Frankfurter Fondshandel ruhig


28.06.11 16:21
Deutsche Börse AG

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Mit einem ruhigen Fondshandel begleiten Anleger den Auftakt in die Sommersaison, so die Deutsche Börse AG.

Sonne, Schwimmbad und Fußball Weltmeisterschaft der Frauen stünden derzeit beim Privatanleger vermutlich hoch im Kurs. "Fondsinvestoren warten zudem wie alle Marktteilnehmer auf die Entscheidung im griechischen Parlament", erkenne Ivo Orlemann von ICF Kursmakler als weiteren Grund für die anhaltende Zurückhaltung. Bis zum Donnerstag zeige sich, ob das Sparpaket der Griechen verabschiedet und die nächste Tranche der Hilfen ausgezahlt werden könne. "Bis dahin heißt es für so manchen Investoren abwarten und Tee trinken", vermute der Spezialist.

Fonds mit europäischer Ausrichtung würden sich angesichts der Diskussionen rund um die europäische Schuldenkrise derzeit schwerer tun. "Anleger warten auf die Impulse, die von der Entscheidung des griechischen Parlaments ausgehen werden", glaube Andreas Kehnen. Gegenwärtig registriere der Händler der Baader Bank vornehmlich Abgaben etwa beim Fidelity Funds - European Growth Fund, beim Uni Deutschland und beim DWS Eurovesta.

Positive Bewegung gebe es bei offenen Immobilienfonds. So spreche Orlemann etwa beim hausinvest von einem Abgabeüberhang. Anteile des CS Euroreal und des AXA Immoselect seien aber verstärkt in den Portfolien der Fondsanleger gelandet. Letzterer habe einen Teilerfolg erzielt und vier wichtige Immobilien zu guten Konditionen neu oder weitervermieten können.

Eine vorzeitige Mietverlängerung für eine Büroimmobilie südlich von Paris an die internationale Investmentbank Natixis sei unterzeichnet worden. Zudem habe sich der Versicherungskonzern Munich Re für ein Objekt in München entschieden und im französischen Lille seien sich die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers und AXA Immoselect über die Anmietung von 1.640 Quadratmeter Fläche für neun Jahre einig geworden. Früher als vorgesehen habe auch der Lebensmittelkonzern I. Schröder KG die Anmietung für eine Immobilie in Hamburg verlängert. "Die Mieten für diese vier Objekte sichern fast ein Zehntel der Gesamteinnahmen im Fonds", erkläre Orlemann. Dennoch sei die geplante Wiedereröffnung des Portfolios im November weiterhin offen.

Ausgeglichen gehe es bei Fonds mit internationaler Ausrichtung zu. Vom Carmignac Patrimoine beispielsweise hätten sich Anleger in dieser Woche tendenziell getrennt. Abgegeben würden zudem Fonds mit Anteilen asiatischer Unternehmen wie beim breiter aufgestellten HSBC Trinkaus Top Asien oder beim HSBC GIF Indian Equity, der auf indische Unternehmen spezialisiert sei. "Anleger sichern sich dabei scheinbar ihre Gewinne", meine Orlemann. Denn der indische Sensex-Index habe sich in der vergangenen Woche mit einem Anstieg von knapp fünf Prozent besonders fest gezeigt.

Tendenziell würden Anleger sich laut der Baader Bank zudem vom M&G Global Basics Fund und vom DWS Top Dividende trennen. Anteile zum Beispiel des Pioneer Investments Substanzwerte (ISIN DE0009792002 / WKN 979200) und des Allianz RCM Rohstofffonds dagegen würden Orlemann zufolge eher gesucht.

Für Portfolios wie dem DJE - Agrar & Ernährung P (ISIN LU0350835707 / WKN A0NGGC) verbuche Kehnen in dieser Woche einen Käuferüberhang, den der Händler der Baader Bank dem steigenden Nahrungsmittelbedarf durch die wachsende Weltbevölkerung und den zunehmenden Wohlstand in den Schwellenländern zuschreibe. Gleichzeitig gewinne der ökologische Landbau an Bedeutung. "Auch das Interesse für das Thema Nachhaltigkeit nimmt zu", beobachte Kehnen. Der Fonds investiere hauptsächlich in Unternehmen, die direkt oder indirekt in einem oder mehreren Bereichen der Agrarwertschöpfungskette tätig seien. Derzeit würde im DJE - Agrar & Ernährung P das Thema Überfischung einen besonderen Platz einnehmen. Das Fondsmanagement gehe davon aus, dass ohne nachhaltige Aquakulturen die weltweite Nachfrage nach Fisch nicht mehr befriedigt werden könne.

Auf das Konto europäische Schuldenkrise verbuche Kehnen die verstärkte Nachfrage nach Schweizer Franken Geldmarktfonds wie den Parvest Short Term CHF. "Der ist seit einigen Wochen beliebt und deutet auf ein geringer werdendes Vertrauen in den Euro", beobachte der Händler der Baader Bank. Der Fonds ziele auf kurzfristigen Wertzuwachs und investiere mindestens 85 Prozent seines Vermögens in Geldmarktinstrumente, Termineinlagen und Anleihen, die auf Schweizer Franken lauten würden. Die Restlaufzeit der im Portfolio befindlichen Wertpapiere liege jeweils unter zwölf Monaten und der Fonds werde gegen Schweizer Franken abgesichert. Weniger beliebt und von Abgaben geprägt sei der CB Geldmarkt Deutschland (ISIN LU0052221412 / WKN 973723), der in Euro investiere. (28.06.2011/fc/a/f)






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