Erweiterte Funktionen
Globale Aktienmärkte starke Rally
15.10.07 13:52
GECAM
Wangen (aktiencheck.de AG) - Die Zinssenkung der US-Notenbank am 18. September war die Initialzündung für eine starke Rally an den Aktienmärkten, so die Experten von GECAM.
Wohl dem, der die September-Empfehlung der Experten befolgt und die schwachen Tage zuvor für Käufe genutzt habe. Erleichtert hätten die Märkte auch auf die von den Banken nun bezifferten Kredit-Abschreibungen reagiert. Obwohl diese oft im mittleren einstelligen Milliardenbereich gelegen hätten, hätten sich die Finanztitel daraufhin gut erholen können - die Aktionäre hätten wohl mit Schlimmerem gerechnet.
Die am 5. Oktober veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten hätten ebenso positiv überrascht: Insbesondere die Revidierung der schockierenden August-Zahlen von minus 4.000 auf plus 89.000 lasse hoffen, dass es weder zu einer Rezession noch zum Ausfall des extrem wichtigen Weihnachtsgeschäfts in den USA kommen werde. Auch die am Freitag gemeldeten US-Einzelhandelsumsätze hätten positiv überrascht.
Der Dow Jones und zahlreiche andere Aktienindices hätten durch die Steilvorlage der US-Notenbank ein neues Allzeithoch erreichen können, der DAX und der Nikkei 225 seien auf gutem Weg dorthin. Andere Faktoren wie Firmenübernahmen auf der positiven oder revidierte Wachstumsprognosen vom IWF (Internationaler Währungsfonds) auf der negativen Seite seien in den Hintergrund geraten.
Als sehr erfreulich würden die Experten zwei Entwicklungen werten. Zum einen seien die Risikoaufschläge für Unternehmensfinanzierungen (Kredit-Spreads), die erst im August explodiert seien, wieder auf ein tragbares Niveau zurückgekommen. Zum anderen seien die Interbanken-Tagesgeldsätze, nachdem sie mit rund 4,7 Prozent weit über den EZB-Basiszins hinausgeschossen seien, wieder um ein ganzes Prozent gefallen und hätten sich damit praktisch wieder normalisiert. Das signalisiere, dass das Vertrauen der Banken untereinander zurückkehre und sie sich wieder Geld zu "normalen" Konditionen leihen würden.
Nur der Markt der verbrieften Kreditforderungen (Asset-Backed-Securities) sei immer noch zäh und relativ illiquide. Etliche ABS-Fonds seien nach wie vor geschlossen. Da diese Lücke mit (Noten-)Bankgeldern gestopft worden sei, sei die Liquiditätsversorgung gewährleistet, und die Märkte hätten wieder genügend Luft zum Atmen.
Angesichts der Entspannung an den Finanzmärkten sollte auch Gold als "Krisenwährung" wieder etwas aus dem Blickfeld rücken, was durchaus zu Gewinnmitnahmen bei den Goldaktien führen könne. Andererseits helfe die verbesserte Liquidität den Aktien im Allgemeinen und damit vielleicht auch den Goldaktien, die sich zuletzt als sehr liquiditätssensitiv erwiesen hätten, im Besonderen.
Vom kräftigen Ölpreisanstieg über die psychologisch wichtige Marke von 80 US-Dollar würden insbesondere für die USA zusätzliche Inflationsgefahren ausgehen, und auch der Konsum könnte im vierten Quartal darunter leiden, sofern ein kalter Winter auch noch hohe Heizölkosten verursache. In Europa halte sich der ölpreisinduzierte Inflationseffekt dank dem starken Euro noch halbwegs in Grenzen. Der weitere Zinssenkungsspielraum für die Notenbanken sei dadurch allerdings beschränkt.
Nicht zu vergessen sei, dass der hohe Ölpreis nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner kenne: Die Ölkonzerne würden, wie so mancher Emerging Market-Staat, im Geld schwimmen und nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten suchen. Auch diese Konstellation könne für die eine oder andere Überraschung gut sein.
Nach der starken Erholungsrally würden sich die Märkte im Bereich ihrer Allzeithochs eine kleine und gesunde Verschnaufpause gönnen.
Aktienrückkaufprogramme, gut aufgenommene Neuemissionen (IPOs), wie zuletzt die von Sony-Financial, und das wieder anlaufende Übernahmekarussell würden zeigen, dass die Aktienmärkte nicht wirklich überbewertet seien. Gerade die in der jüngsten Rally noch vernachlässigten kleineren Unternehmen hätten Nachholbedarf.
Trotz des aktuellen Renditeanstiegs bei langlaufenden Staatsanleihen würden die Experten von GECAM diese als wenig attraktiv im Vergleich zu den Aktien sehen. Nur im Falle eines größeren Nachbebens aus dem Subprime- oder Hedgefondssektor würden die Renten wieder als sicherer Hafen angelaufen werden. (15.10.2007/fc/a/m)
Wohl dem, der die September-Empfehlung der Experten befolgt und die schwachen Tage zuvor für Käufe genutzt habe. Erleichtert hätten die Märkte auch auf die von den Banken nun bezifferten Kredit-Abschreibungen reagiert. Obwohl diese oft im mittleren einstelligen Milliardenbereich gelegen hätten, hätten sich die Finanztitel daraufhin gut erholen können - die Aktionäre hätten wohl mit Schlimmerem gerechnet.
Die am 5. Oktober veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten hätten ebenso positiv überrascht: Insbesondere die Revidierung der schockierenden August-Zahlen von minus 4.000 auf plus 89.000 lasse hoffen, dass es weder zu einer Rezession noch zum Ausfall des extrem wichtigen Weihnachtsgeschäfts in den USA kommen werde. Auch die am Freitag gemeldeten US-Einzelhandelsumsätze hätten positiv überrascht.
Der Dow Jones und zahlreiche andere Aktienindices hätten durch die Steilvorlage der US-Notenbank ein neues Allzeithoch erreichen können, der DAX und der Nikkei 225 seien auf gutem Weg dorthin. Andere Faktoren wie Firmenübernahmen auf der positiven oder revidierte Wachstumsprognosen vom IWF (Internationaler Währungsfonds) auf der negativen Seite seien in den Hintergrund geraten.
Als sehr erfreulich würden die Experten zwei Entwicklungen werten. Zum einen seien die Risikoaufschläge für Unternehmensfinanzierungen (Kredit-Spreads), die erst im August explodiert seien, wieder auf ein tragbares Niveau zurückgekommen. Zum anderen seien die Interbanken-Tagesgeldsätze, nachdem sie mit rund 4,7 Prozent weit über den EZB-Basiszins hinausgeschossen seien, wieder um ein ganzes Prozent gefallen und hätten sich damit praktisch wieder normalisiert. Das signalisiere, dass das Vertrauen der Banken untereinander zurückkehre und sie sich wieder Geld zu "normalen" Konditionen leihen würden.
Angesichts der Entspannung an den Finanzmärkten sollte auch Gold als "Krisenwährung" wieder etwas aus dem Blickfeld rücken, was durchaus zu Gewinnmitnahmen bei den Goldaktien führen könne. Andererseits helfe die verbesserte Liquidität den Aktien im Allgemeinen und damit vielleicht auch den Goldaktien, die sich zuletzt als sehr liquiditätssensitiv erwiesen hätten, im Besonderen.
Vom kräftigen Ölpreisanstieg über die psychologisch wichtige Marke von 80 US-Dollar würden insbesondere für die USA zusätzliche Inflationsgefahren ausgehen, und auch der Konsum könnte im vierten Quartal darunter leiden, sofern ein kalter Winter auch noch hohe Heizölkosten verursache. In Europa halte sich der ölpreisinduzierte Inflationseffekt dank dem starken Euro noch halbwegs in Grenzen. Der weitere Zinssenkungsspielraum für die Notenbanken sei dadurch allerdings beschränkt.
Nicht zu vergessen sei, dass der hohe Ölpreis nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner kenne: Die Ölkonzerne würden, wie so mancher Emerging Market-Staat, im Geld schwimmen und nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten suchen. Auch diese Konstellation könne für die eine oder andere Überraschung gut sein.
Nach der starken Erholungsrally würden sich die Märkte im Bereich ihrer Allzeithochs eine kleine und gesunde Verschnaufpause gönnen.
Aktienrückkaufprogramme, gut aufgenommene Neuemissionen (IPOs), wie zuletzt die von Sony-Financial, und das wieder anlaufende Übernahmekarussell würden zeigen, dass die Aktienmärkte nicht wirklich überbewertet seien. Gerade die in der jüngsten Rally noch vernachlässigten kleineren Unternehmen hätten Nachholbedarf.
Trotz des aktuellen Renditeanstiegs bei langlaufenden Staatsanleihen würden die Experten von GECAM diese als wenig attraktiv im Vergleich zu den Aktien sehen. Nur im Falle eines größeren Nachbebens aus dem Subprime- oder Hedgefondssektor würden die Renten wieder als sicherer Hafen angelaufen werden. (15.10.2007/fc/a/m)


