Fondshandel: Tech-Aktien im Hoch - steigende Nachfrage


23.11.23 16:07
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Um fast zehn Prozent ist der DAX seit Ende Oktober gestiegen - und das macht sich auch im Fondshandel bemerkbar, so die Deutsche Börse AG.

"Wir sehen mehr Umsatz und mehr Käufe", berichte Jan Duisberg, der für die ICF Bank aktive Fonds und ETFs handele. Weitere Zinserhöhungen seien nun offenbar vom Tisch. "Auch wenn die Notenbanken anderes behaupten: Der Markt glaubt das nicht." Zur Erholung an den Märkten beigetragen hätten außerdem Aktienrückkaufprogramme in den USA und die zuvor extrem hohen Short-Bestände. "Im Ergebnis gab es eine Jahresendrally innerhalb von drei Wochen." Matthias Präger von der Baader Bank melde unterdessen viele Abgaben. "Das dürften Gewinnmitnahmen gewesen sein."

Schwerpunkt bei Aktienfonds, die das Gros des Handels ausmachen würden: Die Technologiebranche. Immerhin sei der US-Technologiewerteindex NASDAQ 100 zuletzt wieder stark gestiegen. Seit Jahresanfang komme er jetzt auf ein Plus von 47 Prozent. Gute Käufe melde Duisberg etwa für den Deka-Technologie, den Franklin Technology und den auf Medizintechnik spezialisierten Bellevue (Lux) BB Adamant Medtech (ISIN LU0415391431 / WKN A0RP23). Die zwei breit streuenden Tech-Fonds könnten seit Jahresanfang mit Kurszuwächsen um 38 Prozent punkten, während der Medizintechnikfonds verloren habe.

Was breit streuende Aktienfonds angehe, würden bei der Baader Bank Abflüsse dominieren, etwa aus dem FT Frankfurt-Effekten-Fonds mit deutschen Large Caps (ISIN DE0008478058 / WKN 847805) und den weltweit investierenden Fonds Quantex Global Value und Morgan Stanley INVF Global Opportunity. Gekauft werde hingegen der ebenfalls weltweit anlegende DWS Top Dividende. Umschichtungen registriere Präger in Threadneedle-Fonds: Er sehe Verkäufe des Threadneedle Pan European Smaller Companies mit Nebenwerten aus ganz Europa inklusive eines großen Anteils von Großbritannien (ISIN LU1829330403 / WKN A2JN7U) und Käufe für den Threadneedle European Smaller Companies.

Während die Nachfrage nach ETFs mit chinesischen Aktien ETF-Händlern zufolge zuletzt gestiegen sei, sei das bei den aktiven China-Fonds nicht der Fall. "Es geht ruhig zu", stelle Präger fest. Abflüsse auf niedrigem Niveau melde er für den DWS Top Asien, Zuflüsse für den JPMorgan Greater China.

Auch einige Mischfonds seien laut Duisberg beliebt, etwa der defensive Kapital Plus von Allianz Global Investors und der ausgewogene Ethna-AKTIV von Ethenea Independent Investors. "Klassische Rentenfonds werden hingegen kaum gekauft." Fortgesetzt habe sich auch das Kaufinteressen an reinen Geldmarktfonds, wie Präger bemerke.

Sehr viel los sei darüber hinaus weiter bei Immobilienfonds, wie Duisberg feststelle - mit fast nur Verkäufen. "Der Zinsanstieg und die Sanierungskosten machen sich bemerkbar." Die Neubewertung halte an, "dramatisch" sei die Lage aber auch nicht. Die meisten Abflüsse registriere Duisberg für den Deka-ImmobilienEuropa, ebenfalls klar verkauft würden der UniImmo Deutschland (ISIN DE0009805507 / WKN 980550), der UniImmo Europa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551) und der HausInvest. Käufe auf niedrigem Niveau sehe Duisberg lediglich für den Swiss Life European Real Estate Living and Working und den Deka-ImmobilienNordamerika. (23.11.2023/fc/a/f)