Fondshandel: Tech-Fonds als Performance-Renner


23.10.20 09:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Nach dem kräftigen Rücksetzer an der NASDAQ in der ersten Septemberhälfte haben sich viele Technologiewerte wieder erholt - wenn auch die Höchststände noch nicht wieder erreicht sind, so die Deutsche Börse AG.

Dennoch würden Technologiefonds zu den Top-Performern in diesem Jahr gehören und auf satte Gewinne kommen. Das mache sich auch im Fondshandel bemerkbar.

Weiter sehr beliebt sei laut Jan Duisberg von der ICF Bank vor allem der BlackRock Global Funds World Technology in Euro und US-Dollar (ISIN LU0171310443 / WKN A0BMAN; ISIN LU0056508442 / WKN 974499). "Da sehen wir fast nur Käufe", berichte der Händler. Der Fonds verzeichne seit Jahresanfang ein Plus von 52 Prozent, auf Sicht von drei Jahren seien es 34 Prozent im Jahr. Nicht ganz so spektakulär sei die Kursentwicklung des ebenfalls gesuchten Deka-Technologie TF. Der Fonds habe seit Jahresanfang um 18 Prozent zugelegt, auf Dreijahressicht seien es 19 Prozent im Jahr.

Auch Biotechnologiefonds würden gesucht bleiben. "Die Umsätze von Biotech-Fonds sind hoch, die Schwankungen aber auch", stelle Duisberg fest, als Beispiel nenne er den Pictet-Biotech (ISIN LU0090689299 / WKN 988562; ISIN LU0112497283 / WKN 938951).

Außerdem sei Nachhaltigkeit weiter großes Thema. Duisberg berichte von hohen Umsätzen in diesem Bereich, etwa im Pictet Water (ISIN LU0104884860 / WKN 933349).

Bislang würden offene Immobilienfonds der Corona-Krise trotzen und sich vergleichsweise stabil präsentieren. Und Anleger würden den Fonds treu bleiben ­ anders als während der Finanzkrise. Deutliche Kurseinbußen an der Börse hätten nun aber der UniImmo Global (ISIN DE0009805556 / WKN 980555) und der UniImmo Europa verzeichnet. "Die sind richtig abgestürzt, wir haben nur Verkäufer gesehen", berichte Duisberg. Nach Kursen um die 50 Euro bis Anfang September würden die Fondsanteile des UniImmo Global nun nur noch zu 43 Euro gehandelt, die des UniImmo Europa seien von rund 55 auf 51 Euro gefallen.

"Alle übrigen an der Börse gehandelten Immobilienfonds verzeichnen keine Kurseinbußen", stelle Duisberg fest. Viel gehandelt auf altem Niveau werde etwa der HausInvest. Über eine deutlich gestiegene Liquidität freue sich der Händler beim Deka-ImmobilienNordamerika.

Die Rating-Agentur Scope rechne für die von ihr untersuchten 16 Immobilienfonds wegen der Pandemie mit steigenden Risiken und fallenden Renditen, insbesondere bei Hotel- und Einzelhandelsimmobilien, so eine Studie von Anfang Oktober. Aufwertungen als Renditetreiber seien zum ersten Mal seit 2014 ausgeblieben. Schon im Juni habe Scope die Ratings von zwölf Immobilienfonds herabgestuft, darunter der DekaImmobilienEuropa (ISIN DE0009809566 / WKN 980956), der hausInvest (ISIN DE0009807016 / WKN 980701) und der UniImmo Europa (ISIN DE0009805515 / WKN 980551). Die Fonds hätten jeweils eine Stufe eingebüßt, würden aber immer noch gut eingeschätzt.

Hoch sei in den vergangenen vier Wochen auch das Handelsaufkommen bei breit streuenden Fonds mit deutschen, europäischen oder internationalen Aktien gewesen, wie Matthias Präger von der Baader Bank berichte. "Die Umsätze sind gut, wenn auch nicht ganz so gut wie im zweiten Quartal." Allerdings melde der Händler vor allem Verkäufe. So hätten sich Anleger vom DWS Aktien Strategie Deutschland, vom FF European Dynamic Growth, vom international investierenden Stuttgarter Aktien-Fonds von IP Concept (ISIN LU0383026803 / WKN A0Q72H) und vom boerse.de-Aktienfonds (ISIN LU1480526547 / WKN A2AQJY) getrennt. Überwiegend gekauft würden hingegen der DWS Concept Platow und der Threadneedle (Lux) Global Smaller Companies.

Ohne große Auffälligkeiten verlaufe der Handel im Bereich Asien. "Da ist es deutlich ruhiger", erkläre Präger. Auf den Verkaufslisten stehe etwa der Baring ASEAN Frontiers, auf den Einkaufslisten der AGIF Allianz Total Return Asian Equity.

Goldminenfonds würden nur noch wenige interessieren. "Der Goldpreis bewegt sich auch kaum noch", bemerke Präger. Der Preis für die Feinunze sei im August auf ein neues Allzeithoch von 2.069 US-Dollar geklettert, habe dann aber wieder deutlich nachgegeben und pendele seit einigen Wochen um 1.900 US-Dollar. Zuflüsse auf niedrigem Niveau melde er für den Earth Gold Fund.

Anleger würden sich unterdessen vom Structured Solutions Next Generation Resources verabschieden, der sich auf Produzenten der "Next Generation-Rohstoffe" konzentriere, also Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Grafit. Hier würden offenbar Gewinne mitgenommen: Seit Jahresanfang könne der Fonds mit einem Plus von über 72 Prozent punkten.

Eher unspektakulär laufe das Geschäft mit Mischfonds. "Die Umsätze sind derzeit eher niedrig, selbst beim Flossbach von Storch und Carmignac Patrimoine", bemerke Duisberg. Höhere Nachfrage registriere er hingegen für den Deka-Stiftungen Balance, einem international anlegenden Mischfonds mit Aktienanteil von maximal 30 Prozent. (Ausgabe vom 22.10.2020) (23.10.2020/fc/a/f)





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LU0171310443 A0BMAN 81,05 € 47,53 €
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