlandkonflikt hat zu Verwerfungen in Portfolios mit osteuropäischen Unternehmen geführt."

Die allgemeine Stimmung am Markt vergleiche Orlemann mit einem Verwirrspiel und mache dies etwa an den Einschätzungen der Ökonomen zum Ölpreis aus. "Erst ist die hohe Notierung für das schwarze Gold eine Gefahr für die Konjunktur und jetzt ist der niedrige Preis böse." Mit dem Thema Griechenland und dem möglichen Staatsbankrott nach einem Regierungswechsel als auch der Bewertung des Euro gebe es ähnlich wechselnde Einschätzungen.

Matthias Präger von der Baader Bank verbuche ebenfalls ansehnliche Fonds-Umsätze. "Während der DAX-Verlustphase von 9.950 auf 9.200 Punkte gab es fast ausschließlich Verkäufe, die häufig durch gerissene Stopps ausgelöst wurden." Die Rückkehr in den Bereich um 9.900 Zähler hätten Anleger mit Fonds-Käufen begleitet. Im Rahmen der jüngsten DAX-Schwäche zum Wochenbeginn seien größere Verkaufswellen dann ausgeblieben.

Gemischte Portfolios stünden als Dauerbrenner in den Umsatzlisten der ICF Bank ganz oben und würden meist in den Anlegerdepots landen, wie Orlemann bemerke. "Dabei hat sich der Kapital Plus bei uns an die Spitze geschoben."

Platz zwei belege der Floßbach von Storch Multiple Opportunities, gefolgt vom seit einiger Zeit wieder höher im Kurs stehenden Ethna Aktiv. "Dabei kommen sowohl die ausschüttende Variante als auch die thesaurierende Version (ISIN LU0431139764 / WKN A0X8U6) zum Zuge."

Rege und nahezu ausschließlich gekauft würden der Allianz Strategie Wachstum und der Allianz Strategie Balance. Ersterer verfolge mit einem Aktienanteil zwischen 70 und 80 Prozent eine offensivere Strategie als der defensivere Bruder, der nach eigenen Angaben zwischen 40 und 60 Prozent der Anlegergelder in Aktien aus aller Welt investiere.

Die traditionell hohe Volatilität in der Biotechnologie-Branche spiegele sich im Handel mit entsprechenden Fonds wider. "Derzeit wird fast nur gekauft", registriere Orlemann. Beliebt sei der DWS Biotech, Candriam Equities Biotechnology und der SEB Concept Bio Tech (ISIN LU0118405827 / WKN 542164).

Wie schwankungsanfällig die Branche sei, zeige ein Blick auf die Performance des Nasdaq Biotechnology Index, der auf Vierwochensicht zwar ein Minus von rund 4,0 Prozent ausweise, in den vergangenen drei Monaten allerdings über 12 Prozent im Plus liege.

Fonds mit deutschen Unternehmen würden größtenteils aus den Depots rauskommen, wie Präger berichte. Anleger hätten sich etwa vom DWS Aktienstrategie Deutschland und vom DWS Deutschland getrennt. Auch europäische Werte etwa im Allianz Europe Equity Growth Fund (ISIN LU0256839274 / WKN A0KDMU) würden mehrheitlich abgestoßen. Gegen den Strom schwimme der Pioneer Investment German Equity. "Hier verbuchen wir überwiegend Zuflüsse."

Mit ansehnlichen Umsätzen sei es Präger zufolge bei Fonds mit internationaler Ausrichtung in beide Richtungen gegangen. Mehrheitlich aus den Depots raus käme etwa der Carmignac Inventissement (ISIN FR0010148981 / WKN A0DP5W) und größere Abgaben verbuche der Händler beim UniGlobal. Gefallen fänden Anleger offenbar am Arero der Weltfonds und am UniFavorit Aktien (ISIN DE0008477076 / WKN 847707). "Hier gab es mehr Zu- als Abflüsse." Mit letzterem hätten sich Investoren im vergangenen Jahr über eine ansehnliche Performance von immerhin knapp 20 Prozent freuen können.

Mit Zuspitzung im Konflikt zwischen Russland und dem Westen seien Publikumsfonds mit russischen Aktien in den Anlegerfokus gerückt. Zuweilen heftig hin und her mit aktuell tendenziell mehr Rückgaben gehe es Orlemann zufolge im Pioneer Funds Austria - Russia Stocks(ISIN AT0000668264 / WKN 594867) und im DWS Russia. Die Marktbewegungen hätten vor breiter aufgestellten Körben mit osteuropäischen Aktien wie den DKB Osteuropa Fonds und den Raiffeisen Osteuropa Aktien nicht Halt gemacht. "Vermutlich sind auch kurzfristig orientierte Anleger aktiv."

Fonds mit asiatischen Werten würden laut Präger kaum Beachtung finden. Auf niedrigem Niveau hätten sich Investoren etwa vom Fidelity Funds China Focus Fund und von der Euro-Version des Baring Hong China Fund getrennt. (Ausgabe vom 07.01.2015) (08.01.2015/fc/a/f)





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