Fondshandel: Lieber gemischte Portfolios


06.11.12 09:03
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Für Diskussionsstoff sorgt im Moment ausnahmsweise einmal nicht Europa, vielmehr sind es US-Themen, die die Gemüter bewegen, so die Deutsche Börse AG.

"Zumindest gefühlt ging es vergangene Woche nur um Sandy", bemerke Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Immerhin habe der Wirbelsturm nicht nur immense Schäden verursacht, sondern habe auch für zwei Tage die New Yorker Börsen lahmgelegt. "Durch die Schließung war zum Wochenauftakt wenig los", erkläre Lucas Schulte von der Baader Bank. "Dann bestimmte die Unsicherheit vor den US-Wahlen den Markt."

Orlemann bezeichne die Stimmung als "unverändert". "Wir haben ein gewisses Orderniveau erreicht, der Abgabedruck ist nicht groß." Übermäßig Kauffreude herrsche aber offenbar auch nicht. "Eine klare Tendenz fehlt nach wie vor." Der DAX trete seit der Sommerrally mehr oder weniger auf der Stelle, am heutigen Dienstag notiere das Aktienbarometer bei 7.380 Punkten und bewege sich damit weiter in der Spanne zwischen 7.200 und 7.450 Zählern.

ICF Kursmakler zufolge seien es weiterhin ganz bestimmte Mischfonds, die in der Gunst der Anleger weit oben stünden. Umsatzrenner sei nach wie vor der Flossbach von Storch Multiple Opportunities - und das mit großem Abstand. "Da gab es nur Käufe", berichte Orlemann. Ebenfalls extrem beliebt bleibe der M&G Optimal Income.

Auf den Einkaufslisten finde sich darüber hinaus auch immer öfter der Kapital Plus, ein Mischfonds von Allianz Global Investors. Der konzentriere sich auf Euroanleihen guter Bonität, könne daneben aber auch 20 bis 40 Prozent des Vermögens am europäischen Aktienmarkt investieren. Die Wertentwicklung seit Jahresanfang belaufe sich auf 13 Prozent, in den vergangenen drei Jahren seien es jeweils knapp 12 Prozent gewesen.

Auch ein reiner Rentenfonds habe es, wie bereits in der Vorwoche, in die Umsatz-Top Ten der ICF geschafft: Der Templeton Global Total Return, der ausschließlich gekauft worden sei, wie Orlemann erkläre. Der auf US-Dollar lautende Fonds setze auf internationale Staats- und Unternehmensanleihen unterschiedlicher Bonität, per Ende August seien zum Beispiel Staatspapiere von Korea, Schweden, Uruguay und Island Schwergewichte gewesen. Im laufenden Jahr sei damit ein Kursplus von 17,8 Prozent erzielt worden, in den vergangenen drei Jahren seien es jeweils 16,8 Prozent gewesen.

Für reine Aktienfonds könnten sich Anleger unterdessen nicht so recht erwärmen, Schulte melde Abflüsse aus dem DWS Aktien Strategie Deutschland und dem FF European Growth von Fidelity. Auch die international investierenden Publikumsfonds M&G Global Basics und DWS Vermögensbildungsfonds I stünden eher auf den Verkaufslisten. Im DWS Deutschland hätten sich Schulte zufolge Zu- und Abflüsse die Waage gehalten. Angesagt sei der DWS Top Dividende. "Der ist sehr dollarlastig", erkläre der Händler. "Und der US-Dollar präsentiert sich wieder stärker." Der Euro notiere am heutigen Dienstag bei 1,2789 US-Dollar und damit auf dem niedrigsten Stand seit zwei Monaten.

ICF Kursmakler melde des Weiteren anhaltend hohes Interesse am Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der auf deutsche Unternehmen aus der zweiten Reihe setze und damit seit Anfang 2009 sehr gut gefahren sei. Auch in Fonds mit Asien-Schwerpunkt hätten sich Anleger positioniert, wie Schulte außerdem festgestellt habe. Etwa werde im Aberdeen Global Asian Smaller Companies zugegriffen, ebenso im Schroder ISF Hong Kong Equities (ISIN LU0149534421 / WKN 661612).

Im Handel mit Minenfonds würden sich weiterhin die schwachen Edelmetallpreise bemerkbar machen. Wie die Baader Bank beobachtet habe, hätten sich Investoren etwa vom BlackRock Global World Mining verabschiedet. Im BlackRock Global World Gold sei der Handel aber ausgeglichen gewesen. Der Goldpreis sei zuletzt unter die Marke von 1.700 US-Dollar gerutscht. Aktuell gehe die Feinunze zu 1.690 US-Dollar über den Tisch, vor gut einem Monat seien es noch über 1.790 US-Dollar gewesen.

Die Wogen hätten sich längst geglättet, im Handel mit Immobilienfonds sei nach den Turbulenzen im Frühjahr wieder Normalität eingekehrt: Mal werde verkauft, mal gekauft. "Im CS Euroreal war der Handel ziemlich ausgeglichen, mit etwas mehr Abgaben", erkläre Orlemann. Der Fonds gehöre zu den Produkten, die sich in der Abwicklung befinden würden. Weiter geöffnet sei der Deka-ImmobilienEuropa. "Hier gab es etwas mehr Verkäufe." Tendenziell gesucht worden sei auch der UniImmo Deutschland (ISIN DE0009805507 / WKN 980550). (06.11.2012/fc/a/f)






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