Fondshandel: Nachhaltigkeit und Technologie ins Depot statt Asien


20.09.21 09:46
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Konjunktur-, Inflations- und Zinssorgen, Lieferengpässe, Covid-Ausbrüche - die Risiken für Wirtschaft und Börsen bleiben, so die Deutsche Börse AG.

Dennoch seien viele Börsen auf Rekordhöhen gestiegen. Außer in Asien: Hier schlugen Regulierungen in den Branchen Bildung und Technologie zu und verunsichern die InvestorInnen weltweit, so die Deutsche Börse AG. Branchenseitige Umschichtungen würden zulasten der Biotechs, zugunsten von Technologie und Nachhaltigkeit gehen.

"Insbesondere Aktien- und Mischfonds aus den USA, Deutschland und Europa wurden in den letzten Wochen verkauft", berichte Matthias Präger von der Baader Bank. Allerdings mit niedrigen Umsätzen. "Ein typischer Spätsommer."

Extrem gewesen sei die Entwicklung dagegen in Asien, mit den Kursverlusten vor allem des chinesischen Aktienmarktes. Die Regulierung dort verunsichere viele. Verkauft worden seien in Konsequenz chinesische Aktien-Fonds, der Comgest Growth China EUR Acc Fonds (ISIN IE0030351732 / WKN 756455), der UBS (Lux) Equity Fund-Greater China P Fonds (ISIN LU0072913022 / WKN 986408) sowie der BNP Paribas Funds China Equity C (ISIN LU0823425839 / WKN A1T8YY), zähle Präger auf.

Die Kursentwicklung an den chinesischen Aktienmärkten habe andere asiatische Märkte mit in Sippenhaft genommen, Märkte wie Australien hätten sich dem jedoch entziehen können. Unter den größten Positionen mit Fokus Deutschland bzw. Europa seien nach Angaben von Präger Verkäufe des Fidelity Funds - European Growth Fund A (ISIN LU0048578792 / WKN 973270) und der DWS Eurovesta Fonds (ISIN DE0008490848 / WKN 849084) gewesen.

Hingegen sei der BlackRock Global Funds - Continental European Flexible Fonds (ISIN LU0224105477 / WKN A0F42G) gesucht gewesen, wie auch der DWS Aktienstrategie Deutschland Fonds (ISIN DE0009769869 / WKN 976986).

Global dürften Gewinnmitnahmen den Handel des UniGlobal Fonds (ISIN DE0008491051 / WKN 849105) und des Morgan Stanley Investment Funds Global Opportunity geprägt haben. Käufe bei moderaten Umsätzen stünden im Orderbuch beim DWS Top Dividende LD Fonds (ISIN DE0009848119 / WKN 984811).

Auch in den Orderbüchern der ICF Bank habe sich gezeigt, dass der breite Aktienmarkt global weniger gefragt gewesen sei, erkläre Duisberg: "In der Krise hatten viele mehr Angst und setzten mehr auf Sicherheit, und damit den breiten Markt. Jetzt sind sie wieder forscher."

Duisberg bearbeite rege Käufe von Anteilen an Technologie- und Nachhaltigkeits-Fonds - also zwei Gegensätze: Im Spätsommer hätten die Technologie-Indices an der NASDAQ ein Rekordhoch nach dem anderen erreicht. Einige Fonds würden nun deutlich über NAV gekauft, wie der Fidelity Global Technology Fund oder der BlackRock Global Funds - World Technology Fund. Hier gäbe es fast nur Käufer.

Unter den Nachhaltigkeitsprodukten hätten bei der ICF Bank der BlackRock Global Funds - Sustainable Energy Fund (ISIN LU0124384867 / WKN 630940) sowie der ÖkoWorld Rock 'n' Roll Fonds dominiert. Hingegen nehme das Interesse an Biotech derzeit etwas ab. Bei Aktien- bzw. Mischfonds sei ebenfalls weniger los, das treffe auch die bekannten Klassiker wie der Flossbach von Storch Multiple Opportunities R Fonds (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430).

Auch bei goldbezogenen Fonds sei der Handel ruhiger gewesen, berichte Präger. "Der Goldpreis hat sich über den Sommer wenig bewegt und die Inflationsdiskussion ist AnlegerInnen inzwischen gewohnt. Das Sentiment ist derzeit recht ausgeglichen." Gesucht gewesen sei der BGF World Gold Fund, verkauft worden sei hingegen das minenorientierte Produkt BGF World Mining Fund.

Die Geschehnisse um den Immobilien-Konzern Evergrande in China drücken hingegen gar nicht auf die Stimmung bei Immobilienfonds-AnlegerInnen hierzulande, so die Deutsche Börse AG. "Dass AnlegerInnen zwischen dem chinesischen Markt und dem deutschen bzw. europäischen differenzieren, ist ein gutes Zeichen", sage Präger.

Duisberg sehe regere Umsätze in den vergangenen Wochen und engere Spreads bei Fonds wie dem WestInvest InterSelect oder dem Fokus Wohnen Deutschland Fonds (ISIN DE000A12BSB8 / WKN A12BSB). Bei Letzterem habe zugleich eine starke Kurserholung eingesetzt. "Nach dem Abrutschen in der Krise hat sich der Fonds sehr gut erholt", wisse Duisberg. Außerdem liefen die Immobilien-Fonds-Klassiker gewohnt gut: "Gute Umsätze gibt es beim Deka-Immobilien EuropaFonds und beim grundbesitz Fokus Deutschland RC."

In China würden derzeit die Sorgen über die Zahlungsfähigkeit des Immobilien-Konzerns Evergrande steigen. Das Unternehmen sei mit 300 Milliarden US-Dollar verschuldet und gelte als höchstverschuldeter Immobilien-Konzern weltweit. Ob der drohenden Zahlungsunfähigkeit sei der Aktienkurs eingebrochen, Rating-Agenturen hätten das Unternehmen abgestuft. (Ausgabe vom 17.09.2021) (20.09.2021/fc/a/f)





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