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Fondshandel: "Mehr Breite im Depot"
10.08.23 16:07
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Im Fondshandel an der Börse Frankfurt spielt die lange Zeit den Markt dominierende Frage nach der Zinspolitik der Notenbanken erst mal keine Rolle mehr, so die Deutsche Börse AG.
"Die USA sind am Ende ihres Zinserhöhungszyklus angekommen. Wie lange die Leitzinsen auf ihrem erhöhten Niveau bleiben, ist noch nicht raus, es interessiert aktuell aber auch niemanden mehr", konstatiere Jan Duisberg von der ICF Bank, der bezüglich dieser Frage bei den Anleger*innen ein "gewisses Schulterzucken" beobachte.
Festzuhalten bleibe, dass die allseits gefürchteten Zinsanhebungen den Aktienmärkten keineswegs so geschadet hätten wie vielfach vermutet. Im Juli seien die Kurse weltweit noch mal stark gestiegen. Doch seit Anfang August sei plötzlich alles anders. Obwohl sich Gemengelage laut Duisberg nicht dramatisch verändert habe, sei es gerade an den europäischen Märkten deutlich bergab gegangen. "Wir haben eindeutig in den Risk-off-Modus gewechselt, es wurde über mehrere Tage systematisch verkauft", berichte der ICF-Händler.
Ähnlich habe es bei der Baader Bank ausgesehen. Dort hätten gerade zu Beginn der laufenden Korrekturphase klar die Verkäufe überwogen. "Wahrscheinlich wurden viele Stopps getriggert", vermute Matthias Präger. Vor allem beim DWS Deutschland und dem UBS Small Caps Germany (ISIN DE0009751651 / WKN 975165) habe es vermehrt Abgaben gegeben. Auf der internationalen Ebene seien beim Quantex Global Value und dem CS Security Equity Fund B (ISIN LU0909471251 / WKN A1T79B) stärkere Verkäufe zu sehen gewesen.
Auf der Einkaufslisten stünden hingegen der Schroder ISF European Dividend Maximiser und der FF - Global Dividend Fund von Fidelity. Im Vergleich dieser beiden Dividenden-Fonds habe der globale Ansatz in den vergangenen Jahren deutlich besser funktioniert. Dafür würden die Aktien in dem Europa-Fonds aktuell eine wesentlich höhere Dividendenrendite von 6,8 Prozent ausweisen.
Obwohl auch Technologie-Fonds wie der BlackRock Global World Technology unverändert gekauft, sehe Duisberg aktuell einen Trend zu "mehr Breite im Depot". Dazu würden neben dem Dividendenfokus auch die regen Umsätze in dem DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz passen, einem "Mischfonds mit Label, das momentan en vogue ist".
Als Dauerbrenner mit Umsätzen auf beiden Seiten erweise sich unverändert der Flossbach von Storch Multiple Opportunities, bei dem das Fondsmanagement über einen aktiven Investmentansatz flexibel in die unterschiedlichen Vermögensklassen investieren könne. Per Ende Juli seien hier allerdings rund 70 Prozent des üppigen Fondsvolumens in Aktien angelegt gewesen.
Beliebt seien bei der ICF Bank zudem Fonds mit Immobilienaktien, wie der Janus Henderson Horizon Pan European Property Equities. Hier dürften die Käufer*innen nach den relativ heftigen Kursrückschlägen vor allem im Vorjahr auf einen Turnaround setzen.
Anders sehe das bei den klassischen Immobilienfonds aus. "Hier herrscht im Zuge der laufenden bzw. noch drohenden Neubewertung vieler Immobilien-Portfolios weiterhin Druck", wisse Duisberg und verweise auf die gestiegenen Zinsen, die fragile Wirtschaftslage sowie die notwendigen energetischen Sanierungen. "Das führt zu gewissen Abschlägen".
Bei den meisten Fonds sehe der Händler mittlerweile aber einen ausgeglichenen Markt. So zum Beispiel bei dem rege gehandelten HausInvest oder dem Deka-ImmobilienEuropa. Bei dem UniImmo Europa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551) gebe es mehr Verkäufer. Die ebenfalls vorhandenen Interessenten könnten seiner Erfahrung nach in Ruhe auf ihre Chance warten, weil sie irgendwann von den Verkäufern bedient würden.
Zunehmendes Interesse bestehe hingegen an dem Leading Cities Invest, der lange Zeit recht illiquide gewesen sei und mit hohen Spreads gehandelt worden sei. "Hier zeigt sich ein bisschen mehr Liquidität und Interesse auf beiden Seiten".
Präger berichte indes noch von einer stärker als gewöhnlichen Nachfrage nach Geldmarktfonds. "Die Anleger wollen die attraktiveren Zinsen nutzen, um ihr Geld zu parken". Käufe gebe es vor allem beim UniReserve: Euro und dem UBS Money Market.
Im Segment der Rohstoffe/Edelmetalle hingehen sei relativ wenig los. Vereinzelte Verkäufe sehe er beim BGF World Mining Fund und dem Structured Solutions Next Generation Resources. (10.08.2023/fc/a/f)
"Die USA sind am Ende ihres Zinserhöhungszyklus angekommen. Wie lange die Leitzinsen auf ihrem erhöhten Niveau bleiben, ist noch nicht raus, es interessiert aktuell aber auch niemanden mehr", konstatiere Jan Duisberg von der ICF Bank, der bezüglich dieser Frage bei den Anleger*innen ein "gewisses Schulterzucken" beobachte.
Festzuhalten bleibe, dass die allseits gefürchteten Zinsanhebungen den Aktienmärkten keineswegs so geschadet hätten wie vielfach vermutet. Im Juli seien die Kurse weltweit noch mal stark gestiegen. Doch seit Anfang August sei plötzlich alles anders. Obwohl sich Gemengelage laut Duisberg nicht dramatisch verändert habe, sei es gerade an den europäischen Märkten deutlich bergab gegangen. "Wir haben eindeutig in den Risk-off-Modus gewechselt, es wurde über mehrere Tage systematisch verkauft", berichte der ICF-Händler.
Ähnlich habe es bei der Baader Bank ausgesehen. Dort hätten gerade zu Beginn der laufenden Korrekturphase klar die Verkäufe überwogen. "Wahrscheinlich wurden viele Stopps getriggert", vermute Matthias Präger. Vor allem beim DWS Deutschland und dem UBS Small Caps Germany (ISIN DE0009751651 / WKN 975165) habe es vermehrt Abgaben gegeben. Auf der internationalen Ebene seien beim Quantex Global Value und dem CS Security Equity Fund B (ISIN LU0909471251 / WKN A1T79B) stärkere Verkäufe zu sehen gewesen.
Auf der Einkaufslisten stünden hingegen der Schroder ISF European Dividend Maximiser und der FF - Global Dividend Fund von Fidelity. Im Vergleich dieser beiden Dividenden-Fonds habe der globale Ansatz in den vergangenen Jahren deutlich besser funktioniert. Dafür würden die Aktien in dem Europa-Fonds aktuell eine wesentlich höhere Dividendenrendite von 6,8 Prozent ausweisen.
Obwohl auch Technologie-Fonds wie der BlackRock Global World Technology unverändert gekauft, sehe Duisberg aktuell einen Trend zu "mehr Breite im Depot". Dazu würden neben dem Dividendenfokus auch die regen Umsätze in dem DKB Nachhaltigkeitsfonds Klimaschutz passen, einem "Mischfonds mit Label, das momentan en vogue ist".
Beliebt seien bei der ICF Bank zudem Fonds mit Immobilienaktien, wie der Janus Henderson Horizon Pan European Property Equities. Hier dürften die Käufer*innen nach den relativ heftigen Kursrückschlägen vor allem im Vorjahr auf einen Turnaround setzen.
Anders sehe das bei den klassischen Immobilienfonds aus. "Hier herrscht im Zuge der laufenden bzw. noch drohenden Neubewertung vieler Immobilien-Portfolios weiterhin Druck", wisse Duisberg und verweise auf die gestiegenen Zinsen, die fragile Wirtschaftslage sowie die notwendigen energetischen Sanierungen. "Das führt zu gewissen Abschlägen".
Bei den meisten Fonds sehe der Händler mittlerweile aber einen ausgeglichenen Markt. So zum Beispiel bei dem rege gehandelten HausInvest oder dem Deka-ImmobilienEuropa. Bei dem UniImmo Europa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551) gebe es mehr Verkäufer. Die ebenfalls vorhandenen Interessenten könnten seiner Erfahrung nach in Ruhe auf ihre Chance warten, weil sie irgendwann von den Verkäufern bedient würden.
Zunehmendes Interesse bestehe hingegen an dem Leading Cities Invest, der lange Zeit recht illiquide gewesen sei und mit hohen Spreads gehandelt worden sei. "Hier zeigt sich ein bisschen mehr Liquidität und Interesse auf beiden Seiten".
Präger berichte indes noch von einer stärker als gewöhnlichen Nachfrage nach Geldmarktfonds. "Die Anleger wollen die attraktiveren Zinsen nutzen, um ihr Geld zu parken". Käufe gebe es vor allem beim UniReserve: Euro und dem UBS Money Market.
Im Segment der Rohstoffe/Edelmetalle hingehen sei relativ wenig los. Vereinzelte Verkäufe sehe er beim BGF World Mining Fund und dem Structured Solutions Next Generation Resources. (10.08.2023/fc/a/f)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 329,359 € | 329,259 € | - € | 0,00% | 17.04./07:44 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0008490962 | 849096 | 345,39 € | 288,48 € | |
Werte im Artikel




