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Geht die Kupfer-Rally weiter?
08.05.09 09:00
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Nachdem Kupfer lange Zeit als einer der Inbegriffe des Rohstoff-Bullenmarkts galt, gingen die Notierungen in der zweiten Jahreshälfte 2008 förmlich in den "freien Fall" über, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Innerhalb weniger Monate hätten sich die Notierungen annährend gedrittelt und bei den meisten Anlegern habe allein die bloße Vorstellung, auf steigende Kurse zu setzen, ungläubiges Kopfschütteln hervorgerufen. Dennoch habe man vor kurzem den Kauf eines Kupfer-Turbo-Long-Zertifikats empfohlen, mit dem man binnen weniger Wochen Zeit einen Gewinn von stattlichen 70 Prozent habe "einfahren" können. Und man könne sich sogar vorstellen, dass sich das "rote Metall" noch weiter verteuere.
Zugegeben: Eine gewisse Portion Mut habe man gebraucht, wenn man Expertenempfehlung gefolgt sei: Immerhin drohe bei Kupfer für dieses und nächstes Jahr weltweit ein signifikantes Überangebot. Ende April habe die International Copper Study Group (ICSG) bekannt gegeben, dass im Januar das Angebot die Nachfrage um 155.000 Tonnen übertroffen habe. Für das Gesamtjahr 2009 würden die Experten mit einem Überangebot von 345.000 Tonnen rechnen (238.000 in 2008). Und auch für das kommende Jahr würden die Schätzungen wenig "bullisch" stimmen: 2010 sollten mindestens 400.000 Tonnen Kupfer mehr produziert werden als die Welt benötige.
Verantwortlich für diese Situation sei vor allem die Ausweitung der Produktionskapazitäten. Laut der ICSG solle der Minen-Output in diesem Jahr um vier Prozent auf 17,4 Millionen Tonnen steigen. Für 2010 erwarte man eine nochmalige Zunahme um sogar 7,5 Prozent. Bei der Nachfrage prognostiziere man für das laufende Jahr ein Minus von vier Prozent. Für das nächste Jahr jedoch würden die Experten einen Zuwachs des Verbrauchs von sechs Prozent in Aussicht stellen. Und genau das sei der entscheidende Grund für die nicht unerheblichen Kurssteigerungen der letzten Monate.
Zuversichtlich stimme in diesem Zusammenhang insbesondere die wirtschaftliche Lage in China und Indien, die im Rahmen ihres laufenden Industrialisierungsprozesses gewaltige Mengen des "roten Metalls" benötigen würden. Während in den meisten westlichen Industrienationen für dieses Jahr ein Rückgang der Wirtschaftsleistung zwischen drei und sechs Prozent anstehe, wachse die Ökonomie in den beiden genannten asiatischen Staaten weiter. Zwar dürfte das Plus in 2009 im Vergleich zu den Vorjahren geringer ausfallen, aber auf fünf bis sieben Prozent würden es die Länder allemal bringen.
Berücksichtige man die Größe, die gigantische Einwohnerzahl sowie den nach wie vor beträchtlichen Nachholbedarf gegenüber etablierten Industrienationen erscheine die sechsprozentige Zunahme des Kupferverbrauchs absolut realistisch. Man könne sich sogar vorstellen, dass das Plus letzten Endes etwas höher liege. Denn in den zurückliegenden Monaten seien unzählige Großbau-Projekte vorläufig "auf Eis gelegt" worden. Aufgeschoben sei in diesem Fall aber sicher nicht aufgehoben, so dass in Zukunft ein bedeutsamer Aufholprozess anstehe.
Kurz- bis mittelfristig möge demnach unter fundamentalen Aspekten nicht allzu viel für steigende Kupferpreise sprechen. Auf Sicht von ein bis zwei Jahren allerdings stelle sich die Situation erkennbar anders dar. Und da an der Börse bekanntlich die Zukunft gehandelt werde, sei die laufende "Kupfer-Rally" weit weniger verwunderlich als einige Marktteilnehmer annehmen würden.
Darüber hinaus präsentiere sich Kupfer zur Stunde technisch mehr als "bullenstark". Im Bereich von 150 US-Cents pro amerikanisches Pfund habe das "rote Metall" einen tragfähigen Boden ausgebildet und mittlerweile sei sogar der seit Sommer letzten Jahres bestehende Abwärtstrend deutlich nach oben durchbrochen worden. Sowohl der RSI als auch die Stochastik und der MACD würden Kaufsignale generieren und in den letzten Handelstagen hätten sich die Kurse über der wichtigen 18-Tage-Linie festsetzen können. Sollte demnächst der wichtige Widerstand bei 225 bis 230 US-Cents nach oben überwunden werden (wofür vieles spreche), könnte der Markt schnell bis auf 300 US-Cents laufen.
Alles in allem seien damit auch auf dem mittlerweile erhöhten Niveau Long-Engagements eine überlegenswerte Anlageidee. Angesichts der fundamentalen Rahmenbedingungen sollten derartige Trades aber unbedingt mit einem relativ engen Stopp abgesichert werden. Denn zumindest könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die wirtschaftliche Schwächephase noch etwas länger anhalte und die Kupfernachfrage deshalb aktuell etwas zu optimistisch gesehen werde. (08.05.2009/ac/a/m)
Innerhalb weniger Monate hätten sich die Notierungen annährend gedrittelt und bei den meisten Anlegern habe allein die bloße Vorstellung, auf steigende Kurse zu setzen, ungläubiges Kopfschütteln hervorgerufen. Dennoch habe man vor kurzem den Kauf eines Kupfer-Turbo-Long-Zertifikats empfohlen, mit dem man binnen weniger Wochen Zeit einen Gewinn von stattlichen 70 Prozent habe "einfahren" können. Und man könne sich sogar vorstellen, dass sich das "rote Metall" noch weiter verteuere.
Zugegeben: Eine gewisse Portion Mut habe man gebraucht, wenn man Expertenempfehlung gefolgt sei: Immerhin drohe bei Kupfer für dieses und nächstes Jahr weltweit ein signifikantes Überangebot. Ende April habe die International Copper Study Group (ICSG) bekannt gegeben, dass im Januar das Angebot die Nachfrage um 155.000 Tonnen übertroffen habe. Für das Gesamtjahr 2009 würden die Experten mit einem Überangebot von 345.000 Tonnen rechnen (238.000 in 2008). Und auch für das kommende Jahr würden die Schätzungen wenig "bullisch" stimmen: 2010 sollten mindestens 400.000 Tonnen Kupfer mehr produziert werden als die Welt benötige.
Verantwortlich für diese Situation sei vor allem die Ausweitung der Produktionskapazitäten. Laut der ICSG solle der Minen-Output in diesem Jahr um vier Prozent auf 17,4 Millionen Tonnen steigen. Für 2010 erwarte man eine nochmalige Zunahme um sogar 7,5 Prozent. Bei der Nachfrage prognostiziere man für das laufende Jahr ein Minus von vier Prozent. Für das nächste Jahr jedoch würden die Experten einen Zuwachs des Verbrauchs von sechs Prozent in Aussicht stellen. Und genau das sei der entscheidende Grund für die nicht unerheblichen Kurssteigerungen der letzten Monate.
Berücksichtige man die Größe, die gigantische Einwohnerzahl sowie den nach wie vor beträchtlichen Nachholbedarf gegenüber etablierten Industrienationen erscheine die sechsprozentige Zunahme des Kupferverbrauchs absolut realistisch. Man könne sich sogar vorstellen, dass das Plus letzten Endes etwas höher liege. Denn in den zurückliegenden Monaten seien unzählige Großbau-Projekte vorläufig "auf Eis gelegt" worden. Aufgeschoben sei in diesem Fall aber sicher nicht aufgehoben, so dass in Zukunft ein bedeutsamer Aufholprozess anstehe.
Kurz- bis mittelfristig möge demnach unter fundamentalen Aspekten nicht allzu viel für steigende Kupferpreise sprechen. Auf Sicht von ein bis zwei Jahren allerdings stelle sich die Situation erkennbar anders dar. Und da an der Börse bekanntlich die Zukunft gehandelt werde, sei die laufende "Kupfer-Rally" weit weniger verwunderlich als einige Marktteilnehmer annehmen würden.
Darüber hinaus präsentiere sich Kupfer zur Stunde technisch mehr als "bullenstark". Im Bereich von 150 US-Cents pro amerikanisches Pfund habe das "rote Metall" einen tragfähigen Boden ausgebildet und mittlerweile sei sogar der seit Sommer letzten Jahres bestehende Abwärtstrend deutlich nach oben durchbrochen worden. Sowohl der RSI als auch die Stochastik und der MACD würden Kaufsignale generieren und in den letzten Handelstagen hätten sich die Kurse über der wichtigen 18-Tage-Linie festsetzen können. Sollte demnächst der wichtige Widerstand bei 225 bis 230 US-Cents nach oben überwunden werden (wofür vieles spreche), könnte der Markt schnell bis auf 300 US-Cents laufen.
Alles in allem seien damit auch auf dem mittlerweile erhöhten Niveau Long-Engagements eine überlegenswerte Anlageidee. Angesichts der fundamentalen Rahmenbedingungen sollten derartige Trades aber unbedingt mit einem relativ engen Stopp abgesichert werden. Denn zumindest könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die wirtschaftliche Schwächephase noch etwas länger anhalte und die Kupfernachfrage deshalb aktuell etwas zu optimistisch gesehen werde. (08.05.2009/ac/a/m)
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