Frontier Markets-Aktienfonds: Starke Grenzgänger - Fondsanalyse


16.10.14 09:33
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Aktienfonds, die in den so genannten "Frontier Markets" investieren, performen im laufenden Jahr bisher deutlich stärker als die Fonds der großen Schwellenländer, berichten die Experten von "FundResearch".

"FundResearch" stelle einige dieser "Grenzgänger" vor, die mit Wertentwicklungen jenseits der 20 Prozent überzeugen würden. Als "Frontier Markets" würden Länder bezeichnet, die ein hohes Wirtschaftswachstum aufweisen würden, jedoch noch nicht den Status von "Emerging Markets" hätten. Sie stünden an der Grenze dazu und würden daher auch oft als "New Emerging Markets" (NEMA) bezeichnet. Typische Beispiele für die Frontiers seien unter anderem Kenia, Vietnam, Georgien, Kolumbien oder Kuwait. Es werde allgemein angenommen, dass die Frontier Markets den Emerging Markets in ihrer Wirtschaftsentwicklung um rund 20 Jahre zurücklägen.

Dieser Zustand biete ein enormes Wachstumspotenzial. Viele Fondsgesellschaften würden das Thema aufgreifen und hätten Fonds aufgelegt, die in Unternehmen investieren würden, welche in den Frontier Markets ansässig oder dort tätig seien. Und das mit Erfolg, wie ein Blick in die Peergroup "Aktienfonds Schwellenländer" des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS) zeige. Dort seien sowohl Fonds der großen Emerging Markets als auch der Frontier Markets gelistet. Und die kleinen würden den großen den Rang ablaufen. In den Top-Ten-Performern seien überwiegend Fonds enthalten, die in den Frontier Markets tätig seien. Im Durchschnitt erreiche die Peergroup im laufenden Jahr per 30. September ein Plus von 11,2 Prozent.

Ganz vorne stehe der Schroders Frontier Markets Equity. Die Euro-Tranche des im Dezember 2010 aufgelegten Fonds erreiche nach Ende des dritten Quartals 2014 ein Plus von 37,7 Prozent. Sie sei allerdings erst vor einem Jahr aufgelegt worden. Die ältere US-Dollar-Tranche habe über drei Jahre eine Wertentwicklung von 97,3 Prozent geschafft. Die Fondsmanager Allan Conway und Rami Sidani würden ein Volumen von etwa 1 Milliarde Euro verwalten. In Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten sei mit jeweils rund 16 Prozent der größte Anteil investiert. Nigeria komme auf knapp 14 Prozent.

Auf Sektorenebene würden Finanztitel mit 57 Prozent den stärksten Bereich des Portfolios ausmachen. Energieaktien seien zu 13 Prozent und Telekomtitel zu 8 Prozent allokiert. Die Top-Holding sei die National Bank of Kuwait (7,7 Prozent), vor dem Immobilienunternehmen Emaar Properties aus den Emiraten (7,3 Prozent) und dem katarischen Energiekonzern Gulf International Services (7,1 Prozent).

Knapp hinter dem Schroders-Fonds folge ein ETF: Der iShares MSCI GCC ex-Saudi Arabia habe seinen Wert im laufenden Jahr bisher um 36,3 Prozent gesteigert. Damit bestätige der fast 23 Millionen Euro große Indexfonds den Trend der vergangenen Jahre: Ende 2013 habe ein Plus von 24,6 Prozent gestanden und über drei Jahre seien es fast 83 Prozent gewesen. Die Sharpe Ratio in diesem Zeitraum betrage 1,30 - ein Top-Wert der Peergroup.

Der Index, den dieser ETF abbilde, biete Zugang zu Aktien aus Staaten des Gulf Cooperation Council (GCC), die den Kriterien von MSCI für Größe, Liquidität und Freefloat-Marktkapitalisierung entsprechen würden. Auch hier seien Finanzwerte am stärksten vertreten. Sie würden knapp 66 Prozent ausmachen. Industrietitel kämen auf 15,2 Prozent und Telekomaktien auf 14,5 Prozent. Größter Einzeltitel in Index und ETF sei Emaar Properties mit 9,3 Prozent. Die National Bank of Kuwait folge mit 8,3 Prozent vor der Bank Kuwait Finance House mit 7,3 Prozent.

Einen ETF biete auch BNP Paribas an: Der BNP Paribas Next 11 Emerging THEAM Easy (ISIN FR0010616656 / WKN A0Q7TV) komme auf ein Plus von 26,9 Prozent. Die "Next 11" würden eine Untergruppe der Frontier bzw. Emerging Markets bilden. Der ehemalige Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Jim O'Neill, habe 2005 elf Länder mit hoher Einwohnerzahl definiert, die einen ähnlichen wirtschaftlichen Aufschwung wie die großen BRIC-Staaten erleben könnten. Darunter Ägypten, Indonesien, Südkorea, die Türkei und Vietnam.

Im vergangenen Jahr sei es für den Fonds mit einem Minus von 10,5 Prozent weniger gut gelaufen, was darauf zurückzuführen sei, dass er neben einigen Frontier Markets auch größere Schwellenländer allokiert habe. Für die sei 2013 bekanntlich kein gutes Jahr gewesen. Über drei Jahre habe der ETF seinen Wert um 52,6 Prozent bei einer Sharpe Ratio von 0,86 gesteigert. Das Fondsvolumen von knapp 27 Millionen Euro fließe zu knapp einem Viertel nach Südkorea. Mexikanische Aktien würden rund 22 Prozent und indonesische 19 Prozent ausmachen. Der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix sei mit einem Anteil von 4,2 Prozent der größte Einzeltitel. Dahinter würden mit 4,1 Prozent Samsung Electronics und mit 3,8 Prozent LG Philipps folgen.

Berater, die ihren Kunden einen Frontier-Fonds empfehlen möchten, der eine gute Bewertung vorweisen könne, seien mit dem Templeton Frontier Markets auf der sicheren Seite. Der knapp 1,7 Milliarden Euro starke Fonds sei mit der Euro-FondsNote 1 bewertet und habe in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Plus von 20,5 Prozent geschafft. Auch im vergangenen schwierigen Schwellenländer-Jahr habe Fondsmanager-Ikone Mark Mobius eine Wertsteigerung von 12,2 Prozent erreichen können. Über drei Jahre sei es bei einer Sharpe Ratio von starken 1,67 um 68 Prozent nach oben gegangen.

Mobius habe sein Portfolio breit diversifiziert. In fast 30 verschiedenen Ländern investiere er. Mit 19,2 Prozent am stärksten in Saudi-Arabien. Nigerianische Aktien würden rund 14 Prozent des Portfolios und vietnamesische 7,5 Prozent ausmachen. Auch Mobius gewichte den Finanzsektor mit fast 39 Prozent am stärksten. Telekomunternehmen würden 14,4 Prozent und Genussmittel knapp 11 Prozent ausmachen. Größter Einzeltitel sei die im arabischen Raum ansässige United Bank mit 3,5 Prozent. Die nigerianische Zenith Bank sei mit 3,1 Prozent und die Bank Muscat aus dem Oman mit 2,7 Prozent gewichtet.

Wie stark die Frontier-Fonds performen, lasse sich auch daran erkennen, dass kein einziger in der Peergroup im laufenden Jahr eine negative Wertentwicklung aufweise. Der "Schwächste" erreiche immer noch ein Plus von 7,9 Prozent. Der Quantex Emerging & Frontier Markets (ISIN LU0554695808 / WKN A1C74D) sei - wie der Name verrate - kein reiner Frontier-Fonds. Das Fondsmanagement-Team der Quantex AG habe die Türkei (11,8 Prozent), Russland (10,6 Prozent) und Brasilien (10,6 Prozent) am stärksten gewichtet.

Industriegüter den größten Anteil des knapp 15 Millionen Euro-Portfolios ausmachen. Versorger kämen auf 10,2 Prozent und Chemieaktien auf 8,6 Prozent. Der russische Chemiekonzern PhosAgro sei mit 2,6 Prozent die Top-Holding. Jeweils 2,5 Prozent würden auf das tschechische Energieunternehmen CEZ und den ebenfalls türkischen Mobilfunkanbieter Turkcell entfallen. Die Allokation größerer Schwellenländer mache sich jedoch in der Performance bemerkbar: Für 2013 stehe ein Minus von 5,4 Prozent und über drei Jahre sei es verhältnismäßig geringe 27,8 Prozent nach oben gegangen - bei einer Sharpe Ratio von 0,52. (Ausgabe vom 15.10.2014) (16.10.2014/fc/a/f)





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