Fondshandel: "Spieltrieb einiger Anleger"


10.04.12 18:01
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Von feiertagsbedingt überschaubaren Umsätzen mit einem Verkaufsüberhang berichten die Spezialisten im Handel mit Publikumsfonds, so die Deutsche Börse AG.

Einige Fondsanleger hätten ihre Positionen bereits vor Ostern entweder aktiv reduziert oder es seien Stopp-Loss-Orders aktiviert worden. Ob Europa oder Asien, viele Portfolios stünden im gegenwärtig schwachen Marktumfeld auf dem Prüfstand.

"Im Großen und Ganzen reagieren Investoren auf die fallenden Aktienmärkte", fasse Vanessa Müller-Raidt von ICF Kursmakler zusammen. Ein erneutes Aufflammen der europäischen Schuldenkrise auf der einen und enttäuschende US-Arbeitsmarktzahlen vom Karfreitag auf der anderen Seite seien für die Kursverluste mitverantwortlich. Die 120.000 neuen Stellen für den Monat März lägen unter den Erwartungen und hätten am Ostermontag die Wallstreet belastet.

Dem kritischen Blick der Fondsanleger offenbar Stand halten könnten insbesondere die Mischfonds Flossbach von Storch SICAV und der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, wie Müller-Raidt bemerke. "Anteile an den beiden umsatzstarken Portfolios wurden weiterhin überwiegend gekauft." 75 Prozent in Aktien und 20 Prozent in Rohstoffen investiere beispielsweise derzeit der Flossbach-Fonds und überzeuge mit einer ausgewiesenen Performance von gut 60 Prozent seit seiner Auflage im Oktober 2007.

Von Körben mit deutschen und europäischen Werten hätten sich Investoren tendenziell verabschiedet, wenn auch auf niedrigem Niveau. Matthias Präger berichte von mehr Verkäufen als Käufen beispielsweise beim Allianz Nebenwerte Deutschland. Einen Abgabenüberhang registriere der Fonds-Spezialist der Baader Bank zudem für den FF - European Growth und verbuche per saldo Abflüsse etwa beim DWS Investa. Hingegen seien europäische Aktien im Allianz RCM Europe Equity Growth eher im Depot der Fondsanleger gelandet.

Portfolios mit Dividendenstrategie könnten derzeit scheinbar wenig überzeugen. Laut Müller-Raidt würden Fondsanleger sich in Summe etwa vom DWS Invest European Value und vom LBBW Dividenden Strategie Euroland (ISIN DE0009780411 / WKN 978041) trennen.

Zu den umsatzstärksten Verkäufen im Bereich internationale Aktienkörbe zähle die Spezialistin von ICF Kursmakler in dieser Woche den in japanischen Werten investierten JF Japan Equity. In der Abgabenstatistik oben reihe sich der Magellan C mit ein, dessen Fondsmanagement auf Wachstumsunternehmen von Schwellenländern, besonders in Lateinamerika Südostasien, Afrika und Europa setze.

Hingegen würden sich Fondsanleger Präger zufolge für den Flossbach von Storch - Aktien Global interessieren. Auf internationaler Ebene kämen auch Dividenden etwa im DWS Top Dividende gut an. Der mindestens zu 70 Prozent in Aktien investierte Publikumsfonds weise seit Auflegung im Jahr 2003 eine Dividendenrendite von durchschnittlich 4 bis 4,5 Prozent aus. Von mehr Abflüssen als Zuflüssen spreche der Händler beispielsweise beim Aero Weltfonds und beim sonst so beliebten Carmignac Investissement.

Im Handel mit offenen Immobilienfonds registriere Müller-Raidt ein generelles Grundrauschen in beide Richtungen, unabhängig davon, ob das Portfolio tatsächlich offen oder die Rücknahme von Anteilsscheinen ausgesetzt sei. "Mit langfristiger Anlegerausrichtung hat dies häufig nichts zu tun", vermute die Spezialistin. "Eher mit dem Spieltrieb einiger Anleger."

Minenfonds seien von den mehrheitlichen Verkäufen nicht verschont geblieben, auch wenn sich der Goldpreis mit rund 1.650 US-Dollar pro Feinunze von seinem Dreimonatstief wieder etwas erholt habe. Präger registriere überwiegend Abflüsse beispielsweise bei den in US-Dollar notierten World Gold Expertise Fund (ISIN LU0172583626 / WKN 813929) und BGF World Gold Fund. Eher den Weg ins Anlegerdepot habe der in Euro notierte BGF World Mining gefunden.

Unspektakulär mit einem leichten Abgabenüberhang gehe es bei Publikumsfonds mit Blick auf Asien zu. "Auch in diesem Segment macht sich die Anlegerzurückhaltung bemerkbar", meine Präger, der von Interesse beispielsweise beim Hansa Asia (ISIN DE0009799734 / WKN 979973) berichte. Vom DWS Top 50 Asien etwa und vom Baring ASEAN Frontiers Fund hätten Investoren sich hingegen mehrheitlich getrennt. (10.04.2012/fc/a/f)






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