Fondshandel: Goldminenfonds wieder gefragt


19.01.17 10:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit dem Auslaufen der Trump-Rally hat auch die Kauffreude im Fondsbereich abgenommen, so die Deutsche Börse AG.

"Die Umsätze sind durchwachsen", berichte Matthias Präger von der Baader Bank. "In der zweiten Dezember-Hälfte hatten wir zwar noch gut zu tun, es wurde aber viel verkauft." Auffällig sei Präger zufolge vor allem die starke Nachfrage nach Goldminen- und US-Dollar-Geldmarktfonds. "Das liegt wohl am teureren Gold, außerdem wird offenbar auf einen steigenden US-Dollar und steigende Zinsen gehofft."

"Mittelprächtige" Umsätze melde Frank Wöllnitz von der ICF Bank. "Gekauft wird nur, wenn die Kurse steigen." Der DAX trete seit Mitte Dezember auf der Stelle, am Mittwochmittag habe der Index bei 11.556 Punkten gelegen und damit nur leicht über dem Niveau vor einem Monat.

Sehr viel los sei nur bei Immobilienfonds, wie Wöllnitz feststelle. "Da haben wir die höchsten Umsätze und zum Teil riesige Orders." Beide Seiten würden gespielt. Ein extrem hohes Handelsaufkommen habe der Spezialist im hausInvest beobachtet. Bei stark schwankenden Kursen überwiegend gekauft werde der Deka-ImmobilienGlobal, während der grundbesitz europa meist abgegeben werde.

Bei Mischfonds fehle der klare Trend: Laut ICF Bank hätten sich Anleger vom Carmignac Patrimoine getrennt, ein ausgeglichenes Bild gebe es hingegen im Handel mit Anteilen am Flossbach von Storch Multiple Opportunities. Der Baader Bank zufolge hätten Anleger beim Arero Weltfonds zugegriffen.

Aus Fonds mit deutschen und anderen europäischen Aktien sei in den vergangenen vier Wochen tendenziell Geld abgeflossen, wie Wöllnitz berichte, etwa aus dem Fondak, dem DWS Investa und dem DWS Deutschland.

Bei internationalen Aktien hätten sich Käufe und Verkäufe die Waage gehalten. So hätten sich Anleger vom Carmignac Investissement und vom JO Hambro Capital Management Global Select getrennt. Im BCDI-Aktienfonds (ISIN LU1480526547 / WKN A2AQJY) hätten die Positionierungen dominiert.

Auch die Aktivitäten im Handel mit asiatischen Aktien seien Präger zufolge überschaubar gewesen. Auf den Verkaufslisten hätten zum Beispiel der Baring Hong Kong China und der First State Greater China Growth gestanden, während der Comgest Growth Greater China - wie fast immer - gekauft worden sei.

Als auffällig ruhig bezeichne Wöllnitz die Umsätze mit den ansonsten rege gehandelten Biotech-Fonds. "Da ist viel Marktbewegung, in den Umsätzen kommt das aber nicht an." Die Schwankungen des NASDAQ Biotech-Index seien weiterhin hoch, es gehe aber - anders als noch bis zum Sommer 2015 - nicht mehr nur nach oben. Nach dem Absturz in der zweiten Jahreshälfte 2015 und Anfang 2016 bewege sich der Index mehr oder weniger seitwärts. Mit dem beliebten DWS Biotech hätten Anleger 2016 Verluste gemacht, auf Dreijahressicht liege das Plus Morningstar zufolge aber immer noch bei 11,8 Prozent im Jahr.

Dafür gebe es offenbar einen neuen Favoriten der Anleger: Den Fidelity Funds - Global Technology. Der werde laut Wöllnitz derzeit nur gekauft. Der Fonds investiere weltweit in Aktien von Unternehmen, die aller Voraussicht nach besonders von neuen technologischen Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen profitieren würden. Schwerpunkt seien Wachstumsunternehmen, die etablierte Marktführer seien, sowie Unternehmen, die in aufstrebenden Marktnischen Fuß gefasst hätten. In den vergangenen drei Jahren sei der Fonds Morningstar zufolge auf ein jährliches Plus von 25,8 Prozent gekommen.

Mehr Bewegung als im DAX habe es in den vergangenen Wochen beim Gold gegeben. Der Goldpreis, der nach dem starken Anstieg in der ersten Jahreshälfte 2016 in der zweiten Jahreshälfte geschwächelt habe, sei wieder nach oben geklettert: Gestern habe die Feinunze 1.214 US-Dollar gekostet, zum Jahresschluss seien es nur 1.141 US-Dollar gewesen. "Das schlägt sich in den Umsätzen nieder", bemerke Präger. Minenfonds wie der Deutsche Invest I Gold and Precious Metals Equities und der BGF World Gold Fund Hedged Euro (ISIN LU0326422689 / WKN A0M9SB) seien in den Portfolios gelandet. (Ausgabe vom 18.01.2017) (19.01.2017/fc/a/f)





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