Fondshandel: Russland-Fonds locken Spekulanten


15.04.14 15:16
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Skepsis überwiegt: Nachdem die Aktienmärkte in der vergangenen Woche wieder den Rückwärtsgang eingeschaltet haben, scheinen die meisten Fondsanleger lieber auf Nummer sicher zu gehen und steigen aus, so die Deutsche Börse AG.

"Sowohl bei international ausgerichteten Portfolios als auch bei heimischen Aktienkörben überwiegt aktuell klar die Verkaufsseite", melde Baader Bank-Spezialist, Matthias Präger, vom Frankfurter Parkett. Von Panik könne aber keine Rede sein, ergänze der Händler jedoch und spreche von Umsätzen auf Normalniveau.

Frank Wöllnitz von der ICF AG beobachte sogar einen deutlichen Rückgang der Handelsaktivität. "Nachdem der DAX jetzt schon eine ganze Weile zwischen 9.000 Punkten und 10.000 Punkten hin und her wandert, scheinen viele Anleger erst einmal abzuwarten, wohin die Reise gehen wird. Außerdem drückt der Ukraine-Konflikt nach wie vor deutlich auf die Stimmung", beobachte der Spezialist.

Fonds mit russischen Aktien stünden deswegen weiterhin deutlich stärker im Anlegerfokus als sonst - allerdings in erster Linie bei spekulativ agierenden Investoren. "Russland-Fonds reagieren äußerst empfindlich auf die Nachrichtenlage und schwanken dementsprechend sehr stark. Der normale Retail-Kunde beteiligt sich hier nicht mehr", kommentiere Wöllnitz und beobachte etwa im DWS Russia einen regen Handel. Insgesamt gehe es in dem Papier zwar abwärts, allerdings hätten einige Anleger - je nach Nachrichtenlage - auch immer mal wieder in die andere Richtung spekuliert.

Von den international ausgerichteten Aktienfonds beobachte die Baader Bank die stärksten Rückflüsse im US-lastigen UniGlobal und dem regional breiter aufgestellten Astra-Fonds (ISIN DE0009777003 / WKN 977700), der zu je einem Fünftel in US-Werten, japanischen und deutschen Aktien investiert sei. Kleinere Verkäufe seien auch in dem auf internationale Dividendentitel spezialisierten DWS Top Dividende zu beobachten, merke Präger an.

Bei den heimischen Aktienfonds überwiege laut der Baader Bank zwar tendenziell auch die Abgabeseite, etwa im Allianz Europe Small Cap Equity oder im cominvest Fondak P (ISIN DE0008471012 / WKN 847101). Einige mutige Käufer hätten sich aber auch gelegentlich wieder an den Markt gewagt: "Heute Morgen haben wir etwa einen größeren Kauf im DWS German Equities Typ O Fund (ISIN DE0008474289 / WKN 847428) gesehen", berichte Präger. Das Portfolio investiere hauptsächlich in deutsche Blue Chips und habe sich im vergangenen Monat mit einem Plus von 2,1 Prozent nur leicht schwächer entwickelt als der DAX, der im gleichen Zeitraum 2,45 Prozent gewonnen habe. Der cominvest Fondak komme nur auf 1,6 Prozent, während im Allianz Europe Small Cap sogar ein Minus von 3 Prozent für den vergangenen Monat zu Buche stehe.

Während bei den breiteren Aktienfonds trotz überwiegender Verkäufe die Lage grundsätzlich noch stabil zu sein scheine, werde bei Biotech-Portfolios nur noch die Verkaufstaste gedrückt. "Der Trend der vergangenen Wochen setzt sich ganz klar fort: Überall, wo "Bio" drauf steht, wollen Anleger nur noch raus. Dementsprechend nehmen Biotechnologie-Fonds auch in dieser Woche wieder die obersten Ränge der Handelsstatistik ein", melde Wöllnitz. Die stärksten Rückflüsse verbuche der Spezialist im DWS Biotech, im Dexia Equities L Biotechnology sowie im SEB Concept BioTech (ISIN LU0118405827 / WKN 542164).

So gemischt wie die Fonds selbst, seien derzeit die Handelsrichtungen in Mischfonds. Zuspruch finde laut Wöllnitz etwa der sehr stark diversifizierte StarCapital Winbonds plus (ISIN LU0256567925 / WKN A0J23B). Das regional breit aufgestellte Portfolio investiere knapp die Hälfte des Fondsvermögens in Anleihen, fast ein Drittel würden Barmittel ausmachen, Aktien etwas weniger als ein Fünftel. Die Rendite für die vergangenen vier Wochen liege bei etwas über 1 Prozent. Ein ausgeglichenes Käufer/Verkäufer-Verhältnis verbuche Wöllnitz indes im M&G Optimal Income Fund, der ARERO - Der Weltfonds werde laut Präger indes überwiegend abgestoßen. (15.04.2014/fc/a/f)






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