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Fundamentaldaten treten 2014 in den Vordergrund


27.01.14 15:17
Aquila Capital

Hamburg (www.fondscheck.de) - Die Experten von Aquila Capital schätzen die Entwicklung der europäischen Aktienmärkte im Jahr 2014 für fundamental orientierte "stock-pickers" sehr positiv ein.

Europäische Aktien würden gute Voraussetzungen bieten, um mit Value- und Event-Driven-Strategien positive Renditen zu erzielen. Es werde erwartet, dass sich die Weltwirtschaft und Unternehmen weiter erholen würden, woraus steigende Unternehmensgewinne resultieren würden. Das erhöhe vor allem die Attraktivität von Unternehmen, die schon jetzt höhere Renditen als an den Anleihemärkten erwirtschaften würden. Allerdings hätten sich die Aktienmärkte bis dato schon überraschend gut entwickelt und die Unternehmensbewertungen würden teilweise eine starke Ergebniserholung vorwegnehmen; daher würden die Experten glauben, dass eine differenzierte Selektion von Long- und Short-Investitionen, gerade zu diesem Zeitpunkt, am sinnvollsten sei.

Im letzten Jahr seien die europäischen Aktienmärkte überraschend stark um rund 16 Prozent gestiegen, getrieben durch die hohe Liquidität aufgrund der weltweit lockeren Politik der Zentralbanken, das Ausbleiben von Makro-Schocks sowie das Manko an Anlagealternativen. Die Angst vor einer Reduktion des Anleiherückkauf-Programms in den USA habe in der Jahresmitte zu einer Umschichtung von Schwellenländer- und Zins-Investments in primär zyklische Aktien in den entwickelten Ländern, insbesondere Europa, geführt. Dieser Trend sei durch den Zufluss von institutionellem Anlagevermögen, vor allem auch durch die Rückkehr von US-Investoren unterstützt worden, die im gleichen Umfang wie vor der Krise allokiert hätten.

Für 2014 werde in Europa ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent erwartet; Analysten würden schätzen, dass nach einigen Jahre mit rückläufigen Ergebnissen die Unternehmensgewinne um mehr als zehn Prozent steigen würden. Dies werde auch durch die jetzigen Bewertungen teilweise antizipiert, sodass die Experten davon ausgehen würden, dass 2014 die Fundamentaldaten sehr stark in den Vordergrund treten würden und weniger die Erwartungen. Das eröffne sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite gute Investitionsmöglichkeiten. Ferner würden die Experten mit einer verstärkten Aktivität bei Übernahmen, Fusionen und Beteiligungen rechnen vor dem Hintergrund, dass sich M&A-Aktivitäten zurzeit auf einem 20-Jahres-Tief befinden würden, während Unternehmen zeitgleich zuversichtlicher würden. Die Geld- und Fiskalpolitik sollte weiterhin unterstützend wirken.

Die Short-Seite biete nach Meinung der Experten 2014 zunehmend Chancen, um Alpha zu generieren, beispielsweise mit Unternehmen, die Gewinnerwartungen nicht erfüllen könnten. Dementsprechend vorsichtig seien sie bei Firmen, die vor strukturellen Herausforderungen wie wachsendem Konkurrenzdruck, technologischem Wandel und Überkapazitäten stünden oder die starke Geschäftsbeziehungen zu Schwellenländern mit schwachen Währungen pflegen würden. Vorsichtig seien die Experten außerdem bei nicht-zyklischen Firmen mit hohem Verschuldungsgrad wie Versorgern.

Zu den Favoriten der Experten würden indes Unternehmen aus der Automobilbranche, der Luft- und Raumfahrt, dem Transport-, IT- und Luxussektor zählen. Positiv würden sie auch Firmen beurteilen, die an den zunehmenden M&A-Aktivitäten beteiligt seien sowie Unternehmen in den Schwellenländern, die von den größer werdenden Konsummärkten dank der zunehmenden Urbanisierung und Mittelschichten profitieren würden.

Die Experten von Aquila Capital freuen sich auf ein spannendes und möglicherweise volatileres Jahr und hoffen, dass eventuelle Konsolidierungsphasen langfristig attraktive Investitionsmöglichkeiten schaffen. (27.01.2014/fc/a/m)