Fondshandel: "So mancher bekommt kalte Füße"


27.03.26 12:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Im Fondshandel ist aufgrund der Marktturbulenzen extrem viel los, so die Deutsche Börse AG.

Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank berichte von "Umsätzen ohne Ende", Frank Wöllnitz von der ICF Bank von "großflächig hohem" Handelsvolumen. Vor allem Fonds mit internationalen Aktien würden Deisenroth-Boström zufolge viel verkauft.

Großes Thema seien auch Gold und Silber. Die Preise würden stark schwanken. "Die Ausschläge bei den Minenfonds sind teils sogar noch höher", bemerke Wöllnitz. Die Feinunze Gold sei Anfang der Woche auf 4.200 US-Dollar gefallen nach im Allzeithoch im Januar 5.570 US-Dollar. Der Silberpreis habe sich gegenüber dem Rekordhoch von knapp 122 US-Dollar fast halbiert.

Das gehe vielen offenbar zu weit: Die Baader Bank-Kundschaft trenne sich von Goldminenfonds wie dem Franklin Gold and Precious Metals (ISIN LU0496367763). Der Kurs sei von fast 30 Euro Anfang März auf 19 Euro pro Anteilsschein gefallen. Ebenfalls auf den Verkaufslisten: der HANSAgold (ISIN DE000A0NEKK1), der auch in physisches Gold investiere. ICF-Händler Wöllnitz verweise auf die extremen Kursreaktionen des Stabilitas Silber+Weißmetalle (ISIN LU0265803667) mit Aktien von Unternehmen aus der Silberbranche. Der Kurs habe von fast 150 Euro Ende Februar auf unter 100 Euro je Anteil nachgegeben, jetzt seien es 108 Euro.

Aktienfonds: Viele würden die Reißleine ziehen

Was Aktienfonds angehe, melde Deisenroth-Boström hohe Umsätze für die international investierenden DWS Top Dividende (ISIN DE0009848119), Carmignac Investissement (ISIN FR0010148981) und Deka-Globale Aktien LowRisk (ISIN LU0851807387). Gekauft würden im Bereich der europäischen Aktien der Nürnberger Euroland (ISIN DE0008471228) und der Allianz Adifonds (ISIN DE0008471038), verkauft der DWS Concept Platow (ISIN LU1865032954), der CT (Lux) European Smaller Companies (ISIN LU1864952335) und der Jupiter JGF European Growth (ISIN LU0260085492).

Eher ruhig zu gehe es im Handel mit asiatischen Aktien. "Hier halten sich Anleger eher zurück", beobachte die Baader-Händlerin. Tendenziell würden chinesische Aktien verkauft, etwa mit dem Baring Hong Kong China (ISIN IE0000829238). Stattdessen werde auf breit streuende Asien-Fonds gesetzt, etwa AGIF Allianz Oriental Income (ISIN LU1173936821) und JPMorgan Pacific Equity Fund (ISIN LU0052474979). Alle drei kämen seit Jahresanfang auf Gewinne - anders als viele Fonds mit europäischen Aktien.

Kronen-Geldmarktfonds als Alternative

Einiges um gehe zudem in Geldmarktfonds. "Die Umsätze sind hoch, die Käufe überwiegen", stelle Deisenroth-Boström fest. Auf hohe Umsätze kämen nicht nur auf Euro lautende Fonds, sondern auch solche in norwegischen Kronen oder US-Dollar. Beispiele: der Nordea-1 Norwegian Kroner Reserve Fund (ISIN LU0078812822) mit Käufen und der UBS (Lux) Money Market Fd USD (ISIN LU0006277684) mit Verkäufen.

Immofonds: Krise gehe weiter

Außerdem gebe es aus dem Bereich der Immobilienfonds erneut schlechte Nachrichten - mit hohen Umsätzen an der Börse als Folge. Ein zweiter Fonds habe die Rücknahme von Anteilen gestoppt, der Fokus Wohnen Deutschland (ISIN DE000A12BSB8). Die Sperre gelte seit dem 26. Februar und soll 36 Monate dauern. Der Fonds sei schon der zweite offene Immobilienfonds, der die Anteilsrücknahme aussetze, der erste sei der Wertgrund Wohnselect D (ISIN DE000A1CUAY0) im Januar gewesen.

"Mittlerweile warnt auch die Finanzaufsicht Bafin vor den Risken offener Immobilienfonds", stelle Wöllnitz fest. An der Börse sei es für den Fokus Wohnen steil nach unten gegangen. Auch der Deka-ImmobilienEuropa (ISIN DE0009809566) habe deutlich verloren. "Die Umsätze sind riesig", erkläre Wöllnitz. Er sehe aber durchaus auch Käufe. Einige Immobilienfonds würden sich unterdessen relativ stabil zeigen, etwa der HausInvest (ISIN DE0009807016). (Ausgabe vom 26.03.2026) (27.03.2026/fc/a/f)






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