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Globaler ETF-Markt: Leichte Bremsspuren bei ETF-Nachfrage im Oktober


23.11.20 10:27
Amundi

Paris (www.fondscheck.de) - Die Verunsicherung rund um die US-Wahl und die zweite Corona-Welle in Europa haben das Interesse an ETFs global auf 42,7 Mrd. Euro (48,6 Mrd. Euro im September) leicht abgebremst, so die Experten von Amundi.

Bremsspuren hätten vor allem Aktien-ETFs verzeichnet, denen im Oktober mit 17,4 Mrd. Euro global nur rund halb so viele Neugelder zugeflossen seien wie im Vormonat (33 Mrd. Euro). Renten-ETFs seien mit einem Plus von 25,4 Mrd. Euro global stärker gefragt gewesen.

Während Renten-ETFs die Absatzstatistik global anführen würden, hätten in Europa weiterhin Aktien-ETFs (+2,5 Mrd. Euro) vorn gelegen. Europäischen Renten-ETFs seien 1,7 Mrd. Euro zugeflossen. Bedenken zur weiteren Konjunkturentwicklung in Europa hätten sowohl bei Anleihen mit Investment-Grade-Rating als auch bei High-Yield-Papieren der Eurozone zu Abflüssen im Volumen von 1,15 Mrd. Euro sowie 439 Mio. Euro geführt. Insgesamt hätten sich die Abflüsse auch infolge von Gewinnmitnahmen auf 1,41 Mrd. Euro belaufen. Die Zuversicht, dass Asien die Coronakrise schneller hinter sich lasse, habe das Anlegerinteresse auf diese Region gezogen. Europäische Anleger hätten 778 Mio. Euro in ETFs auf chinesische Anleihen und 592 Mio. Euro in ETFs auf Schwellenländer-Staatsanleihen investiert. Insgesamt seien ETFs auf Staatsanleihen im Oktober 2,74 Mrd. Euro zugeflossen.

Europäische Aktien-ETFs hätten im Oktober um 2,6 Mrd. Euro zugelegt. Die Nervosität vor den Wahlen habe Anleger jedoch dazu veranlasst, 1,3 Mrd. Euro aus US-Aktien-ETFs abzuziehen. Zudem habe die Sorge um den Anstieg der Corona-Zahlen in Europa Abflüsse in Höhe von 296 Mio. aus ETFs auf Euro Eurozonen-Aktien nach sich gezogen. Wegen besserer Konjunkturperspektiven für Asien seien hingegen ETFs auf chinesische und Schellenländer-Aktien gefragt gewesen. Ihnen seien 554 Mio. Euro bzw. 413 Mio. Euro zugeflossen.

Anleger seien außerdem zu ähnlichen Sektoren wie während des ersten Lockdowns zurückgekehrt und hätten z.B. 531 Mio. Euro in ETFs mit Fokus auf den Gesundheitssektor investiert. Die Rückkehr ins Home-Office habe hingegen Rückgaben aus Immobilien- und Smart-City-Strategien (-30 Mio. Euro und -16 Mio. Euro) nach sich gezogen. Seit Jahresbeginn würden sich die Rückgaben von ETFs auf den Immobiliensektor nun 543 Mio. Euro belaufen.

In den letzten zehn Monaten seien sowohl Sektor- als auch ESG-Aktienstrategien beliebt gewesen, während ETFs auf die bekannten Indices sowie Smart Beta-ETFs auf wenige Nachfrage gestoßen seien. Seit Jahresbeginn hätten sich die Zuflüsse für ESG-ETFs auf 22,9 Mrd. Euro belaufen, während Sektor-ETFs um 15,4 Mrd. Euro zugelegt hätten. Hingegen seien aus Smart-Beta-Strategien fast 7 Mrd. Euro abgezogen worden. (Ausgabe Oktober 2020) (23.11.2020/fc/a/e)